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Die Reichseisenbahnen

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Bibliographic data

fullscreen: Die Reichseisenbahnen

Monograph

Identifikator:
881868930
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-5857
Document type:
Monograph
Author:
Quaatz, Reinhold Georg http://d-nb.info/gnd/118892673
Title:
Die Reichseisenbahnen
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (77 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Die Reichseisenbahngesellschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Reichseisenbahnen
  • Title page
  • Contents
  • I. Die Auseinandersetzung zwischen Reich und Bundesstaaten
  • II. Die Reichseisenbahngesellschaft
  • III. Die Organisation der Betriebsverwaltung
  • IV. Das Kleinbahnwesen

Full text

28 
Das trat in Preußen um deswillen besonders stark hervor, als die 
preußische Überlieferung den Rücksichten auf den Staatshaushalt, also 
den Staat als Fiskus, von jeher ein besonderes Gewicht verliehen hat. 
Werfen wir einen kurzen Rückblick auf die preußische Finanz 
geschichte. 
Gesicherte Finanzen bezeichnet Friedrich der Große in seinem poli 
tischen Testament als die stärkste Säule des Staates neben einem schlag 
fertigen Heere. Die treue Wahrung dieses Satzes gehört zu den ruhm 
vollsten Überlieferungen des altpreußischen Beamtentums. Indessen auch 
in dem lebensvollsten Organismus bilden sich mit der Zeit Verknorpe 
lungen und Verknöcherungen, und das Gebiet des Finanzwesens steht 
nach der Natur der Dinge dieser Gefahr um so eher offen, als sein 
spröder Stoff nur den zum Eindringen einladet, den eine wirkliche 
Hingabe an die Sache leitet. Wie selten sind Finanzsachverständige? 
Und noch seltener als ihr Vorkommen ist ihre Beliebtheit. 
Es ist vieles zusammengekommen, um die Wissenschaft von der 
preußischen Staatswirtschaft zu einer Art Geheimlehre zu machen. Darin 
ist übrigens bereits der große König mit seinem Beispiel vorausgegangen. 
Er allein kannte die Abschlußzahlen der recht zersplitterten Einzelhaus 
halte. Einen Gesamthaushalt im heutigen Sinne gab es noch nicht, er 
wurde erst wesentlich später geschaffen, als das große Auge des Ein 
siedlers von Sanssouci nicht mehr über allem wachte. 
Nach den Stein-Hardenbergschen Reformen und vollends nach Ein 
führung der Verfassung wäre eigentlich ein klarer Einblick in den Staats 
haushalt eine selbstverständliche Forderung jedes Staatsbürgers ge 
wesen. Solche Forderungen sind auch erhoben und teilweise erfüllt 
worden. Aber selbst dem Drängen des Landtages ist es nicht gelungen, 
einen völlig klaren und übersichtlichen Haushalt zu schaffen. Sogar 
Kämpen wie Eugen Richter und Friedberg bissen hier auf Granit. Der 
kluge Miguel aber wurde, als er selbst Finanzminister war, einer der 
geheimnisvollsten und verschlossensten Männer auf diesem Platze. 
Es ist zweifellos, daß die Vorherrschaft bedeutender Finanzminister 
für den Staatssäckel bedeutende Vorteile zeitigen kann. Zweifel 
los auch hat Miguel die schönsten Verdienste um die preußischen 
Staatsfinanzen — man braucht nur an feine Steuerreform zu 
denken. Auf der anderen Seite aber zeigt gerade seine Ministerzeit, 
wie die überkommene Ordnung des Staatshaushaltes die auf 
strebenden Staatseisenbahnen in spanische Stiefel einschnürte und ihre 
wirtschaftliche Entwicklung geradezu gefährdete. Hier ist nicht der Ort, 
das nachzuweisen, so lehrreich ein Einblick in die Erörterungen zum 
*) Vgl. hierzu „Archiv für Eisenbahnwesen" 1909 S. 869 (Heft 3), S. 1093 
(Heft 5) sowie 1910 S. 1108 (Heft 6) und S. 1398 (Heft 6).
	        

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Die Reichseisenbahnen. Verlag von Julius Springer, 1919.
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