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Ein Arbeitstarifgesetz

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Bibliographic data

fullscreen: Ein Arbeitstarifgesetz

Monograph

Identifikator:
881660310
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-3054
Document type:
Monograph
Author:
Sinzheimer, Hugo http://d-nb.info/gnd/118614711
Title:
Ein Arbeitstarifgesetz
Place of publication:
München [u.a.]
Publisher:
Verlag von Duncker & Humblot
Year of publication:
1916
Scope:
1 Online-Ressource (X, 270 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Grundformen zu einem neuen Aufbau des Tarifrechts
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Ein Arbeitstarifgesetz
  • Title page
  • Contents
  • Einführung
  • Die Grundformen zu einem neuen Aufbau des Tarifrechts
  • Die Idee der sozialen Selbstbestimmung im Recht
  • Der Entwurf eines Arbeitstarifgesetzes

Full text

Zweiter Abschnitt. Die Selbstexekution des Tarifvertrags. 1ZZ 
des Herrn maßgebend war. Sie pflegen nicht nur im Innern 
Recht und Friede, sondern greifen auch bei Rechtsbrüchen ein, 
die ihre Angehörigen außenstehenden Dritten zufügen. Der 
Verletzte hält sich an den Herrn, der als Vertreter der Haus 
gemeinschaft für den Schuldigen einsteht. Der Herr kann sich 
von der Haftung befreien, wenn er den Hausgenossen preis 
gibt. Doch verliert er dieses Recht und wird wie als eigener 
Täter ersatzpflichtig, wenn er nach erlangter Kenntnis von 
der Tat die Gemeinschaft fortsetzt, dem schuldigen Haus 
genossen Obdach und Nahrung gewährt. Ebenso haben die 
Hofverbände und Grundherrschaften gegen die Missetäter in 
ihren Reihen einzuschreiten. Doch war die öffentliche Gewalt 
niemals völlig ausgeschlossen, wenn das verletzte Recht keine 
Sühne findet. Im allgemeinen fordern bei unterlassener 
Sühne die öffentlichen Beamten des Königs die Herren aus, 
das Recht gegen ihre Leute zu schützen, und sie schreiten ein, 
wenn der Aufforderung kein Genüge geschah. Die Sachen, 
die zur Zuständigkeit des herrschaftlichen Gerichts gehörten, 
wurden dann von den öffentlichen Beamten entschieden. Da 
neben tritt eine selbständige Vermögenshaftung des Herrn 
für Missetaten der Gewaltunterworfenen auf. Doch durfte 
er auch hier den hörigen Missetäter, wenn er ihn nicht vor 
Gericht stellen konnte oder für den Schaden nicht haften 
wollte, aus seinem Schutze entlassen und dem Verletzten aus 
liefern. Er vertritt seine Leute vor dem öffentlichen Gericht. 
Er vertritt sie auch dann, wenn sie in ihrem Recht selbst an 
gegriffen waren. Dann fordert der Herr das Wergeld für sie 
und verschafft ihnen jede Genugtuung, die sie zu beanspruchen 
haben. 
Die Wurzel des genossenschaftlichen Verbandes ist 
die Sippe. War an einem ihrer Glieder der Friede verletzt, 
so tritt die Sippe in die Schranken, übt die Blutrache oder 
empfängt die Sühne, wie der herrschaftliche Verband. Anderer 
seits ist sie für die Friedensbrüche ihrer Glieder verantwort 
lich. Sie hat Fehde zu dulden oder Buße zu zahlen. Diese
	        

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Ein Arbeitstarifgesetz. Verlag von Duncker & Humblot, 1916.
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