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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

350 Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik. I. Weltwirtschaft. 
bemerkbar, so ändert es doch die Stellung des Themse-Landels zu jenen Erdstrichen 
von Grund aus und trägt vor allem den Keim unaufhaltsamen Fortschritts in sich' 
die Bresche ist geschlagen. 
Für Bremen ist es charakteristisch, daß es sich trotz wenig günstiger Lage durch 
eine festgefügte Organisation den Großhandel zweier Artikel erhalten hat, die es sonst 
wohl an das Hinterland hätte abgeben müssen: Baumwolle und Petroleum. 
Die Bremer Baumwollbörse ist die einzige Vereinigung dieser Art, die sich 
grundsätzlich und tatsächlich über den Ortsbereich ihres Sitzes hinaus erstreckt. Die 
Gefahr, daß die in Mittel- und Süddeutschland domizilierten Spinnereien dem allgemeinen 
Zug der Entwicklung folgten und unter Amgehung des bremischen Eigenhandels sich, 
gestützt auf die Arbitration der Liverpooler Börse, in unmittelbare Verbindung mit den 
amerikanischen Exporteuren setzten, hat hier erfinderisch gemacht: im Jahr 1886 ist die 
Mitgliedschaft der Bremer Börse auf die innerdeutschen Interessenten ausgedehnt und 
diesen eine besondere Vertretung im Vorstand eingeräumt worden; einige Jahre darauf 
sind auch die österreichischen Spinner beigetreten. Infolgedessen besteht jetzt der Vorstand 
der Baumwollbörse Bremens aus zwölf bremischen Mitgliedern und sieben Vertretern 
der Baumwollspinner; und zwar entsendet der Verein Süddeutscher Baumwollspinner 
(Augsburg), das Elsässische Industrielle Syndikat (Mülhausen), der Verein Sächsischer 
Spinnereibesitzer (Chemnitz), der Verband Rheinisch-Westfälischer Baumwollspinner 
(M. Gladbach), der Verband der Krimmitschauer und Werdauer Vigognespinner und 
endlich der Verband der Baumwollindustriellen Österreichs (Wien) je einen Vertreter, 
während das siebente Spinnermitglied von den Delegierten der erstgenannten fünf 
deutschen Verbände erwählt wird. — Durch diese Organisation ist es gelungen, das 
Interesse der Großkonsumenten mit dem Bestand der Bremer Baumwollbörse zu ver 
knüpfen und ihr durch die Zuweisung sämtlicher Arbitrationen die Grundlage einer 
selbständigen Börsentätigkeit sowie die Macht zu wirksamer Vertretung der deutschen 
Ansprüche gegenüber den überseeischen Lieferanten und gegenüber den Verfrachtern zu 
geben; wiederholt können die Jahresberichte von Erfolgen erzählen, die in der Fest 
setzung der Lieferungsbedingungen, insbesondere in den Qualitätsbestimmungcn und in 
der Auslegung der Verschiffungsgebräuche erzielt worden sind. Mit der Börse ist 
aber zugleich für den bremischen Eigenhandel ein weites Feld selbständiger Betätigung 
erhalten geblieben, da dasselbe Interesse, das die Spinner zum Beitritt zu der eigen 
artigen Organisation veranlaßt, sie auch darauf führt, sich in ihren Rohstoffabschlüssen 
der Vermittlung der bremischen Kaufmannschaft zu bedienen, wie überhaupt das auf 
realer Grundlage beruhende Bestehen einer Börse immer wieder Verkehr herbeilockt. 
Während also Lavre zu gutem Teil seinen Baumwollhandel an die Mittelpunkte 
des nordfranzösischen Jndustriebezirks hat abgeben müssen, während auch Bremen selbst 
im Wollegeschäft seine Position nicht behaupten kann, hat es doch im Baumwollhandel, 
der allgemeinen Entwicklungsrichtung entgegen, seine Bedeutung noch gesteigert und ist 
jetzt der einzige Platz der Erde, der sich ebenbürtig neben Liverpool stellen kann. 
Ferner ist Bremen der Sitz der Deutsch-Amerikanischen Petroleum-Aktien 
gesellschaft und damit eines Unternehmens geworden, das in ganz Mitteldeutschland 
den Verkauf des amerikanischen Petroleums beherrscht, das auch in West- und Süd 
deutschland unmittelbar tätig ist und auf Ostdeutschland durch die mit ihm finanziell 
zusammenhängende Königsberger Landelskompagnie Einfluß gewonnen hat. Die 
bremische Gesellschaft ist unter den von der Standard Oil Company für den 
europäischen Absatz gegründeten Unternehmungen die größte geworden; weder die 
Anglo-American Oil Company Londons, noch die American Petroleum Company 
Rotterdams, noch die vanslce Petroleum Aktieselalcab Kopenhagens, noch endlich 
die Iocieta Italo-Americana del Petrolio Venedigs können sich an Weite des 
zugewiesenen Geschäftsbereichs oder an Löhe des Umsatzes mit ihr messen. Dabei ist
	        

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Volkswirtschaftliches Lesebuch Für Kaufleute. Verlag der Waldow’schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler), 1905.
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