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Konserven und Konservenindustrie in Deutschland

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Bibliographic data

fullscreen: Konserven und Konservenindustrie in Deutschland

Monograph

Identifikator:
883192993
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20681
Document type:
Monograph
Author:
Wagner, Curt
Title:
Konserven und Konservenindustrie in Deutschland
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1907
Scope:
1 Online-Ressource (VI, 113 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Absatz und Absatzverhältnisse der Konserven
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Konserven und Konservenindustrie in Deutschland
  • Title page
  • Contents
  • I. Einleitung
  • II. Die einzelnen Zweige der deutschen Konservenindustrie
  • III. Absatz und Absatzverhältnisse der Konserven
  • IV. Schluß
  • Anhang. Upton Sinclairs „The jungle“

Full text

4 6 
zelnen Fabriken bestimmte Mengen Rohgemüse zuwiegen, und schälen, 
schneiden oder bearbeiten dasselbe in der eigenen Wohnung, oft unter 
Beihilfe ihrer Familienmitglieder, um es dann so schnell als möglich 
wieder abzuliefern. Andere Fabriken dagegen beschäftigen überhaupt 
keine Heimarbeiter und zwar, wie sie behaupten, aus hygienischen 
Gründen. Auch das Spargelschälen, Bohnenabfädeln u. dergl. lassen 
sie in Fabrikräumen besorgen. Wenngleich dieses Verfahren dem 
Laien vielleicht richtiger erscheint, so ist es doch für Arbeitgeber 
wie Arbeiter weniger bequem, denn oft ist beim Arbeitgeber nicht 
der genügende Raum vorhanden, um auch noch diese Akkordarbeiten 
dort zu beschäftigen. Gerade aber für diese meist weiblichen Ar 
beiter ist es ein ganz besonderer Vorteil, wenn sie sich zu Hause 
neben der Wirtschaft, ohne die Kinder und den Mann zu vernach 
lässigen, eine lohnende Nebenbeschäftigung verschaffen können. Auch 
die älteren Kinder können die Mutter ohne Anstrengung bei dieser 
leichten Arbeit unterstützen und den Familienverdienst vergrößern. 
Man hat zwar vorgeschlagen, diese Heimarbeit in der Konserven 
industrie aus hygienischen Gründen zu verbieten. Die hier geäußerten 
Befürchtungen aber erscheinen uns als übertrieben. Wenn man be 
hauptet, daß es unappetitlich sei, Gemüse in den Wohnungen der 
Arbeiter bearbeiten zu lassen, so ist doch zu berücksichtigen, daß 
diese Nahrungsmittel in den Fabriken genügend gereinigt werden 1 ). 
Die Braunschweiger Konservenfabrikanten haben neuerdings 
Bewachungsbeamte angestellt, die der Handelskammer unterstehen 
und die Behausungen der Heimarbeiter regelmäßig auf Sauberkeit 
und Hygiene zu kontrollieren haben. Diese Angestellten haben 
namentlich ihr Augenmerk darauf zu richten, daß die Gemüse nicht 
in Kranken- oder Schlafzimmern bearbeitet oder aufbewahrt werden 
und sich nicht Tiere in den Arbeitsräumen aufhalten. 
Die Ursachen, warum einzelne Fabriken keine Heimarbeiterinnen 
beschäftigen, sind teilweise rein örtlicher Natur. So z. B. bei denjenigen 
Konservenfabriken, die von Städten isoliert auf dem Lande liegen. 
Bei diesen ist es ausgeschlossen, Heimarbeiter zu erhalten und zu 
beschäftigen. Daher dürften für diese Betriebe nicht die hygienischen 
Gründe, sondern die Unmöglichkeit, Heimarbeiter zu beschäftigen, 
maßgebend sein. 
Die Akkordlohnsätze für Heimarbeiter betragen im Durch 
schnitt für 
l) Außerdem werden doch auch in der Landwirtschaft zum Teil auch von Arbeitern 
landwirtschaftliche Produkte wie Milch, Butter in ihrer Behausung hergestellt. Die Zigarren 
industrie kommt ebenfalls ohne Heimarbeit nicht aus.
	        

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Konserven Und Konservenindustrie in Deutschland. Verlag von Gustav Fischer, 1907.
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