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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. — Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

284 Zweiter Teil. Handel. XIII. Buch- und Zeitungswesen. 
hinter derjenigen von Frankfurt a. M., besonders da der Norden noch einen relativ 
geringen Anteil an dem literarischen Leben Deutschlands im Gegensatz zum Süden 
hatte. Mit der Reformation erlitt aber dies Verhältnis eine Änderung, und mit der 
steigenden Bedeutung des Nordens für das deutsche Geistesleben gewinnt auch die 
Leipziger Messe einen wachsenden Einfluß auf den Verkehr des Buchhandels. 
Wie die Reformation auf das gesamte geistige Leben in Deutschland einen völlig 
umwälzenden Einfluß gehabt hat, so hat sie auch den mit der geistigen Kultur Schritt 
haltenden und von ihr abhängigen Buchhandel in neue Bahnen gelenkt, sodaß wir 
mit dem Einsetzen der Reformation auch den Beginn einer neuen Epoche in der 
Geschichte des deutschen Buchhandels annehmen dürfen. War auch die Technik des 
Buchdrucks mit wenigen Änderungen die gleiche geblieben, so waren es jetzt der Inhalt 
der neuen Werke und der erweiterte Absatzkreis der Druckwerke, welcher eine erweiterte 
Vertriebstätigkeit mit sich brachte, die das Aussehen des bisherigen Bücherhandels 
veränderten. Während vorher die lateinisch geschriebenen Folianten die große Mehr 
zahl der Druckwerke ausmachten, gewinnt in der Folgezeit die deutsche Literatur mehr 
und mehr Platz auf dem Büchermarkt. Seit der Einführung der deutschen Schrift 
sprache in die Literatur durch Luther schämte sich auch bald die Gelehrtenwelt nicht 
mehr, sich bei der Abfassung ihrer Werke der deutschen Muttersprache zu bedienen, 
die zwar langsam, aber sicher die lateinische Sprache verdrängt. Reformation und 
Humanismus schufen durch ihre Streitschriften schon eine stattliche Anzahl von literarischen 
Erscheinungen, die nach allen Seiten hin wieder Anregung zu produktiver geistiger 
Täügkeit gaben, und so macht sich im deutschen Volke bald allenthalben ein aus 
gedehntes, schriftstellerisches Schaffen auf allen Gebieten des Wissens bemerkbar. Haupt 
sächlich durch Luthers Flugschriften, ivelche in enormen Auflagen im deutschen Volke 
verbreitet wurden und für die Buchhändler eine Goldgrube waren, wurde das Lese 
bedürfnis im deutschen Volke geweckt und die Anteilnahme aller Stände am geisttgen 
Leben gefördert. Schon äußerlich am Format der Erscheinungen zeigt sich die Ver 
änderung, indem die großen Folianten mehr und mehr durch handliche Bücher in 
kleinerem Format verdrängt werden, die sich überall leicht Eingang verschafften. Der 
deutsche Buchhandel paßte sich diesen veränderten Verhältnissen mit Freuden an und 
machte sich die gesteigerte Produktion und den vergrößerten Absatzkreis zu nutze. 
Allerorten sehen wir eine eifrige Druck- und Verlagstätigkeit sich entfalten, besonders 
auch im Norden Deutschlands, der bisher hinter dem Süden weit zurückgestanden hatte, 
diesen jetzt aber sogar bald überholte. Infolge des Hcrvortretens einer nationalen 
Literatur tritt der internationale Charakter des bisherigen Buchhandels mehr zurück. 
Der Büchervertrieb setzt aber innerhalb der engeren Grenzen auch weit intensiver ein. 
Nicht nur in den großen Städten und an den Universitäten begegnen wir ansässigen 
Sortimentsbuchhändlern, sondern auch kleinere Reichs- und Landstädte haben bereits 
ihre Buchhändler, welche die Stadt und deren Umgebung mit den Erscheinungen des 
deutschen Büchermarttes versorgen. Obwohl der Wandervertrieb nicht aufhört, so 
gewinnt doch der ansässige Buchhandel die weitaus größere Bedeutung für den Bücher- 
verttieb. Die Verleger selbst geben meist den Wandervertrieb durch ihre Diener auf 
und halten dafür ein oder mehrere Sortimentslager. Am die Mitte des 16. Jahr 
hunderts weist der Buchhandel bereits eine ähnliche Gliederung wie der heutige auf.
	        

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Ferdinand Lassalle. Verlag Ullstein & Co, 1919.
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