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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünfter Teil. — Verkehrswesen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

3, Deutsches Verkehrswesen im Mittelalter. 
409 
Lersbrück—Nürnberg. Außerdem war, wie nochmals hervorzuheben, eine große Anzahl 
von Fahrwegen verschiedener Art vorhanden, welche zum Teil zeitweise eine größere 
Bedeutung erlangten als die hier mit ihren geographisch belangreicheren Stationen 
genannten. Zudem ist noch die gleichfalls schon angedeutete Ausdehnung der Binnen 
schiffahrt des Mittelalters zu erwähnen. Sodann kommt die große Mainz-Leipziger 
Route nach Schlesien in Betracht. Ihren Verlauf bezeichnen wir mit Höchst, Frankfurt, 
Schlüchtern, Fulda, Vacha a. d. Werra, Salzungen, Eisenach, Gotha, Erfurt, Eckarts 
berga, Naumburg, Leipzig, Oschatz, Boriz (oberhalb Riesa), Großenhain, Kamenz, 
Bautzen, Görlitz. Endlich hatte noch die Verbindung Kölns mit dem Gebiet der 
Mittelelbe vielfache Wichtigkeit. Sic vollzog sich am kräftigsten über Altena, Iserlohn, 
Soest, Lippstadt, Paderborn, Höxter, Eimbcck, Gandersheim, Wolfenbüttel. 
Im Tiefland kam man allmählich dem Transportbedürfnissc auch durch Kanalbau 
nach. Lüneburg verband im 14. Jahrhundert durch eine solche Wassersttaße die 
Ilmenau nordöstlich mit der Elbe. Spätestens um die gleiche Zeit wurde auch die bei 
Lauenburg mündende Delvenau vertieft und durch einen Kanal mit dem Travenebenfluß 
Steckenitz verbunden. (Z. B. führten 1398 direkt von Lüneburg 30 Schiffe Salz und 
Kalk nach Lübeck). Auch die Verbindung zwischen der Elbe und dem Schweriner See 
und von diesem bis Wismar wurde damals hergestellt, allerdings aber schon gegen 
Ende des 16. Jahrhunderts dem Verfalle überlassen. Auf den Flüssen aber begann 
meist weit oben die Schiffahrt. Z. B. berichtet Einhard, daß Karl der Große von 
Ansbach (St. Gumbert) zu Schiff nach Würzburg (St. Kilian) gefahren fei: gewiß 
also nicht vielleicht in einem Fischernachen, denn es geschah offenbar mit dem nöügcn 
Gefolge die fränkische Rezat hinab und weiter. Auch sein Projekt, die heute so 
wichtige schwäbische Rezat als Fortsetzung seines Altmühl-Rednihkanals zu behandeln, 
zeugt von einem weit größeren Wasserreichtum der Flüffe jener Zeiten. Gewässer wie 
die Sieg und die Fulda waren in dem größeren Teil ihres Laufes befahren. Auch 
in Bergfahrt ward bei der Billigkeit der Zugkräfte so manche Stromstrecke benützt, die 
heute, abgesehen von der Fahrtiefe, auch für Dampfer nicht in Bettacht kommen kann: 
beladene Fahrzeuge drängte man z. B. den Inn bis Innsbruck hinauf, obwohl 
20 Ochsen als Anspann nötig waren. 
Allein man kann auch mit einer ausgedehnteren Exemplifikation in dieser Beziehung 
doch in der ganzen damaligen Schiffahrt, einzelne längere Strecken der Elbe, kürzere 
Abschnitte der Oder, der Donau und Weichsel und der größten Nebenflüsse dieser 
Hauptströme ausgenommen, kein Mittel für zeitliche Entfernungskürzung erkennen, 
sobald man Distanzen von mindestens 15—20 Meilen in Rechnung bringt. Denn 
man wird immer festhalten müssen, daß man auf Nachtfahrt verzichtete, daß besonders 
wegen Strombettveränderungen oder entwurzelter Bäume damals der LIntiefen weit 
mehr waren als heute, daß Zollstätten vielfach aufhielten, daß Jnundationen über 
versumpfte Aferstrecken bei Lochwasser und nach dessen Ablauf in ausgedehnter Weise 
das Treffen oder Festhalten der Fahrrinne erschwerten usw. Dies alles freilich tat der 
quantitativen Benützung wenig Eintrag. 
Die Flußschiffe entsprachen selbstverständlich dem sehr verschiedenen Bedürfnisse, 
waren aber ihrer Gestalt nach, wenn man nach einzelnen Abbildungen oder nach den 
seit so und so viel Jahrhunderten anerkannt noch heute in Gebrauch stehenden Strom 
kähnen des Nordostens Deutschlands schließen darf, ziemlich plump und von roher 
Arbeit, also leichter dem Auflaufen ausgesetzt, allerdings auch Erschütterungen mehr 
gewachsen. 
Zu Lande aber war der vierrädrige, unbedeckte Fuhrwagen immer mehr in 
Übung gekommen. Auch die Personenwägen entbehrten aller schützenden Bedeckung. 
Der Aufsatz auf den Achsen wechselte je nach dem Herkommen der Landschaft. Doch 
war die Verwendung eines länglichen offenen Kastens offenbar sehr verbreitet, wodurch
	        

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Volkswirtschaftliches Lesebuch Für Kaufleute. Verlag der Waldow’schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler), 1905.
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