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Abriss einer Geschichte der Theorie von den Produktionsfaktoren

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Bibliographic data

fullscreen: Abriss einer Geschichte der Theorie von den Produktionsfaktoren

Monograph

Identifikator:
880040890
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-3097
Document type:
Monograph
Title:
Die deutsche Volkswirthschaft und der Weltmarkt
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1901
Scope:
1 Online-Ressource (28 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II.
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Abriss einer Geschichte der Theorie von den Produktionsfaktoren
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel
  • II. Kapitel. Der Merkantilisten und Physiokraten (Turgot)
  • III. Kapitel. Adam Smith
  • IV. Kapitel. J. St. Mill
  • V. Kapitel. Sismondi
  • VI. Kapitel. Fr. List
  • VII. Rodbertus
  • VIII. Karl Marx
  • IX. Kapitel. Die Gegenwart (Brentano)

Full text

24 
das Seltenheitsmoment in seiner ganzen Bedeutung erkannt und dar 
gelegt hat. 
Im allgemeinen bedürfen die Gaben der Natur einer mehr oder 
minder umfangreichen Umarbeitung durch den Menschen, um gebrauchs 
fertig zu werden. „Die menschliche Arbeitskraft ist aber etwas, was 
ebenfalls nur in durchaus beschränkter Menge vorhanden ist und des 
halb im Preis der fertigen Ware zum Ausdruck kommt“; so müßte 
es folgerichtig nach dem bisher entwickelten Gedankengange heißen; 
aber wir sehen diesen Satz, so logisch und naheüegend er zur Er 
klärung der Bedeutung der Arbeit als Produktionsfaktor ist, bei Mill 
vergebens. In zwei langen Abschnitten setzt er uns auseinander, wie 
weit der Begriff „Arbeit“ gefaßt werden müsse und wie eng, aber den 
Grund, weswegen die menschliche Arbeit wertbildend ist, übersieht er. 
Es ist erst Bodbertus gewesen 1 ), der den Gedanken der Beschränkt 
heit einiger Naturkräfte, dem Mill zuerst Ausdruck gab, auf die 
Arbeit übertragen hat. Wir können uns daher eine Kritik an dieser 
Stelle sparen. « 
Im Gegensatz zu Adam Smith, der unter produktiver Arbeit nur 
diejenige verstand, die sich in einem bestimmten Gegenstand ver 
körperte 2 ), faßt Mill diesen Begriff sehr weit. Nicht nur alle die 
Arbeiten, die unmittelbar und mittelbar zur Produktion beitragen, 
gelten als produktiv, sondern auch alles, was nur irgendwie zur Förde 
rung der materiellen Kultur beiträgt 8 ). Der Staat, so wenig sich Mill 
auch aus ihm macht 4 ), ist als ein zur Aufrechterhaltung der Sicher 
heit und Ordnung notwendiges Übel anzusehen, und mit ihm das ganze 
Heer der Beamten, Offiziere, Soldaten usw. Wir haben schon bei der 
Kritik des Adam Smith darauf hingewiesen, und können uns hier 
daher kurz dahin fassen, daß auch die gesamte geistige und künstle 
rische Arbeit von Mill als durchaus wertbildend angesehen wird. Nur 
wenige wirklich unproduktive Arbeiten gibt es, alle diejenigen, die mit 
*) Rodbertus, Zur Erkenntnis unserer staatswirtschaftlichen Zustände I, Neu 
brandenburg 1842, S. 6. 
Kozak, Rodbertus-Jagetzows sozialökonomische Ansichten, Jena 1882, S. 32. 
2 ) Smith, a. a. 0., II, 78. 
s ) Wörtlich lautet die Stelle (I, 57): „Produktive Arbeit bedeutet Arbeit 
weiche Vermögen hervorbringt“. Der Verfasser glaubte sie mit den im Text an, 
gegebenen Worten interpretieren zu können. 
4 ) I, 58 „ was allerdings ein Dienst ist, aber weiter tun sie (Armee 
und Flotte) auch nichts im Interesse des Landes. Gleicher Art ist auch die Arbeit 
des Gesetzgebers und aller anderen Angestellten der Regierung.“
	        

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Abriss Einer Geschichte Der Theorie von Den Produktionsfaktoren. G. Pätz’sche Buchdr. Lippert & Co. G.m.b.H., 1911.
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