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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. — Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

258 
Zweiter Teil. Lande!. XII. Bankwesen. 
handhaben. Zu umgehen ist sie nicht immer; sie ist sehr üblich bei den englischen 
Checkbanken. Wenn der Zahlungsverkehr eines Kunden bei einer Bank sich vollständig 
konzentriert, dann ist sie eben auch in der Lage, seine Kreditwürdigkeit genau zu 
bemessen, sie weiß genau, welche Geschäfte er macht, sie kann beurteilen, ob und in 
welcher Zeit sein Geschäft wieder Einnahmen bringt; sie kann seinem Zahlungsbedürfnis 
sich vollständig anschmiegen. 
Entsprechend der gegebenen Charakteristik gestaltet sich natürlich auch der Zinsfuß 
für alle diese Geschäfte. Am höchsten steht der Zinsfuß für den Kontokorrentkredit, 
den die Bank gibt, dann folgt nach unten der Lombardzins, dann (meist um 1 /a bis 
1 % tiefer als der Lombardzins) der Wechseldiskont; noch niedriger ist natürlich der 
von der Bank gewährte Depositalzins, da die Bank nur verdient, wenn sie weniger 
Zins gibt, als sie selbst erhält. Entscheidend ist der jeweilige Stand des Wechseldiskonts, 
nach ihm richten sich alle übrigen, nach oben und nach unten. 
Angeeignete Verwendungen der kurzfälligen Deposita sind: die Ausleihung 
derselben im Lypothekengeschäst, Erwerbung von stark im Preis schwankenden Effekten, 
Beteiligung an industriellen Unternehmungen, Benutzung zu Börsenspekulationen u. dgl.; 
es sind dies Anlagen, aus denen nicht immer das Kapital leicht wieder herausgezogen 
werden kann. 
b. Die langfristigen Kreditgeschäfte. 
Es gibt viele Fälle, in denen der Kreditsuchende langfristigen Kredit braucht, 
weil er nicht im stände ist, das Kapital sofort herauszuwirtschaften, sondern nur 
nach und nach, er kann nur Zinsen und Tilgungsquoten aufbringen. Zn dieser Lage 
werden zumeist diejenigen sein, die Geld brauchen zum Kauf von Grundstücken aller 
Art, zu Meliorationen, zum Bau von Läufern, zu industriellen Anlagen, zur Abfindung 
von Miterben rc. Für diese Zwecke können die Banken ihr eigenes Kapital und die ihnen 
selbst unkündbar oder gegen lange Kündigung geliehenen Gelder verwenden. Ein Laupt- 
typus des Passivgeschäftes sind die von den Lypothekenbanken ausgegebenen Pfand 
briefe; dieselben sind meist seitens des Gläubigers unkündbar; die Banken können das 
so erhaltene Kapital dann zu etwas höherem Zins ■— der Anterschied gegenüber dem 
Pfandbrieszins wird „Zinsspannung" genannt — ausleihen mit dem Versprechen, 
dem Schuldner, solange er seinen Verpflichtungen nachkommt, nicht kündigen zu wollen: 
der Schuldner hat sehr oft außer dem Zins eine Tilgungsquote zu zahlen; mit diesen 
Tilgungsquoten werden die ausgegebenen Pfandbriefe durch Auslosung heimbezahlt. 
3. Effekten-, Gründungs- und damit zusammenhängende Geschäfte. 
Dieselben können sehr mannigfacher Natur sein. Die Banken betreiben den Kauf 
und Wiederverkauf von Wertpapieren aus eigene Rechnung und in Kommission, sie 
übernehmen neue Anleihen vom Staat, von Provinzen, Städten, Standesherren, 
Großindustriellen, Aktiengesellschaften; es geschieht auch dies teils auf eigene Rechnung, 
teils in Kommission, sehr häufig verbinden sich hierbei mehrere Banken zu einem 
Konsortium; sie besorgen zumeist die Konvertierungen; um das Gelingen solcher sicher 
zustellen und die Mitwirkung der Banken mit ihrer großen Klientel zu erhalten, 
gewährt man ihnen eine Provision, wofür sie sich verpflichten, das Kapital aufzu 
bringen für jene, welche die Konvertierung ablehnen. Sie beteiligen sich zum Teil 
aktiv und kommissionsweise in weitgehendem Maße an Börsengeschäften aller Art in 
Waren und Effekten; namentlich ist auch das Report- und Deportgeschäft wichtig, 
durch welches sie der Spekulation die Prolongation ermöglichen. Auch bei „Ringen" 
sind meistens Banken beteiligt, weil das Aufkaufen der Waren große Kapitalien 
erfordert. (Bekannt ist die Rolle des Comptoir ä'Cscomte beim Kupferring von 
1887/89). 
An die Effektengeschäfte schließen sich weitere mit Effekten zusammhängende an. 
Dahin gehört die Einlösung von Coupons, die Einlösung ausgeloster Papiere, die
	        

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The Elements of Economic Geology. Methuen, 1928.
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