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Ein Arbeitstarifgesetz

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Bibliographic data

fullscreen: Ein Arbeitstarifgesetz

Monograph

Identifikator:
881660310
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-3054
Document type:
Monograph
Author:
Sinzheimer, Hugo http://d-nb.info/gnd/118614711
Title:
Ein Arbeitstarifgesetz
Place of publication:
München [u.a.]
Publisher:
Verlag von Duncker & Humblot
Year of publication:
1916
Scope:
1 Online-Ressource (X, 270 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Grundformen zu einem neuen Aufbau des Tarifrechts
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Ein Arbeitstarifgesetz
  • Title page
  • Contents
  • Einführung
  • Die Grundformen zu einem neuen Aufbau des Tarifrechts
  • Die Idee der sozialen Selbstbestimmung im Recht
  • Der Entwurf eines Arbeitstarifgesetzes

Full text

HO Die Grundformen zu einem neuen Aufbau des Tarifrechts. 
Recht der Vertragsautonomie. Denn beides ist objektives 
Recht. Es mag richtig sein, daß zwingendes Recht nicht das 
Ideal einer Rechtsgemeinschaft ist, welche Wert auf die Ein 
haltung von Versprechungen legt. Solange aber die Not 
wendigkeit zwingenden Rechts besteht — und diese Not 
wendigkeit wird heute nicht bestritten —, kann sein Dasein 
nicht entbehrt werden. Dieser grundsätzliche Standpunkt 
wird um so mehr berechtigt sein, als das Gegenteil der 
zwingenden Wirkung, nämlich die Erzwingbarkeit der Ar 
beitsnormen, einen weit größeren Verstoß gegen Treu und 
Glauben enthält, als möglicherweise ihre unabdingbare Wir 
kung. Sie erklärt tarifwidrige Arbeitsverträge für giltig 
und gewährt nur einen Anspruch auf Aufhebung oder Ab 
änderung tarifwidriger Arbeitsverträge, sodaß, wenn etwa 
der Arbeiter eines tarifwidrigen Arbeitsvertrags vor dem 
Gewerbegericht klagt, die Giltigkeit des tarifwidrigen Arbeits 
vertrags angenommen werden muß, trotzdem er im Vertrags 
brüche erfolgt ist. Eine solche Rechtslage, die Verträge duldet, 
welche nur durch Bruch eines anderen Vertrags möglich sind, 
ist keineswegs, nach Treu und Glauben beurteilt, dem Zu 
stand vorzuziehen, den die Unabdingbarkeit darstellt. 
Indessen kann die künftige Gesetzgebung trotzdem Un 
billigkeiten ausschließen, die mit der zwingenden Wirkung 
der Tarifnormen verbunden sein können. Auf solche Un 
billigkeiten hat Wölbling hingewiesen. Wenn z. B. in 
jahrelanger Praxis die Ansicht vertreten wurde, daß für eine 
bestimmte Arbeit die Position X mit einem Lohnsätze von 
5 Mk. in Frage kommt, und dann später eine Tarifinstanz 
für die Position Y mit 6 Mk. entscheidet, so kann die Mög 
lichkeit des Arbeiters, die Differenz zu wenig bezahlter Tarif 
löhne auf Jahre zurück einzufordern, eine unbillige Härte 
gegen den Unternehmer zur Folge haben. Der Unternehmer 
hätte vielleicht die in Frage kommenden Arbeitsverträge nicht 
abgeschlofsen, die ihm übertragenen Arbeiten nicht über 
nommen, wenn er eine solche Entscheidung vorausgesehen
	        

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Ein Arbeitstarifgesetz. Verlag von Duncker & Humblot, 1916.
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