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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

5. Aus meiner parlamentarischen Tätigkeit. 
387 
25* 
Preußens Legemonie erstehen soll. Zweitens, eng zusammenhängend mit dem eben 
genannten imstande, zeigt sich insbesondere seit Ende der fünfziger Jahre mächtig eine 
wirtschaftliche spontan freihändlerische Bewegung, welche in der Folge den politischen 
Bestrebungen Preußens in der Deutschen Frage ein wertvoller, ja unentbehrlicher 
Bundesgenosse wurde. 
5. Aus meiner parlamentarischen Tätigkeit. 
(Der deutsch-französische Handelsvertrag). 
Von Werner v. Siemens. 
v. Siemens, Lebenseriiinermige». 7. Aufl. Berlin, Julius Springer, (904. S. (87—(88 
und S. (93—(95. 
Bis zum Jahre 1860 war ich mit wissenschaftlichen und technisch-praktischen 
Arbeiten so vollauf beschäftigt, daß ich der Politik ganz fernblieb. Erst als unter 
der Regentschaft des Prinzen von Preußen die politische Erstarrung und der Pessimismus, 
die bis dahin fast ausschließlich herrschten, sich milderten und freiere politische An 
schauungen sich wieder hervorwagten, schloß ich mich dem unter Bennigsens Führung 
gebildeten und vom Äerzog Ernst von Koburg-Gotha beschützten Nationalverein an. 
Ich wohnte seiner konstituierenden Versammlung zu Koburg bei und beteiligte mich 
fortan als treuer Bundesgenosse an seinen Bestrebungen, Hierdurch und durch meine 
lebhafte Betätigung bei den Wahlen zum Landtage wurde ich mit den leitenden Po 
litikern der liberalen Partei näher bekannt. Ich besuchte die Versammlungen der in 
Bildung begriffenen neuen liberalen Partei und nahm teil an den Beratungen über 
Programm und Namen derselben. Die Mehrheit war geneigt für den Namen 
„Demokratische Partei" zu stimmen, während Schulze-Delitzsch sie „Deutsche Partei" 
taufen wollte. Ich schlug vor, den Namen „Fortschrittspartei" zu wählen, da es mir 
angemessener schien, die Tätigkeitsrichtung als die Gesinnung durch den Parteinamen 
zu bezeichnen. Es wurde beschlossen, meinen Vorschlag mit dem von Schulze-Delitzsch 
zu vereinigen und die neue Partei „Deutsche Fortschrittspartei" zu nennen. 
Die Aufforderung, mich zum Abgeordneten wählen zu lassen, hatte ich wieder 
holt abgelehnt, hielt es aber im Jahre 1864 für meine Pflicht, die ohne meinen An 
trag auf mich gelenkte Wahl zum Abgeordneten für den Bezirk Solingen-Remscheid 
anzunehmen. 
In den drei Jahren meiner parlamentarischen Tätigkeit habe ich in Kommissions- 
sihungen und Parteiversammlungen bei den drei einzigen Gesetzen, die durch Äberein- 
stimmung mit Regierung und Herrenhaus Gesetzeskraft erhielten, tätig mitgewirkt. Ich 
war Spezialreferent der Abteilung „Metalle und Metallwaren" des deutsch-französischen 
Handelsvertrages und glaube, durch ein eingehendes Referat, das ich über diesen am 
heftigsten bestrittenen Teil des Vertrages ausarbeitete, nicht unwesentlich zur schließ- 
lichen Annahme desselben beigetragen zu haben. Leider brachte mich dieses Referat 
in Konflikt mit meinem Wahlbezirke. Dieser entsandte eine besondere Deputation an 
das Abgeordnetenhaus, um gegen den Artikel zu protestieren, der es verbot, Fabrikate 
mit den Firmen und Fabrikzeichen der Fabrikanten eines anderen Landes zu bezeichnen. 
Die Solinger und Remscheider Industriellen erklärten, daß es herkömmlich und allgemein 
üblich wäre, die besseren, in der Regel von englischen Fabrikanten und Händlern 
bestellten Waren mit einem englischen Fabrikationsstempel nach deren Angabe zu ver 
sehen, und daß ihr Geschäftsbetrieb schwer geschädigt werden würde, wenn man ihnen
	        

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Volkswirtschaftliches Lesebuch Für Kaufleute. Verlag der Waldow’schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler), 1905.
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