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Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Bibliographic data

fullscreen: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Monograph

Identifikator:
885239911
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6094
Document type:
Monograph
Author:
Respondek, Erwin http://d-nb.info/gnd/119085046
Title:
Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 203 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Die Pariser Börse
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Moratorien
  • II. Die Notenbank
  • III. Die Pariser Börse
  • IV. Die Kreditinstitute

Full text

86 
Erwin Respondek, 
neue Sorgen. So traten immer wieder neue Hemmungen ein. Das Wirt 
schaftsleben selbst ging nur langsam, gleichsam apathisch, vorwärts. 
Der Industrie mangelte es an Aufträgen, für Handel und Gewerbe stand 
eine noch schlechtere Konjunktur in drohendem Anzuge, und die Staats 
kasse kämpfte unermüdlich gegen den ewig drückenden Geldmangel. 
Es ist daher nicht zu verwundern, daß auch diese inneren Zustände 
der Spekulation den Stempel des Pessimismus aufdrückten und das 
Kursniveau ungünstig beeinflussen mußten. Mit Mühe und Not wurden 
alle diese Schäden am Kursgebäude in einem grenzenlosen, dem 
Franzosen angeborenen Optimismus immer wieder ausgebessert. Es 
fehlte auch nicht an Versuchen trotz all dieser Hemmnisse in die Spe 
kulation dennoch einen lebhafteren Schwung zu bringen, aber ohne 
jeglichen wahrnehmbaren Erfolg. Im Juni brach eine volle Krisis ein. 
Exekutionsverkäufe und freiwillige Glattstellungen waren sehr zahl 
reich, schienen sich zu überstürzen. An einem Tage wurde die Platz- 
und Provinzkundschaft, an einem andern Petersburg und Moskau und 
dann wieder Antwerpen und London glatt gestellt, wie der Bericht 
erstatter der „Frankfurter Zeitung“ aus Paris meldete. Das für die Börse 
so dringend notwendige kaltblütige Überlegen verschwand. Die wil 
desten Gerüchte riefen bei den Spekulanten hohe Angst hervor und die 
Baisse erweckte den Anschein, als wollte sie sich zu einer vernichtenden 
Lawine entwickeln. Hierzu kam, daß eine scharfe Verleumdungskam 
pagne gegen die Banken — speziell gegen die „Societe Generale“ — in 
das Publikum die größte Beunruhigung trug. Es drohte ein General 
sturm der Depositen-Einleger auf die Banken. Der Regierung gelang 
es noch durch schnelles Einschreiten den Zusammenbruch zu vermeiden, 
aber die Börse verharrte dennoch in ihrer nervös überreizten Stimmung. 
Es fiel auf, daß deutsche Staats- und Städte-Anleihen, besonders Reichs 
anleihe in großen Summen gegen Mitte des Jahres abgestoßen wurden 
und nach Deutschland zurückwanderten. Seit 1870 hatte die Pariser 
Börse noch keine so ernste und schwere Zeit durchgemacht. Die Auf 
lage der neuen 3%% Rente in den ersten Tagen des Monats Juli wurde 
unter diesen Umständen für den Markt zu einer fast erdrückenden Be 
lastung. Der Markt war nicht mehr aufnahmefähig und empfand diese 
Emission als eine gefährliche finanzielle Kraftprobe, die um so ernster 
wurde, als die allgemeine Lage und Stimmung sich zusehends verschlech 
terten. 
Denn immer neue bedeutende äußere Ereignisse wirkten auf die Börse 
ein. Auf politischem Boden war zu erkennen, daß in Rußland die Kriegs 
partei sichtbar die Oberhand erlangte, das befreundete England war 
durch die irländische Krisis in politischer Beklemmnis. Und nun wurde 
der Gipfel des Leidensweges erreicht durch die plötzliche Ermordung 
des österreichischen Thronfolgers. Schärfste Spannung zwischen Öster 
reich und Serbien. Man denkt an einen europäischen Krieg. Neue 
schwere Schläge für die Börse. Dies alles war zu viel für eine erschöpfte, 
überarbeitete und nervöse Börse, wie sie Paris in jenen Tagen hatte. Die
	        

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Frankreichs Bank- Und Finanzwirtschaft Im Kriege. Verlag von Gustav Fischer, 1917.
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