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10 Jahre Wiederaufbau

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Bibliographic data

fullscreen: 10 Jahre Wiederaufbau

Monograph

Identifikator:
885228553
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-5127
Document type:
Monograph
Author:
Greineder, Friedrich
Title:
Die Wirtschaft der deutschen Gaswerke
Place of publication:
München [u.a.]
Publisher:
R. Oldenbourg
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (60 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Die Wirtschaft der deutschen Gaswerke pro 1912/13
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Strukturwandlungen der Weltwirtschaft
  • Title page
  • Contents
  • I.
  • II.

Full text

Strukturwandlungen der Weltwirtschaft 
EEE 
RE 
»” 
standesmäßig zuerst erkannt hat. Daß so gearteter Kapitalismus, der 
mit »Mehrwerterpressung« im Sinne marxistischer Doktrin nichts gemein 
hat, sich auch in Europa ausbreite, ist nicht nur aus wirtschaftlichen, 
sondern ebensowohl aus sozialen Gründen das Gebot der Stunde. Ob 
Unternehmer und Arbeiter dies erkennen, ist nicht zuletzt für Deutsch- 
land schicksalbestimmend... . 
Wollte ich für die These vom lebendigen Kapitalismus den Beweis 
antreten und seinem Wirken in allen Teilen dieser Welt nachgehen, 
so müßte ich nicht den Bruchteil eines Vortrages, sondern die vier- 
stündige Vorlesung eines Wintersemesters zur Verfügung haben. Immer- 
hin sei in diesem entscheidenden Punkt etwas mehr gesagt, als es im 
weiteren Verlauf des Vortrages möglich ist. 
In der Vorkriegszeit war der Geldmarkt der Welt London. Auch 
der größte Teil der im eigentlichen Sinne internationalen exploitierenden 
überseeischen Unternehmungen war hier eingetragen. In den Jahren 
der Hochkonjunktur 1911 bis 1913 war die Mark kühn genug, mit dem 
Pfund in Wettbewerb zu treten, während der Dollar sich bescheiden im 
Hintergrund hielt. Wie anders heute! Leider sind wir nicht in der Lage, 
die internationalen Kapitalverschiebungen insgesamt zu erfassen. Nach 
den darüber vorliegenden Statistiken, die den öffentlich-rechtlichen 
Gläubigerstandard recht gut, den Wandel in den Bewegungen des Wirt- 
Schaftskapitals aber nur unvollständig widerspiegeln, ergibt sich das fol- 
gende Bild: das Nettoguthaben Europas in Überseegebieten belief sich 
in der Vorkriegszeit auf annähernd 100 Milliarden Mark. Heute beträgt 
die Nettoschuld Europas mehr als 30 Milliarden Mark. Die Vereinigten 
Staaten von Amerika waren vor dem Kriege mit etwa 16 Milliarden 
Mark an Europa verschuldet, während heute die Verschuldung Europas 
an die Vereinigten Staaten rund 60 Milliarden Goldmark beträgt. Frank- 
reich und Deutschland, die vor dem Kriege 50 bzw. 30 Milliarden Mark 
Nettoguthaben im Auslande hatten, sind heute in der internationalen 
Verpflichtungsbilanz Schuldner geworden, Deutschland auch ohne Be- 
rücksichtigung der Reparationsverpflichtungen. Großbritannien, ehe- 
mals mit 60 Milliarden Goldmark Auslandguthaben das erste Gläubiger- 
land der Welt, hat zwar — die Reparationsforderungen eingerechnet — 
Seinen Vorkriegsstand wieder erreicht, ist aber von den Vereinigten 
Staaten überflügelt worden; es vermag jährlich 2 Milliarden Goldmark 
im Auslande anzulegen, die Union hingegen das Zwei- bis Dreifache. 
Diese Zahlen zeigen einerseits die Verschiebungen in der Finanz- 
kraft Europas und Amerikas, wobei allerdings bemerkenswert ist, daß 
Sich England, absolut genommen, auf Vorkriegshöhe gehalten hat, 
anderseits, daß es sich eben nur um Verschiebungen handelt, während 
Sich im Wesen von Kapitalanlagen im Auslande nichts geändert hat.
	        

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Strukturwandlungen Der Weltwirtschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1927.
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