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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. — Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

264 
Zweiter Teil. Landet. XII. Bankwesen. 
3. Mit der Notenausgabe wird zweckmäßig das Depositen--, Kontokorrent-- und 
Checkgeschäft verbunden. 
Die privat-- und volkswirtschaftlichen Leistungen des Notengeschäfts sind in 
einer Linsicht prinzipiell dieselben wie diejenigen des Depositengeschästs. Es wird ein 
Amlaufsmittel geschaffen, das wenigstens für größere und mittlere Zahlungen viel 
bequemer als Münze ist und viel Arbeit und Kosten der Aufbewahrung, des 
Lantierens, Zählens, Transports des Geldes erspart. Es wird ferner ein Teil 
desjenigen Nationalkapitals, das in dem Münzvorrat gebunden ist, für andere Zwecke 
disponibel. 
Zu jenen beiden Vorteilen kommt aber ein sehr wichtiger weiterer, der die Ent 
scheidung für die Emission (bankmäßig gedeckter) wirklicher Banknoten und gegen die 
Pläne des Ersatzes derselben durch ganz oder für eine bestimmte Quote bar gedeckte 
„Geldscheine" gibt: nur die Banknoten-Emission kann sich von allen Krediteinrichtungen 
dem wechselnden Stande des Kredits, d. h. hier speziell dem Wechsel des allgemeinen 
Vertrauensmoments und des allgemeinen Bedürfnisses nach Darlehen und Amlaufs 
mitteln sicher, bequem und unbedenklich anpaffen; nur sie vermag namentlich wegen 
der Stellung und Funktion der Banknote im Verkehr die Lücke im Kreditverkehr aus 
zufüllen, welche sich regelmäßig in politischen und wirtschaftlichen Krisen durch die 
Stockung der gewöhnlichen Kreditgeschäfte zeigt; nur die Banknoten-Emission und 
-Zirkulation kann sich auch dem zeitlichen und örtlichen Wechsel des Bedarfs an 
Amlaufsmitteln, insbesondere an Metallgeld im Verkehr, der Folge periodischer Vorgänge 
in der Volkswirtschaft, genügend anschmiegen und so sonst unvermeidliche Störungen 
der allgemeinen wirtschaftlichen Bewegung verhüten. Zn allen diesen Funktionen 
vermag auch ein Depositenbankwesen vervollkommnetster Technik das Zettelbankwesen 
nicht ausreichend zu ersehen. Es handelt sich bei diesen Funktionen aber keineswegs 
um Klasseninteressen, z. B. der den Bankkredit mit Lilfe der Notenemission erhaltenden 
Geschäftskreise, wenn die letzteren auch öfters die Nächst-Interessierten dabei sind, sondern 
es handelt sich um allgemeinste Interessen des gesamten volkswirtschaftlichen Verkehrs 
in unseren eben einmal wesentlich privatwirtschaftlich organisierten Volkswirtschaften. 
Lier muß man auch im Interesse der „Kleinen" (Arbeiter, Landwerker, kleine Kaufleute) 
die „Großen", die „Spitzen" (große Bank-, Landels-, Fabrikfirmen) halten. Die 
Banknotenausgabe ist mithin ein notwendiges und heilsames Glied moderner Kredit- 
wirtschaft. 
Für die Organisation des Zettelbankwesens folgt aus dem Dargelegten, daß 
eine solche erstrebt werden muß, welche jene spezifische Funktion der Notenausgabe 
besonders günstig sich gestalten läßt. Lier hat wohl die Zentralisation der Noten 
ausgabe besondere Vorzüge. Denn wenn auch das dezentralisierte Zettelbankwesen, wie 
z. B. in Schottland, den periodischen Bewegungen des volkswirtschaftlichen Bedarfs 
an Amlaufsmitteln gut zu entsprechen vermag, so steht ihm darin die große Zentralbank 
mit einem Netze von Filialen kaum nach, während ein solches Institut in Krisen mit 
seinen akkreditierten Noten am besten „vor dem Riß stehen" kann.
	        

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An Introduction to the Theory of Statistics. Griffin, 1927.
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