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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
884842509
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10952
Document type:
Monograph
Author:
Weber, Adolf http://d-nb.info/gnd/118629646
Title:
Die Aufgaben der Volkswirtschaftslehre als Wissenschaft
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1909
Scope:
1 Online-Ressource (77 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel III. Der Marxismus. 
521 
daß die Tatsache der Mehrarbeit und der des Mehrwertes ganz offenbar 
auch ohne die Theorie des Arbeitswertes bestehen bleiben — und über 
reichlich durch die Existenz einer Klasse von Menschen in der Gesell 
schaft bewiesen wird, die leben ohne zu arbeiten. Denn hieraus ergibt 
sich ganz selbstverständlich, daß sie nur von dem Erzeugnis der Arbeit 
anderer leben können 1 ). Zugegeben! Dann aber bleibt gar nichts weiter 
übrig als die schon lange vorher von Sismondi und den kritischen National 
ökonomen der englischen Schule deutlich herausgearbeitete Tatsache — 
»des nicht verdienten Einkommens“, so wie sie der ganzen Lehre Saint- 
Simon’s und Rodbertus’ zugrunde liegt, und wie sie heute wieder von 
der englischen „Schule der Fabier“ aufgenommen worden ist. 
Es ist daher nicht recht ersichtlich, was Marx als logischen Beweis 
dem hinzugefügt hat, und der alte Streit über die Frage, ob die Arbeiter 
ausgebeutet werden, ob die von den sogenannten müßigen Klassen be 
zogenen Einkünfte mit einer wirklichen Schaffung von Werten überein 
stimmen oder nicht, bleibt offen. Man kann nur sagen, daß durch die 
historische Darlegung, die er von der Entwicklung der kapitalistischen 
Ordnung gegeben hat, Marx gewisse eindrucksvolle Beweise beibringt, 
and hierin liegt in der Tat noch der solideste Bestandteil seines Werkes. 
Wenn wir zu dem Gesetz der Konzentration, das das Rückgrat der 
marxistischen Lehre ist, übergehen, so ist auch dies stark erschüttert. 
Ein Sozialist, Bernstein, hat ihr den meisten Abbruch getan 2 ), indem 
er Tatsachen zusammenstellte, die sie widerlegen, auf die aber übrigens 
schon seit langem von den bürgerlichen Nationalökonomen hingewiesen 
worden war. Wenn auch unzweifelhaft die Großunternehmungen immer 
zahlreicher und mächtiger werden, so beweist dies keineswegs, daß sie 
die Kleinindustrie und den Kleinhandel ausschalten. Die Statistik zeigt 
!m Gegenteil, daß die Anzahl der Kleinindustriellen (diese Handwerker, 
deren Aufsaugung nach der marxistischen Doktrin schon seit dem 14. Jahr 
hundert begonnen hat) im Steigen begriffen ist! Und wir sehen beständig, 
wie irgendeine neue Erfindung wie die Photographie, die Fahrräder, die 
Verwendung der Elektrizität im Hause, die Vorliebe für Blumen, einer 
Menge kleiner Industrien und kleiner Handelszweige eine Existenz ver 
schafft. 
Weiterhin tritt die Konzentration aber in den landwirtschaftlichen 
*) „Ob die MARx’sche Werttheorie richtig ist oder nicht, ist für den Nachweis 
er Mehrarbeit ganz und gar gleichgültig. Sie ist in dieser Hinsicht keine Beweisthese 
sondern nur Mittel der Analyse und der Veranschaulichung“ (Bernstein, ebenda, 
ö. 42). _ Marx muß aber doch seine Werttheorie nicht für so ganz unbedeutend ge 
halten haben, da er sie nicht nebenher, sondern gerade am Anfang seines Buches for 
muliert hat. 
a ) In dem oben angeführten 1899 veröffentlichten Buch. 1900 erschien eine aller- 
a mgs unvollständige französische Übersetzung unter dem Titel: Socialisme theo- 
ri que et Social-dßmocratie pratique.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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