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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
2.Teil. Die Produktionsprinzipien
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

208 
0 Gerberzeitung 1867, S. 168. 
•■) Vgl. S. 121. 
alle zur Herstellung dieses Fabrikates nötigen Roh- und Hilssstoffe 
lieferte das umliegende Land. 
Regierungsmaßnahmen aller größten Stiles müssen ins Werk gesetzt 
werden, wenn es sich darum handelt, eine wanderndeBevölkerungs- 
masse zum Träger eines Produktionsprinzips zu machen. Das Wesen 
der Regierungsmaßnahmen ist in beiden Fällen, ob der Träger eine 
einzelne Person oder eine Bevölkerungsmasse ist, das gleiche; Schul 
beispiele hierfür sind die Kolonisationen durch die Hugenotten, die Wal 
denser, die Wallonen, die Schweizer, die Menoniten, die Salzburger; der 
Gesichtspunkt, unter welchem die Bewegung von Produktionsprinzipien 
in solchen Füllen erfolgt, ist weniger die Einführung der Methode, 
dieser allerdings auch, aber vielmehr noch ist es die Lösung eines Be- 
völkerungsproplems, welches als Folge welthistorischer Vorgänge sich 
eingestellt hat. Für die Geschichte der Gerberei sind von Bedeutung 
hauptsächlich die Hugenotten geworden, welche, ebenfalls vielfach privi 
legiert und unterstützt, die Glacegerbung aus Frankreich über ganz 
Europa verbreitet haben. Glacegerbung als reines Produktionsprinzip 
war auch früher nicht unbekannt. Die Mainzer Handschrift des 14. Jahr 
hunderts kennt unter anderem auch eine Vorschrift zur Gerbung nach 
Glaceart. „Nach Enthaarung des Felles nimm warmes Wasser und 
löse Alaun darin auf, so daß auf zwei Häute ein Stück in der Größe 
eines Eies kommt, hänge die Haut hinein und laß die Lösung eindringen. 
Hat man dann die Haut aus dem Alaunwasser genommen, so mische 
man sogleich das nämliche Wasser mit Eiern, sechs bis sieben Stück 
auf zwei Häute; in dieses Wasser kommt die Haut wieder, wird aber 
beim Herausnehmen nicht mehr ausgedrückt, sondern man läßt sie im 
Dunkeln trocknen. Ist sie trocken, so reibt und reckt man sie über ein 
Seil." Nach einer anderen Vorschrift besteht die Gare aus Eiern, Mehl 
und Alauns. Daß das Kochsalz hier fehlt, ist nicht von Bedeutung, 
weil die Vorschriften keine systematischen Beschreibungen der Verfahren 
sind, sondern weil sie nur einzelne Manipulationen betreffen. Interessant 
ist, daß die Gerbung mit Alaun und die Gerbung mit Eiern nacheinander 
ausgeführt werden. Der Grund, warum das Verfahren nicht damals 
schon allgemeiner ausgeführt wurde, ist vielleicht der, daß die Nachfrage 
fehlte; erst als Ludwig XIV. für weiße Glacehandschuhe und damit 
für Glaceleder lebhafte Nachfrage erzeugte, kam die Methode in Schwung 
und ist seitdem ein Bestandteil der abendländischen Kultur geworden. 
Ich habe früher für Speier aus der Mitte des 18. Jahrhunderts 
berichtet ^), daß dort nur wenige Handschuhe getragen wurden; daraus 
sieht man, daß die starke Nachfrage nach Glacehandschuhen die fran-
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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