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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

259 
bewußtseins darstellt, nach Vortragung ihrer Verhältnisse Recht zu 
nehmen. So hatten sich z. B. zwei Meister zu Rothenburg beleidigt, 
es war ihnen das Handwerk gelegt worden, man hatte sie mit Gefängnis 
bestraft und der Bürgerschaft entsetzt; da erschienen die beiden Meister 
1571 in Frankfurt, trugen ihre Angelegenheit vor, und nun künden 
die „Meister und Gesellen des großen handtwercks der Weißgerber 
allhie zu Frankfurt am Main . . . allermenniglich mit diesem Brief", 
daß sich die beiden Meister vertragen haben und daß sie restituiert und 
in den vorigen Staudt gesetzt seien *). 1613 hatte sich „irrung oder 
zwifals" zwischen den Säcklern und Weißgerbern zu Rothenburg o. d. 
Tauber ergeben, und nun ergeht abermals von Frankfurt aus ein 
Bescheid, welcher den Streit schlichtet, und welcher mit folgenden Worten 
beginnt: „Wier zunnfft sämbtliche meister vnndt gesellenn des großen 
weißgerberhanntwergs zu Frankfurt am Mahn, in die Siebenntzig Per 
sonen, ann inheimischenn und außlandischenn meistern vnndt gesellenn 
vorsamlet"^); man sieht, es ist der Ton der Obrigkeit, welcher hier 
spricht, und welcher sich keiner höheren Macht ohne weiteres zu fügen 
gewillt ist; 1614 beschweren sich auch die Rothenburger Weißgerber 
über die Nestler und Säckler, daß, als sie einem Ratsbescheid nicht 
nachgeben wollten, die Säckler au das große Handwerk gelaufen seien, 
dort den Bescheid reformiert und ihnen große Unkosten verursacht 
hätten^). 1648 erschien in Frankfurt ein Meister aus Lohr vor der 
großen Handwerksversammlung 4 ), und noch 1774 schicken die Arauer 
Weißgerber ein Zirkular nach Augsburg „mit dem beständigen Ansuchen, 
daß solches von einer Laad zur andern über Schaffhausen ganz Schwä 
bischen Creyß bis Nürnberg circuliere" und möglichst bald zurück er 
wartet werde, damit an der Zurzacher oder Frankfurter Messe über 
den Inhalt des Schreibens ein Beschluß gefaßt werden könne °). In 
einem Würzburger Schreiben aus der Mitte des 17. Jahrhunderts 
wird Miltenberg als Ort für die alljährliche Zusammenkunft der 
Meister vorgeschlagen, da es in der Mitte des Obererzstiftes Mainz 
gelegen sei H, kurz, man sieht aus diesen Beispielen, es waren inter- 
urbane Schiedshöfe entstanden, welche immer noch das letzte Wort 
hatten, wenn zwei Meister in Rothenburg bereits vor der ordentlichen 
weltlichen Gerichtsbarkeit abgeurteilt waren, welche Meinungsverschieden 
heiten zwischen den Zünften oder Handwerken verschiedener Städte zum 
Austrage brachten, welche nicht nur gegen den Willen eines Reichstags- 
J ) Rothenburg 1571—1695; 1571. 
a ) Rothenburg 1571—1695; 1613. 
s ) Rothenburg 1571—1695; 1614, 32. 
4 ) Würzburg, V, S. 2028, anno 1848. 
°) Augsburg 1722—1728; 1774. °) Würzburg 1660—1683. 
17*
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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