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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

480 
Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in Amerika. 
sah ich solche von ca. 60 000 Pfd. Tragfähigkeit (ca. 30 Tonnen) mit vier Achsen, 
doch kommen auch Wagen bis zu 45 t Tragfähigkeit vor. Die Gestellung ähnlich 
großer Wagen in Deutschland, woselbst man bisher nur bis zu den 15 t-Wagen 
gekommen ist, ist bekanntlich eine alte Forderung der Montanindustrie. Im übrigen 
liegen die Verhältnisse unseres Verkehrs wesentlich anders als in den Vereinigten 
Staaten, so daß die dort getroffenen Einrichtungen, auch insoweit sie sich gut bewährt 
haben, nicht ohne weiteres auf Deutschland übertragen werden können. Allgemein ein 
geführt zu sein scheint das Einpuffer- und das Selbstkuppelungssystem, deren Einführung 
auch unsere Verwaltungen bekanntlich seit längerer Zeit erörtern und deren Vorzüge im 
Prinzip allseitig anerkannt sein dürften. 
Im Personenverkehr besteht bekanntlich nur eine Wagenklasse durch Gesetz, 
tatsächlich ergeben sich aber ünterschiede durch die Wagen der Pullmangesellschaft, die 
in jedem Schnellzug eingestellt sind, oder aus denen auch ganze Züge bestehen. Auf 
den Strecken, die ich durchfuhr, waren auch die gewöhnlichen Personenwagen durch- 
gehends von guter Beschaffenheit. Sie sind allgemein höher und geräumiger wie die 
deutschen und entsprechen im übrigen etwa unserer zweiten Klasse. Für Toiletten und 
Trinkwasser ist durchschnittlich besser gesorgt als bei uns. Ob das dort eingeführte 
Einraumsystem (mit 80 Plätzen) oder unser Coupesystem den Vorzug verdient, ist eine 
Geschmacksfrage, die hier nicht erörtert werden soll. Für Amerika ist jedenfalls die 
dortige Einrichtung schon wegen des Fehlens der Klassenunterschiede die beste. Das 
Publikum gewöhnt sich dadurch besser an gegenseitige Rücksichtnahme, und in der Tat 
habe ich unangemessenes Betragen einzelner Fahrgäste nicht beobachtet. Überhaupt 
fällt im Verkehr zwischen allen Schichten der Bevölkerung, auch zwischen Vorgesetzten 
und üntergebenen, Beamten und Publikum eine ruhige Gleichmäßigkeit, bei einfacheren 
äußeren Formen angenehm auf, ebenso eine große Geduld des Publikums gegen 
über programmwidrigen Zwischenfällen des Verkehrslebens. Die Beleuchtung der 
Wagen geschieht überwiegend durch Gaslicht, nur in einzelnen Wagen fand ich neben 
Gas elektrisches Licht vor. Was nun die Pullmanwagen betrifft, so zeichnen sich die 
selben durch eine vorzügliche und reiche Ausstattung aus. Sie bestehen teils aus 
Schlaf-, teils aus Salon- (Parlor-) und Speisewagen. Erstere sind so eingerichtet, 
daß man tagsüber in ihnen sitzen kann. Da Leeren und Damen in demselben Raum 
untergebracht und die Betten nur durch Portieren gegen den Mittelgang abgeschlossen 
sind, so ergibt sich eine große ünbcquemlichkeit im Aus- und Ankleiden. Auch ist die 
Anordnung der Waschräume (je einer für Damen und Lerren) nicht angenehm. 
Berücksichtigt man indessen, daß die Schlafwagen oft tagelang unterwegs sein müssen, 
so ist nicht zu verkennen, daß sie ihren Doppelzweck, der Benutzung bei Tag und 
bei Nacht gut entsprechen. Für unsere Verhältnisse aber erscheinen sic iricht vor 
bildlich, vielmehr dürste das Coupesystem bei uns entschieden den Vorzug verdienen; 
nur sollte der verfügbare Raum etwas reichlicher bemessen sein. Die Parlorwagen 
ertthalten bequeme Sessel, haben große Aussichtsfenster und sind vortrefflich beleuchtet. 
Zn einzelnen Wagen befinden sich Rauchzimmer, zuweilen auch eine kleine Bibliothek 
mit einem Schreibtisch. Die Speisewagen sind in gleicher Art eingerichtet wie bei 
uns, aber geräumiger und weit schöner ausgestattet. Das Lolzwerk in den Pullman 
wagen besteht meist aus Mahagoni und ist oft mit schönen Schnitzereien versehen. Das 
Essen ist gut und nicht zu teuer (Diner zu 1 Dollar). 
Der Zuschlag für die Benutzung der Pullmanwagen (für die Nacht 2—2 V* 
Dollars) ist nicht hoch zu nennen. Im übrigen sind die Fahrpreise etwa gleich den 
jenigen unserer 1. Klasse, wobei indes die allgemein höhere Lebenshaltung in Amerika 
zu berücksichtigen ist. 
Das Billetsystem fand ich nicht so prattisch wie bei uns. Man bekommt oft 
für längere Sttecken Zettel von l k m Länge und mehr, deren einzelne Teile nachein
	        

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Study Week on the Econometric Approach to Development Planning. North-Holland Publ. Co. [u.a.], 1965.
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