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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

344 Vierter Teil. Weltwirtschaft und .Handelspolitik. I. Weltwirtschaft. 
1. die Verbreitung wirtschaftlicher Einsicht, einschließlich der Förderung und 
Ausdehnung der Fortbildungsschulen und Berufsschulen; 
2. tatkräftige Fördenmg der nationalen wirtschaftlichen Anternehmungen, ein 
schließlich der Kolonialbestrebungen; 
3. Erhaltung und Ausgestaltung von Leer und Flotte, welche ebenso wie der 
Lande! in unserem Zeitalter als wirtschaftlich produktiv aufzufassen sind; 
4. Anpassung der Verwaltung und Rechtsbildung an die wirtschaftlichen Ver 
hältnisse der Gegenwart; 
5. Verstellung eines Gleichgewichts zwischen den vielgestaltigen Anforderungen 
unserer Zeit und der körperlichen Leistungsfähigkeit der Individuen durch Förderung 
und Ausbreitung der Bestrebungen für Leibesübungen, vielleicht auch der Landarbeit 
(Lygiene). 
Die zweite Forderung der Nationalerziehung besteht darin, dafür zu sorgen, daß 
die alten Aufgaben der Nation nicht über den neuen vernachlässigt werden, daß diese 
ihrer Geschichte getreu bleibt. 
Als dritte und letzte Forderung der Nationalerziehung möchte ich den Nachweis 
bezeichnen, daß die alten und die neuen Aufgaben der Nation miteinander verträglich 
find, woraus natürlich auch die Notwendigkeit folgt, dieser Einsicht gemäß zu handeln. 
Dabei wird man — um eine auf dem Gebiete des Wirtschaftslebens viel besprochene 
Frage zu berühren — dem Staate von vornherein das Recht zugestehen müssen, überall 
da einzugreifen, wo der Gemeinsinn nicht stark genug ist, egoistische Sonderbestrebungen 
zu unterdrücken. 
Im einzelnen möchte ich hier noch die Forderung hervorheben, daß die Träger 
der alten und der neuen Aufgaben sich immer mehr gegenseittg verstehen und achten 
lernen, mehr, als dies im allgemeinen zur Zeit der Fall ist. Die Überschätzung des 
eigenen und die Anterschätzung des fremden Berufes ist heute noch weit verbreitet. 
Dazu kommt ferner die Forderung, daß sich innerhalb desselben Berufes die verschiedenen 
Verzweigungen und die verschiedenen Stufen wirklich in ihrer gegenseitigen Bedeutung 
anerkennen. 
Was hier noch zu tun ist, zeigt sich am besten, wenn man die tatsächlichen 
Beziehungen der Vertreter des Wirtschaftslebens und der Vertreter der sogenannten 
gelehrten Berufe betrachtet, die ja gewissermaßen die beiden Enden in der Kette unserer 
Berufsstände bilden. Wie fremd stehen jene oft den Aufgaben und Leistungen der 
reinen Wissenschaft und Kunst gegenüber, — anderseits ist weder bei der Eröffnung 
des Nordostseekanals noch bei der Übergabe der Brücke bei Mttngsten der Ingenieure, 
welche diese Riesenwerke geschaffen haben, mit einem Worte gedacht worden. 
Der Aufwand von Verstand und Willen im wirtschaftlichen Leben ist mindestens 
ebenso groß wie in der reinen Wissenschaft, man denke z. B. bloß an die Kette von 
Überlegungen, die ein Großkaufmann nötig hat, um etwa nur den wahrscheinlichen 
Preis des nordamerikanischen Weizens in Deutschland für eine bestimmte Zeit fest 
zustellen, und an die Landlungen, welche dieser Überlegung folgen müssen. Schon 
Goethe sagt uns: „Ich wüßte nicht, wessen Geist ausgebreiteter wäre, ausgebreiteter 
sein müßte, als der Geist eines echten Landelsmanns." And wie sind seitdem die 
Anforderungen gewachsen! Freilich kommt es ja nicht bloß auf eine reiche Entfaltung 
des Verstandes und auf eine mächtige Äußerung des Willens an, es handelt sich auch 
darum. Bleibendes zu schaffen. Nun, aus dem Wirtschaftsleben heraus ist ja gerade 
die Wissenschaft erwachsen, welche wir als Wirtschaftslehre bezeichnen, und ich stehe 
nicht an zu behaupten, daß sie an ihre Jünger in jeder Beziehung die höchsten 
wissenschaftlichen Anforderungen stellt, die überhaupt denkbar sind. Aber das Gemüt! 
And der Idealismus! Was heißt Idealismus? Lier scheue ich mich nicht, eine 
Definition zu versuchen: Ideal ist nur eines in der Welt, nämlich die selbstlose
	        

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Volkswirtschaftliches Lesebuch Für Kaufleute. Verlag der Waldow’schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler), 1905.
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