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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

2. Weltwirtschaft und Nationalcrziehung. 
343 
Zusammenbruch der alten gewerblichen Ordnung ganz unvermeidlich wurde: die Ver 
flechtung der Industrie in den Weltmarkt ist noch heute das Haupthindernis, welches 
einer energischen Besserung der Arbeiterverhältnisse im Wege steht, und die Arsache 
des schwierigsten Problems in der sozialen Frage, nämlich der Ausgabe, die Pro 
duktion der verschiedenen Länder in Übereinstimmung zu bringen mit dem schwankenden 
Bedarfe des Marktes. 
2. Weltwirtschaft und Nationalerziehung. 
Von Alexander Wernicke. 
Mernicke, Weltwirtschaft und Nationalerziehung. Vortrag. Londerabdruck aus den 
Neuen Jahrbüchern für Pädagogik. >900. Leipzig, B. «8. Teubner, >900. S. W—1,8. 
Die Gegenwart stellt unserem Volke vor allem eine Aufgabe: die Stellung auf 
dem Weltmärkte, die es in harter Arbeit errungen hat, zu behaupten und weiter zu 
befestigen. Eine Nation kann sich ja nicht aus dem Getriebe der Weltwirtschaft lösen, 
sic kann nicht, dem Lange zur Beschaulichkeit folgend, beiseite treten vom Schauplatze 
der Völker; das kann wohl der einzelne tun im Volke, wenn er selbst die nötigen 
Mittel hat, oder wenn andere ihm diese gewähren; aber in der Gegenwart ist kein 
Volk im stände, sich allein für sich zu erhalten, und noch nie hat ein Volk dein anderen 
freiwillig gegeben, was dieses zu seinem Anterhalte bedarf. Darum muß jede Nation 
in den Kampf um den Weltmarkt eintreten, wenn sie sich behaupten will, und in ihm 
zu siegen versuchen, denn die Nation, welche in jenem Kampf unterliegt, vermag auch 
nicht auf die Dauer einzelnen ihrer Glieder die freie Muße zu gewähren, welche Kunst 
und Wissenschaft und das Patenkind beider, die Philosophie, für sich fordern. 
Diese Überzeugung zu wecken und lebendig zu erhalten, ist die vornehmste Auf 
gabe der Gegenwart, über die freilich die Vergangenheit nicht vergessen werden darf. 
Die Tatsache der Weltwirtschaft zwingt uns zur Nationalerziehung, d. h. 
zu einer planmäßigen Einwirkung auf die Glieder unserer Nation, soweit sie einheitlich 
zum Staate des neuen Reiches verbunden sind, zu einer Einwirkung, bei welcher das 
Wohl der Nation, das äußere und das innere, das gegebene Ziel ist. 
Diese Nationalerziehung steht im Gegensatz zu dem kosmopolitischen Lumanismus, 
von dem man einstens geträumt hat; sie steht aber auch im Gegensatze zu jedem 
nationalen Chauvinismus, ihr letztes Ziel ist die Erzeugung eines nationalen Lumanismus, 
die Spiegelung des Allgemein-Menschlichen in dem Grunde eines lebensvollen Volkes. 
Mit größeren. Recht als für den einzelnen gilt für ein Volk das Wort des Aristoteles: 
„Es ist der Geist, der sich den Körper baut." 
Suchen wir die Aufgaben einer solchen Nationalerziehung zu bestimmen, so ist 
vor allem zu bemerken, daß die stabilen Verhältnisse der Weltwirtschaft, in denen 
vielleicht der Traum einer wirklichen Menschheit zur Erscheinung gelangt, noch in 
weiter, weiter Zukunft liegen. Rechnen können wir nur mit dem Kampfe um den 
Weltmarkt, der in theoretischer Linsicht friedlich ist und es im allgemeinen auch in 
pruxi bleibt, solange ein schlagfertiges Leer und eine mächtige Flotte dem Wirtschafts 
leben des Landes die nötige Stütze geben. 
Die erste Forderung der Nationalerziehung ist also, überall im Volke Klarheit 
darüber zu verbreiten, daß eine möglichst starke Stellung auf dem Weltmärkte eine 
unbedingte Notwendigkeit ist, ferner, das Wollen und Empfinden in den Dienst dieser 
Einsicht zu stellen und auch demgemäß zu handeln. Dazu gehört im einzelnen:
	        

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Volkswirtschaftliches Lesebuch Für Kaufleute. Verlag der Waldow’schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler), 1905.
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