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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
2.Teil. Die Produktionsprinzipien
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

110 
sehen wollen, was die alte physiologische Theorie an praktischen Erfolgen 
für den Fortschritt der Gerberei aufzuweisen hat. 
In den Betrachtungen des ersten Teiles haben wir gesehen, daß 
der Beginn des Eichenschälwaldproblemes etwa an den Anfang des 
18. Jahrhunderts zu setzen ist, und dieses Problem mag zu einer so 
scharfen Herausarbeitung der Gerbetheorien, wie wir sie kennen lernten, 
geführt haben. Damit fällt also der Beginn des Eichenschälwaldproblems 
in diese physiologische Epoche der Gerbelheorien, und sie konnte nun 
sofort ihre Leistungsfähigkeit beweisen. Unter dem Gesichtswinkel dieser 
Theorie wurde die einheimische Pflanzenwelt nach Gerbstoffen durch 
sucht, und wenn auch die meisten Vorschläge unbrauchbar waren, so 
führte diese systematische Durchsuchung doch zu dem Ergebnis, daß es 
nicht die Eichenrinde in fast alleiniger Ausschließlichkeit sein müsse, mit 
der man gerben könne, sondern daß die inländische Wirtschaft noch eine 
ganze Anzahl weiterer sehr gut brauchbarer Gerbstoffe liefern könne. 
Sogar auf dem Gebiet der künstlichen Gerbstoffe hat diese Theorie 
bahnbrechend gewirkt. Die Destillation des Torfes zur Erzielung eines 
zusammenziehenden, daher gerbend wirkenden Wassers durch Pfeiffer 
1777 *) hatte freilich keine praktischen Erfolge, aber es war damit 
immerhin ein neuer Weg betreten, welchen Asthon lediglich weiter ver 
folgte, als er die zusammenziehend schmeckende Auflösung eines Eisen 
salzes als Gerbmittel 1794 zum Patent anmeldete, um dieses dann 
anderen Staaten um den Preis von 30000 Talern zu offerieren^). 
Es war auch Asthon nicht gelungen, mit seiner Eisengerbung einen 
durchschlagenden Erfolg zu erzielen, aber die Schuld an diesem Miß 
erfolge dürfen wir nicht allein der zugrunde liegenden physiologischen 
Theorie zuschieben; denn weder die rein chemische Theorie noch alle 
späteren Theorien haben die Frage der Eisengerbung beantwortet, so 
daß diese heute noch ein zwar eifrig bearbeitetes aber immer noch un 
gelöstes Problem darstellt. 
Alles in allem muß man also sagen, daß diese physiologische 
Theorie, wenn auch ihre Vorstellungen unrichtig gewesen sind, ein außer 
ordentlich wichtiges Glied in der Reihe der Gerbetheorien darstellt; das 
nicht nur wegen der außerordentlich langen Zeit ihrer Herrschaft, neben 
welcher die Lebensdauer moderner Theorien wie das Leben von Ein 
tagsfliegen erscheint, sondern auch wegen ihres Einflusses auf den 
praktischen Fortgang der Gerberei. Sie hat wahrscheinlich schon an 
der Wiege gestanden bei der Erfindung der vegetabilischen Gerbung 
überhaupt, sie hat uns den Übergang zur Alaungerbung vermittelt, sie 
hat schließlich das Gebiet der vegetabilischen Gerbstoffe ganz bedeutend 
i) Pelzer 1839, S. 257. 
2 ) Hermbstädt 1807, Bd. II, S. 161-168.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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