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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. — Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

6. Die Bedeutung der Lause. 
75 
Amschwungs erfolgt nicht auch eine Trennung der Deutschen in England. Lübeck im 
Bunde mit Lamburg gelingt es, den Vorrang Kölns daselbst zu brechen; die Sonder- 
hansa der Kölner und die anderer Städte wurden in den Äintergrund gedrängt; mehr 
und mehr Städte scharen sich unter Lübecks Banner, unter seiner Führung schwingt 
sich gegen Ende des 13. Jahrhunderts in England die „Lansa Alamanniens" empor. 
Damit war ein gemeinsamer, fester Vereinigungspunkt gegeben, und der bedenkliche 
Gegensatz zwischen den Städten der Ost- und Westsee wenigstens nach außen verdeckt. 
Je mehr unter Lübecks Einfluß die Lansa im 14. Jahrhundert sich konsolidierte und 
ausbreitete, eine je ansehnlichere Macht sie den englischen Königen gegenüber reprä 
sentierte, um so größere Sicherheit war gegeben, nicht nur Privilegien zu erhalten, 
sondern dieselben auch zu bewahren. 
Die fremdenfreundliche Politik der Plantagenets kam ihren Wünschen entgegen. 
Von weitaus nachhaltigstem Einfluß war das Eingreifen Eduards!. Am 1. Februar 1303 
erließ der König die bekannte Charta mercatoria, durch welche er den freien Lande! 
der Fremden in England proklamierte. Indem es von allen Fremden nur den Lansen 
gelang, diese Charte sich dauernd zu sichern und über zwei Jahrhunderte lang dieselbe 
immer von neuem bestätigt zu erhalten, war dieser ursprünglich allgemeine Freibrief 
ein wahrhaft hanseatisches Privileg und das Fundament des hanseatisch-englischen Landels. 
Eduard II. bestätigte den Lansen den erwähnten Brief (1311) und fügte noch 
ein neues Privileg hinzu, indem er die ausschließliche Laftbarkeit des Lauptschuldners 
und seines Bürgen statuierte (1317), sowie das Maklerrecht ihnen erteilte (1316); 
Eduard III. verwehrte den englischen Bürgern, die Rechte der Lansen durch städtische 
Verordnungen zu verkümmern. 
So hatten die Lansen eine Reihe von Privilegien sich verschafft, auf Grund 
deren ein schwunghafter blühender Lande! betrieben werden konnte. 
6. Die Bedeutung der Hanse. 
Von Dietrich Schäfer. 
Schäfer, Die Hanse. Bielefeld und Leipzig, velhagen & Alasing, (903. 5. (3<*—(36. 
Der großartige Aufschwung deutschen Seehandels und deutscher Schiffahrt, den 
wir seit der Begründung unserer wirtschaftlichen und staatlichen Einheit erleben durften, 
ist gelegentlich Anlaß geworden, mit einer gewissen Geringschätzung von den engen 
Grenzen althansischer Tätigkeit und ihrem bescheidenen Können zu sprechen. Man hat 
darauf hingewiesen, wie unbedeutend auch der blühendste Landet der alten Städte ge 
wesen sei, verglichen mit dem Treiben, das sich in unseren großen Verkehrszentten ab 
spielt. Es kann entgegnet werden, daß man sich vor einer Anterschätzung des Alten 
hüten muß; aber das ist nicht das Entscheidende. Ausschlaggebend ist, daß es bei 
einer vergleichenden Beurteilung auf den Amfang des Verkehrs gar nicht ankommt, 
sondern auf die Rangstellung, die eine Nation in ihrer Zeit einnimmt. And da ist 
der Lanse, unvollkommen, stück- und flickwerksarüg, wie sie unseren modernen Augen 
erscheint und auch in mancher Beziehung wirklich war, doch das Verdienst nicht abzu 
sprechen, daß sie durch Jahrhunderte deutsches Volk und deutsche Arbeit zur See und 
im ganzen europäischen Norden nicht nur würdig, sondern gelegentlich geradezu glänzend 
vertreten hat, daß es ihr gelungen ist, nicht nur Lerr des eigenen Landels zu bleiben 
in einem Amfange, wie das gleichzeiüg keine andere Nation des atlantischen Europa
	        

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Volkswirtschaftliches Lesebuch Für Kaufleute. Verlag der Waldow’schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler), 1905.
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