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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

468 Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in Amerika. 
durch die Materialverteuerungen und die Lohnsteigerungen eigentlich dazu gezwungen 
gewesen sei; man wolle vielmehr durch den Trust eine weitere Spezialisierung und 
Verbilligung durchführen und damit die Gewinne zu erhalten suchen. 
Daneben glaubt man durch den Trust in der Lage zu sein, sich in der Beschaffung 
des Rohmaterials durch Anlage eigener Hüttenwerke unabhängig machen zu können. 
Neben diesen Vorteilen, welche die Trusts bieten, scheint mir ein Nachteil nicht 
ohne Bedeutung zu sein. Diesen erblicke ich in der Ausschaltung der persönlichen 
Sorge, wie sie der frühere Besitzer der Werke in eigener Verwaltung seinem Besitze 
zuwandte, und von der in manchen Fabrikationszweigen der Fortschritt in der Güte 
der Waren abhängig war und noch ist. 
Da das Publikum im allgemeinen die Empfindung hat, daß die allgewaltigen 
Trusts ihm die Preise der Waren diktieren, so sind dieselben natürlich nicht populär; 
man hat ja auch gesetzliche Maßnahmen verlangt, um die Macht der Trusts zu brechen, 
bisher ohne durchgreifenden Erfolg. Die wirksamste Maßregel würde die Änderung 
der Zollpolitik, ein Aufgeben des Prohibitivsystems sein; aber dafür sind meines 
Erachtens in der nächsten Zukunft keine Aussichten vorhanden. Der große wirtschaft 
liche Aufschwung in den Vereinigten Staaten während der letzten fünf Jahre ist allen 
Kreisen der Bevölkerung zugute gekommen, wie sich dies in der Köhe der Löhne und 
der riesigen Zunahme der Spareinlagen ausdrückt; man fürchtet sich vor einer radikalen 
Änderung der Wirtschaftspolitik, tvie sie mit dem Wechsel der Regiemng verbunden 
sein könnte, und ihren Folgen. Dazu kommt die große persönliche Beliebtheit des 
Präsidenten Roosevelt, so daß dessen Wiederwahl als ziemlich sicher angesehen werden 
kann, womit eine baldige und gründliche Änderung der Zollpolitik ausgeschlossen erscheint. 
Zur Anbeliebtheit der Trusts hat zweifellos auch die Art der Gründung mancher 
derselben beigetragen. Es ist bekannt, daß häufig Werte in die Trusts aufgenommen 
worden sind, deren Vorhandensein schwer nachzuweisen war. Sodann sind Gründer 
provisionen gezahlt worden, die geradezu unglaublich sind. Manche Trusts brachen 
nach kurzem Leben unter den großen Belastungen zusammen, bei anderen werden sie 
sich später bemerkbar machen; aber man muß sich doch hüten, die ganze Wirtschafts 
form nach diesen bei ihrer Entwicklung gemachten Fehlern zu beurteilen. Ich glaube, 
daß sie bestehen bleiben wird, daß sic in der Hauptsache ein Fortschritt sein wird, und 
daß Amerika den anderen Ländern gegenüber durch die Macht, welche solchen großen 
Einheiten innewohnt, einen Vorsprung in der Konkurrenz auf dem Weltmärkte 
gewonnen hat. 
5. Zur Entstehung großer Vermögen« 
Von Julius Wolf. 
Wolf, System der Sozialpolitik. Bd. Sozialismus und kapitalistische Gesellschaftsordnung. 
Stuttgart, I. G. Cotta Nachfolger, ;sg2. S. 552—5,57. 
Der Börsengelvinn wird vom gemeinen Leben als Spiel- oder Glücksgewinn, 
von der Nationalökonomie als Konjunkturalgewinn bezeichnet. 
Ersteres ist er nun sicher nicht. Von einem Glücksversuch ist an der Börse nicht 
die Rede. Niemand kaust eine Aktie „auf gut Glück", so wie er etwa ein Los 
erwirbt, sondern er kaust, wenn er zu Spekulationszwecken kauft, lveil er glaubt, 
gegründete Hoffnung auf eine Preissteigerung zu haben. Bei der mangelnden Sicherheit 
hat allerdings, insbesondere wenn der sogen. Spieler mit den Verhältnissen nur wenig
	        

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Volkswirtschaftliches Lesebuch Für Kaufleute. Verlag der Waldow’schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler), 1905.
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