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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

362 Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik. II. Industriestaat. 
fremde Staaten oder eigene Kolonien — um jeden Preis niederzuhalten, z. B. dadurch, 
daß sic der Ausfuhr von Kapitalien, Arbeitskräften, Maschinen wehrte. 
Es war eine der geistigen Großtaten des jungen Liberalismus (D. Hume, 
Ad. Smith), daß er die theoretische Basis dieser Politik der „Kandelseifersucht" 
zerstörte, — daß er die Doktrin von der absoluten Disharmonie der wirtschaftlichen 
Interessen der Völker verneinte. 
„Im Verhältnis, wie die Bewohner eines Landes wohlhabender und geschickter 
werden," — heißt es bei Äumc — „steigern sich ihre Bedürfnisse; je mehr sie selbst 
produzieren, je größer die Menge austauschfähiger Dinge, die sie hervorbringen, desto 
mehr können und werden sie von den Bewohnern anderer Länder kaufen, desto bessere, 
kauffähigere Kunden für diese werden. . . . Die nationale Industrie eines Volkes kann 
selbst durch den größten Wohlstand seiner Nachbarn keinen Schaden nehmen. . . . 
Falls freier Verkehr zwischen ihnen besteht, wird die nationale Industrie einer 
jeden Nation durch die zunehmende Kultur aller anderen eine Steigerung erfahren." 
„Freimütig will ich gestehen," — so schließt der berühmte Essay über die 
„Kandelseifersucht" —, „daß ich nicht nur als Mensch, sondern auch als Engländer 
den wirtschaftlichen Fortschritt Deutschlands, Spaniens, Italiens und selbst Frankreichs 
— des Feindes — wünschte; England wie alle übrigen Nationen würden blühender sein." 
Wenden wir diese Sätze auf die Doktrin von der „rückläufigen Bewegung" an, 
deren theoretische Basis genau die gleiche ist, wie die der Politik der „Kandels 
eifersucht". 
Wenn die Rohstoffstaaten von heute künftig industriell emporkommen, wenn sie 
gewisse Fabrikate, die sie jetzt schon produzieren, und andere Fabrikate, die sie heute 
noch nicht produzieren, so billig zu erzeugen lernen werden, daß bezüglich jener wie 
dieser die Konkurrenzfähigkeit der Industriestaaten aufhört, so muß natürlich in den 
betreffenden Exportindustrien Westeuropas eine rückläufige Bewegung sich einstellen, 
welche für die Kapitalisten, Unternehmer, Arbeiter, die in ihnen tätig waren, fatal ist. 
Nicht aber muß die „Exportindustrie" Westeuropas als ganze zusammenschrumpfen. 
Ist auch das Rentabilitätsintereffe gewisser Berufsgruppen durch das Empor 
kommen der „Industrie" in den Rohstoffstaaten bedroht, so dagegen nicht, wenigstens 
nicht notwendigerweise, das Produktivitätsinteresse der Völker. Im Gegenteil: es 
kann sein, daß neue, die Produktivität der nationalen Arbeit hier wie dort steigernde 
Beziehungen des Verkehrs, neue Formen der Arbeitsteilung zwischen den einstigen 
Rohstoffstaaten und den Industriestaaten sich bilden. Nur eine Verschiebung 
innerhalb der „Exportindustrie" der letzteren muß eintreten. Daß ein Rückgang ein 
treten werde, ist nichts weniger als gewiß. 
Der Grundfehler der Doktrin von der „rückläufigen Bewegung" liegt darin, daß 
sie mit dem allgemeinen Begriffe „Exportindustrie", bez. „Industrie" operiert. Ein 
Plus an gewissen Industrien in den Rohstoffstaaten wird ein Minus an gewissen 
Exportindustrien in den Industriestaaten zum Korrelat haben, aber Wachstum der 
„Industrie" dort verträgt sich durchaus nicht nur mit Aufrechterhaltung, sondern sogar 
mit Wachstum der „Exportindustrie" hier. 
Oft genug schon haben warnende Finger das Mene Tekel an die Wand des 
westeuropäischen Industriepalastes geschrieben, — er steht aber noch immer. 
Die Industrialisierung der Rohstoffstaaten von einst ist weiter und weiter vor 
geschritten. Aber nicht in den „Kongonegern" Engels oder den „Antipoden" Oldenbergs 
haben die alten Industriestaaten die Ersatzmänner der ihnen durch jene Entwickelung 
verloren gegangenen Abnehmer gewisser Fabrikate sich suchen müssen, —- sie haben sie 
vielmehr, großenteils, gefunden in den kaufkräftiger gewordenen Konsumenten der Völker, 
deren gewerbliches Emporkommen man in England und Frankreich einst fürchten zu 
müssen wähnte, — Deuffchlands, Belgiens, der Schweiz. Die neuen Industriestaaten
	        

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The Stock Market Crash - and After. Macmillan, 1930.
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