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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

248 
Meisterstücken H und mit der Lederschau -). Selbstverständlich sind 
natürlich auch Vorschriften, welche Arbeit, Verkauf oder Auslegen von 
Waren zur Schau am Sonntag vor der Predigt verbieten 8 ). 
In allen den hier erwähnten und in weiteren noch hierher ge 
hörigen Punkten fügen sich die Weißgerber vollkommen in die mittel 
alterliche Zunftverfassung ein, so daß diese Gebiete Gegenstand der 
allgemeinen Wirtschaftsgeschichte sind, und daher nicht Objekt einer 
speziellen Untersuchung zu sein brauchen. 
Ganz kurze Berücksichtigung mögen dagegen die Handwerks 
abzeichen finden, da sie speziellere Bedeutung besitzen und für das 
vorliegende Handwerk sehr zerstreut sind. 
Die Siegel der Weißgerberhandwerke, welche man häufig noch 
unter alten Aktenstücken und Urkunden in verhältnismäßig gutem Zu 
stande findet, sowie die Handwerkswappen 4 ) führen sehr häufig den 
S tollpfahl in mehr oder weniger stilisierter Form; er ist besonders 
deutlich als solcher erkennbar im Wappen der Weißgerber zu Ulm. Vor 
allen Dingen der Stollpfahl ist ein Abzeichen, welches ich bei Rot 
gerbern niemals beobachtet habe. Häufig für die Weißgerber ist auch 
der Schlichtmond, ebenfalls besonders schön zu erkennen im Wappen 
der Weißgerber zu Ulm. Gekreuzte Schabeeisen sind den Wappen 
der Weiß- und Rotgerber gemeinsam; auch Riemen sind in den 
Wappen nicht selten. Die häufigsten Wappentiere sind, was nach der 
ganzen bisherigen Entwicklung leicht zu begreifen ist, der Bock und 
der Hirsch; daneben kommen dann natürlich in Menge allgemeine 
Formen vor, wie der Engel, der Löwe, die Krone, drei Sterne usw. 
Hingewiesen sei auch noch auf das Wappen der Danziger Chordewan- 
macher, weil dieses das früher über Corduan Gesagte illustrieren kann: 
auf dem Boden zwischen Bock und Hirsch steht ein Baum, von dessen 
Krone ein Roßkummet herabhängt; der Stamm des Baumes ist unten 
von zwei schräg gekreuzten Schabeisen überlegt. 
Drei Aushängeschilder, allerdings von Rotgerbereien, finden sich 
im Rothenburger Ortsmuseum. 
Was die Tracht anlangt, welche wir ebenfalls in diesem Zusammen 
hange kurz besprechen wollen, so sei eine Augsburger Bestimmung um 
1800 angeführt: „Es soll an Sonn- und Feurtagen kein Meister 
1) Schauplatz 1767, Bd. VI, S. 133; Artikel I; dazu vgl. auch Nürnberg 17. 
bei Weißgerber. 
2 ) Nürnberg 17. Rotgerber; Schauplatz 1766, Bd. V, S. 430; Bd. VI, 
S. 129, 133. 
3 ) Nürnberg 1635; Schauplatz 1767, Bd. VI, S. 132, Artikel II u. VII; 
Mummenhoff 1901, S. 121. 
4 ) Abbildungen bei Seyler 1898, S. 79 ff.; Nürnberg 17.; Bormans 1863.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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