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Zur Entwicklung der Baumwollindustrie in Deutschland

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Bibliographic data

fullscreen: Zur Entwicklung der Baumwollindustrie in Deutschland

Monograph

Identifikator:
882518925
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-5489
Document type:
Monograph
Author:
Lochmüller, W.
Title:
Zur Entwicklung der Baumwollindustrie in Deutschland
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1906
Scope:
1 Online-Ressource (VI, 127 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Zur Entwicklung der Baumwollindustrie in Deutschland
  • Title page
  • Contents
  • Kapitel I. Die Entwicklung der deutschen Baumwollindustrie bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
  • Kapitel II. Die Einbürgerung der Maschine
  • Kapitel III. Die Befestigung der Stellung der Baumwollspinnerei
  • Kapitel IV. Die Zeit nach dem deutsch-französischen Kriege bis zum Zolltarifgesetz von 1879
  • Kapitel V. Überblick über die Entwicklung bis zur Gegenwart
  • Kapitel VI. Der neue deutsche Zolltarif vom 25. Dezember 1902
  • Kapitel VII. Die Ereignisse auf dem Baumwollmarkt
  • Kapitel VIII. Organisationsbestrebungen. Arbeiterverhältnisse
  • Kapitel IX. Statistische Mitteilungen
  • Kapitel X. Rückblick

Full text

6 
gespinst, Maschinen verwandeln es schließlich in Garn. Diese letzten 
sind die eigentlichen Spinnmaschinen. Die niedrigste Stufe stellen die 
sogenannten „Mulemaschinen“ dar, eine höhere die „Watermaschinen“, 
die höchste Form der Spinnmaschine ist der Selfaktor oder Selbst 
spinner. Das Spinnrad bewegte nur eine einzige Spindel, die heutigen 
Spinnmaschinen vereinigen je weit über tausend Spindeln, bedürfen 
aber gleichwohl zu ihrer Bedienung nur weniger geschulter Personen. 
Das fertige Garn besitzt verschiedene Feinheitsgrade, die durch 
Nummern ausgedrückt werden. Im allgemeinen, auch bei uns, ist 
hierbei das englische System maßgebend '). Die englische Garn 
nummer gibt an, wieviel „Hanks“ oder „Strähne“ (= 840 Yard = 
768,082 m) auf ein Pfund englisch (= 0,4536 kg) gehen. Je höher 
die Nummer, desto zarter, desto feiner ist daher das Garn. Nun 
kann man aber nicht aus jeder beliebigen Baumwollsorte jede be 
liebige Nummer spinnen, vielmehr eignen sich für die feinsten Num 
mern, etwa über Nr. 100 hinaus, nur die amerikanische, ägyptische 
und peruanische Sea-Island-Baumwolle. Die ausgedehnteste Verwen 
dung findet die amerikanische Upland-Baumwolle, nämlich etwa für 
die Nummern 35 bis 60. Zu gröberen Nummern genügt die schlech 
teste Baumwolle, die ostindische * 2 ). Auch die Maschinen sind nicht 
gleichermaßen fähig, verschiedene Baumwollsorten zu verspinnen, zu 
den geringsten Nummern werden, wie schon angedeutet, die Mule 
maschinen gebraucht. 
Das Produkt der Spinnerei ist zum größten Teil gewöhnliches 
Garn, zu einem kleinen Teil Fertigfabrikat, also Nähgarn und -zwirn, 
das seinerseits auch aus gewöhnlichem Garn hergestellt wird. Das 
Halbfabrikat wandert in die Weberei. Die Herstellung von Geweben 
erfolgt auf dem Webstuhl. (Hier kommen neben dem Handwebstuhl 
namentlich die Schaft- und die Jacquardmaschine in Betracht, neuer 
dings auch der Northropwebstuhl.) Der Teil der Fäden, die die 
Länge des Gewebes bilden sollen, läuft in grader und paralleler Rich 
tung, man nennt sie Kette oder Zettel; ein anderer Teil von Fäden 
kreuzt sie unter einem bestimmten Winkel oder wellenförmig und 
heißt Schuß oder Einschlag. Es können nun mehrere Lagen über 
und durcheinander gewebt und Zeichnungen und Muster darein ge 
il Der Versuch, eine einheitliche Garnnummerierung nach metrischem System durch 
zuführen, der schon sehr oft gemacht wurde, ist bisher stets an dem Widerstande Englands 
gescheitert, auch gelegentlich des II. internationalen Baumwollkongresses, der Anfang Juli 1905 
in Manchester stattfand. Im Gegensatz dazu haben sich die internationalen Textilarbeiter 
kongresse zu Mailand und Lüttich für die metrische Garnnummerierung ausgesprochen. 
2) A. Oppel, a. a. 0. S. 252 f.
	        

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Zur Entwicklung Der Baumwollindustrie in Deutschland. Verlag von Gustav Fischer, 1906.
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