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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

295 
sie gaben ihren Geschäften eine Ausdehnung, welche groß genug war, 
um einen großen Teil des Landes zu versehen, der niedere Preis ihrer 
Waren zog ihnen eine Menge Bestellungen zu, und den Gerbern von 
Lüttich wurde es unmöglich, gegen ihre Konkurrenz aufzukommen. Nach 
dem sie nach Einführung eines anfänglich hohen Schutzzolles noch ein 
absolutes Einfuhrverbot verlangt hatten, wurden von seiten der Ver 
waltung neue Vorschriften eingeführt, welche sich zu den alten Zunft- 
grundsätzen in Gegensatz stellten ft. 
Zu Calw im Württembergischen wurde eine Saffianfabrik ein 
gerichtet mit einer jährlichen Produktion von 12000 Stück Saffian 
fellen ft, in Berlin gab es 1786 zwei Lederwalckmühlen, eine in Neu 
köln, und die andere vor dem Schlesischen Tore, dem Lederfabrikanten 
Lutz gehörig ft, welcher darin gewalkte englische Stiefelschäfte verfertigte; 
feit 1780 bestand in Berlin ein Lohgerberwerk mit 118 Arbeitern, 
welches auch Alaunleder fabrizierte ft, und das Berliner Weißgerber 
werk hat 1780 durch 76 Arbeiter an weißgaren Schaffellen, sämisch- 
garen Hammelfellen, fämischgarem Bockleder und Kalbfellen, Hirsch- 
und Wildhüuten sowie an weiß- und sämischgaren Rindledern zu 
sammen 99 300 Stück im Werte von 47 733 Rthlr. verfertigt, und dazu 
wurden für 25 725 Rthlr. Materialien verbraucht; von der Produktion 
gingen außer Landes für 17 900, während im Lande für 29 933 Rthlr. 
blieben ft. Auf die große Zahl der damals allenthalben entstandenen 
Rotgerbermanufakturen kann hier nicht eingegangen werden, es soll 
damit lediglich auf ihre Existenz hingewiesen fein ft. Wien allein zählte 
1820 neben 12 mit den Landesfabriksbefugnissen versehenen großen 
Rotgerbereien 2 Landes-befugte Alaun- und Sämischgerbereien ft. 
Die ganze Entwicklung der Manufakturen ist also auch in Deutsch 
land um die Wende des 18. Jahrhunderts bereits zu einer sehr an 
sehnlichen Höhe emporgediehen; ein Wiener Arbeitsbrief der Weißgerber 
von 1807 z. B. enthält folgenden stereotypen Passus: „Wir Vorsteher 
des Hauptmittls und der Laade der bürgerlichen Weißgärber- und 
Sammischmachermeister . . . urkunden hiemit, daß Vorzeiger dieses... 
bei dem Fabrikanten allhier . . . in Arbeit gestanden. Dahero wir 
unsere sämtliche Mitmeister geziemend ersuchen, diesen Gesellen nicht 
uur allein mit Arbeit zu unterstützen, sondern auch bei jeder Gelegen 
heit fein weiteres gutes Fortkommen und feinen künftigen Wohlstand 
uach Möglichkeit zu befördern" ft. Dieses Beispiel mag uns zeigen, 
ft Bormans 1863, S. 171 s. ft Beckmann 1796, S. 288. 
ft Nicolai 1786, S. 518. ft Nicolai 1786, S. 547. ft Ebenda. 
; ft Vgl. Rößig 1803, Bd. II, S. 329 f.; Hamburg 1805, S. 3, 72, 75, 77, 
78, 100, 119, 120; Wiedfeldt 1898, S. 44, 59, 66, 70 ff. 
ft Kecß 1820, S. 20. ft Wien 1807.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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