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Ein Arbeitstarifgesetz

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Bibliographic data

fullscreen: Ein Arbeitstarifgesetz

Monograph

Identifikator:
881660310
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-3054
Document type:
Monograph
Author:
Sinzheimer, Hugo http://d-nb.info/gnd/118614711
Title:
Ein Arbeitstarifgesetz
Place of publication:
München [u.a.]
Publisher:
Verlag von Duncker & Humblot
Year of publication:
1916
Scope:
1 Online-Ressource (X, 270 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Grundformen zu einem neuen Aufbau des Tarifrechts
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Ein Arbeitstarifgesetz
  • Title page
  • Contents
  • Einführung
  • Die Grundformen zu einem neuen Aufbau des Tarifrechts
  • Die Idee der sozialen Selbstbestimmung im Recht
  • Der Entwurf eines Arbeitstarifgesetzes

Full text

Zweiter Abschnitt. Tie Selbstexekution des Tarifvertrags. 149 
getan, oder wenn sie zwar alles getan hat, zu einem Erfolg 
aber nicht gekommen ist *). Dann muß die Vertragsorganisation 
den behördlichen Eingriff zulassen, wie es der staatliche Selbst 
verwaltungskörper muß, wenn eine Handlung geboten ist, 
die er durch sein Mittel nicht erreichen kann 2 ), und ihre Mit 
glieder sind dem staatlichen Rechtszwang preisgegeben. Es 
ist derselbe Rechtsgedanke, den wir bei der Sicherung des 
Rechtsschutzes der Grundherrschaften, Innungen und Zünfte 
antrafen: Der Verband hat den Rechtsschutz, versagt er aber, 
so tritt an seine Stelle der Staat (vgl. S. 132 ff.). 
Die einzelnen Mittel und Formen des Tariszwangs 
werden im Gesetz erschöpfend nicht festgelegt werden können. 
Denn es gilt hier dasselbe, was vom Verwaltungszwang im 
allgemeinen gilt. Es stehen ihm begrifflich alle Mittel zur 
Verfügung, die seinem Zwecke dienen 2 ). Insbesondere sind 
in Anlehnung an die Verwaltungsgesetze folgende Mittel ins 
Auge zu fassen ft: 
a) Der unmittelbare Zwang. Er richtet sich gegen das 
Vermögen und die Person des durch ihn Betroffenen. Z. B.: 
Der Arbeitgeber läßt eine Baubude in tarifwidrigem Zustande 
stehen. Diese Baubude wird durch Beauftragte der Tarif 
behörde beseitigt. Oder: Es ist tariflich verboten, Arbeit 
tz Vgl. dazu Rosin, Das Recht der öffentlichen Genossenschaft S. 24. 
Was Rostn allgemein über die Exekutionspflicht der öffentlichen Genossenschaft 
dem Staate gegenüber sagt, ist analog hier anzuwenden: „Endlich bedarf 
es noch der Hervorhebung, daß die öffentliche Genossenschaft dem Staate 
zur Erfüllung ihres Zweckes, nicht bloß dazu verpflichtet ist, ihren Willen 
und ihre Kräfte in dieser Richtung geltend zu machen. Die öffentliche Ge 
nossenschaft hat also ihrer Pflicht nicht genügt, wenn sie, selbst unter Auf 
wendung aller ihrer Kräfte, ihre Aufgaben nicht erfüllen kann." 
2 ) Vgl. dazu Rosin a. a. O. S. 114. 
3 ) Hofacker, Das Verhältnis der Exekutivstrafe zu den Kriminal 
strafen nach dem geltenden Rechte, Verwaltungsarchiv XIV S. 450; An 
schütz, Das Recht des Verwaltungszwangs in Preußen, ebd. I S. 461: 
„Welche Zwangsprozeduren hiernach im einzelnen Falle anzuwenden sind, 
ist eine Frage administrativen Ermessens." 
4 ) Vgl. dazu allgemein FI ein er, Institutionen des Deutschen Ver 
waltungsrechts S. 204 ff., 209 ff.
	        

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Ein Arbeitstarifgesetz. Verlag von Duncker & Humblot, 1916.
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