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Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland

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Bibliographic data

fullscreen: Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland

Monograph

Identifikator:
883967979
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-3049
Document type:
Monograph
Author:
Gehrke, Franz
Title:
Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag der H. Laupp'schen Buchhandlung
Year of publication:
1906
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 121 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Preisgestaltung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland
  • Title page
  • Contents
  • I. Fundstätten
  • II. Die Verhältnisse in Deutschland
  • III. Preisgestaltung

Full text

— 104 — 
6. Errichtung staatlicher Tanks. 
Zu den vorstehend besprochenen häufig, besonders in der 
Presse, empfohlenen Vorschlägen gesellte sich in letzter Zeit ein 
neuer. Er ist niedergelegt in Bi'ackel-Leis »Der dreissigjährige 
Petroleumkrieg«, S. 429 ff., wird auch von Wolff empfohlen und 
geht kurz gesagt dahin, überall grosse staatliche Tanks zu bauen, 
diese mit trustfreiem Petroleum zu füllen und sich so von dem 
Einflüsse Rockefellers zu emanzipieren. Auf den ersten Blick hat 
dieser Vorschlag etwas Bestechendes. Bei näherer Prüfung steigen 
jedoch allerlei schwerwiegende Bedenken auf. 
Zunächst krankt er von vornherein an der grossen Schwäche, 
dass jedem gestattet sein soll bez. muss, Oel auf eigene Rechnung 
in den staatlichen Tanks zu lagern. Nun bestehen aber zwischen 
einzelnen Sorten, z. B. dem guten 798 gr schweren pennsylvani- 
schen und dem 820 gr schweren Texasöl oder gar den noch 
schwereren russischen und rumänischen Oelen oft ziemlich erheb 
liche Qualitätsunterschiede. In den Tanks aber kann keine Schei 
dung gemacht werden. Also würde jemand, der vielleicht Pure 
Oil zur Einlagerung brächte, bei Präsentation seines Lagerscheines 
ein minderwertiges Gemisch aller möglichen Sorten erhalten. Es 
läge im Interesse eines jeden, nur möglichst schlechtes Oel einzu 
lagern. Unreines Brennen und hygienische Nachteile wären die 
Folge davon. Wenn der Trust Rohöl aufkauft und es unter 
schiedslos in seine pipe lines pumpt, kann er ruhig certificates 
darüber ausgeben, weil die Qualität ziemlich gleich bleibt, etwaige 
Unterschiede auch durch die Raffination noch aufgehoben werden. 
Für Deutschland aber liegt die Sache wesentlich anders. Und 
Tanks für jede einzelne Provenienz bauen wollen, wäre wohl viel 
zu kostspielig. Sie würden sich auch, ganz abgesehen hiervon, 
gar nicht rentieren, da der Zwischenhandel durch den Strassen- 
wagenbetrieb ausgeschaltet ist und die Kleinhändler ihr Oel aus klar 
auf der Hand liegenden Gründen nicht in ihnen einlagern würden. 
Brackel-Leis sind der Ansicht, die Errichtung eigener Tanks 
sei für den Staat geradezu eine Notwendigkeit. Einmal, damit 
bei einer eventuellen Sperrung des überseeischen Zufuhrweges in 
Kriegszeiten immer genügend Oel vorhanden sei, um wenigstens 
den Weiterbetrieb der Bahnen zu ermöglichen; sodann aus dem 
privatwirtschaftlichen Grunde der besseren Ausnützungsmöglich- 
u. a. auf S. 86, das water wliite koste 15 Pfg. per Liter mehr als das Standard 
white. Der Preisunterschied ist jedoch nur 2 — 2V2 Pfg. per Liter!
	        

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Die Neuere Entwicklung Des Petroleumhandels in Deutschland. Verlag der H. Laupp’schen Buchhandlung, 1906.
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