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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

316 
dem Leimlederabnehmer gegenüber in einer Zwangslage, welche dem 
Leimfabrikanten oder Händler unter Umständen größere unberechtigte 
Abzüge ermöglicht *). 
Die Gerber andererseits suchen einmal diesen Mißständen möglichst 
zu begegnen, dann aber auch, wie erwähnt, durch Bildung von Leim 
lederkartellen ihre Monopolstellung auszunutzen. So werden in den 
Zeitschriften die verschiedensten Vorschläge gemacht: Die Gerber sollen 
ihr Leimleder trocknen, um dasselbe dem Weltmärkte zugänglich zu 
machen und nicht ausschließlich auf den Absatz nach den Leimfabriken 
angewiesen zu sein. Die Gerber sollen Leimlederkartelle bilden. Und 
die Leimfabrikanten andererseits sollen sich zu Einkaufsgenossenschaften 
zusammenschließen, wobei die Genossenschaften das Leimleder immer an 
die Nächstliegenden Leimsiedereien unter größtmöglicher Berücksichtigung 
besonderer Wünsche auf die Mitglieder verteilen sollen ch. 
Ein Punkt verdient hier noch Beachtung, nämlich der Arsengehalt 
der Speisegelatine; wir haben gesehen, daß zur Haarlockerung nicht 
selten Schwefelarsen in Verwendung kommt, und daher war es von 
Bedeutung nachzuweisen, daß die aus solchen Hantabfällen sowie aus 
den Lederabfällen der Handschuhmacher und Sattler hergestellte Gelatine 
zwar nicht als arsenfrei sich erweist, aber doch nur unwägbare Spuren 
von Arsen enthält^). 
Die naturwissenschaftliche Größe des menschlichen Wissens, wie 
auch seine ökonomische Fähigkeit, mit den von der tätigen Natur künst 
lich aufgebauten Substanzen hauszuhalten, offenbart sich am ersten und 
vollkommensten bei der Verwertung der Abfallstoffe. Die unvermeid 
liche Mineralisierung der organischen Materialien so zu lenken, daß 
die einzelnen aufeinanderfolgenden Phasen des langsamen Abbaues 
immer im Dienste der menschlichen Bedürfnisbefriedigung einander ab 
zulösen gezwungen werden, erscheint als der höchste Ausdruck seiner 
vollkommenen Kenntnis vom Werte eines scheinbar nutzlosen Abfall 
stoffes. Die Überführung der Hautabfälle in Leim stellt einen dieser 
wünschenswerten Prozesse dar. Gerade das letzte Jahrhundert hat ver 
möge seiner tiefer dringenden Erkenntnis auf diesem Gebiete Erstaun 
liches geleistet, und wir wollen im folgenden noch eine Reihe solcher 
Vorschläge und Versuche betrachten. 
Die Verwendung von Hautabschabsel zu Futterstoffen ist ein 
verhältnismäßig alter Gedanke. Schon Beckmann erzählt von einem 
Gerber, welcher Schweine damit mästete H, und die Verwendung von 
i) Schuh und Leder 1904, Nr. 37, S. 37. i) 2 ) Schuh und Leder 1900, Nr. 48, S. 29. 
s ) Arb. a. d. Kaiser!. Gesundheitsamte 1911; d. Apoth.-Ztg. 1912. 
«) Beckmann 1796, S. 283.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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