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Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Bibliographic data

fullscreen: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Monograph

Identifikator:
885239911
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6094
Document type:
Monograph
Author:
Respondek, Erwin http://d-nb.info/gnd/119085046
Title:
Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 203 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Die Pariser Börse
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Moratorien
  • II. Die Notenbank
  • III. Die Pariser Börse
  • IV. Die Kreditinstitute

Full text

9 o 
Erwin Respondek, 
r 
A 
„Erster Artikel: Die Effekten-Börse ist und wird bis auf weiteres 
geschlossen. 
Zweiter Artikel: Der Polizeikommissar, nahe am Börsengebäude, 
der Direktor der Stadtpolizei und die ihnen untergeordneten Beamten 
haben die Pflicht, jeden, den diese Verordnung angeht, zu ihrer Beob 
achtung anzuhalten“. 1 ) 
Ais das Waffenglück der Republik sich Wandte, die Deutschen 
einen eiligen Rückzug nach der abgebrochenen Schlacht an der Marne 
antreten mußten, erhoben sich in den Börsenkreisen eine Anzahl von 
Stimmen, die für eine Wiedereröffnung der Pariser Börse eintraten. 
Diese Forderung war ganz mit Recht gestellt worden und folgte aus 
schädlichen Mißständen, die sich an das unter der Hand Kaufen und 
Verkaufen knüpften. Täglich fanden sich nach der Einstellung der 
offiziellen Notierungen in den Tageszeitungen Anzeigen, die einen Ankauf 
Von Wertpapieren mit einem io—15 % und höheren Abschlag von den 
Kursen der letzten Julitage effektuieren wollten. Die großen Schäden, 
die sich für den Effektenbesitzer durch solche Verkäufe bei den Hinter 
börsen ergeben, liegen auf der Hand. Andererseits zwingen Börsen 
schluß und Moratorium, schlechter Geschäftsgang u. ä. zur Realisation von 
Wertpapieren, und der Effektenbesitzer wird auch die ungünstigsten Ange 
bote anzunehmen sich entschließen müssen, um seine Betriebskapitalien zu 
erneuern oder andere Ausgaben zu bestreiten. Schon aus diesen Über 
legungen wäre eine amtliche Notierung an der Pariser Börse, als Zentral 
stelle für das ganze Land, von großem Interesse für Rentner und Kapi 
talisten. Aber auch für das Schatzamt ist eine gleichmäßig und gut 
arbeitende Börse in Kriegszeiten von besonders hohem Vorteile und 
unumgänglicher Notwendigkeit. Dies sprach der Finanzminister selbst 
aus, wenn er in einem Schreiben an die Presse sagt: 
„Das Schatzamt hat unter den gegenwärtigen Umständen ein 
Interesse, die Entlastung der Zeichner zu begünstigen, indem es ihnen 
die Mittel gibt, ihfe Zertifikate zu einem Kurse zu handeln, der nicht 
ungünstig ist“ 2 ). 
Die Bemühungen zur Wiedereröffnung der Börse in Paris waren 
vergeblich. Gegen Paris als Börsenplatz sprachen viele Momente, die 
die günstigen aufhoben. Der Feind war nicht weit, und die Regierung 
hatte ihren Sitz offiziell von Paris nach Bordeaux verlegt, die Bank 
von Frankreich und die Kreditbanken sind diesem Beispiele gefolgt. 
Wollte man also die Börse wieder öffnen, so mußte auch die Pariser Börse 
der Auswanderung nach Bordeaux folgen. Von Mitte September tagte 
denn die Pariser Börse gleichfalls in Bordeaux. Am 4. Dezember 1914 
wurde sie dort geschlossen und nach Paris zurückverlegt. 
Die aus Bordeaux gemeldeten Kurse sind gleichfalls rein nomineller 
Natur. Beide Renten, die 3 % ew. und 3y 2 % amort. Rente wiesen 
konstante Kurse auf. Bordeaux war Provinzbörse und konnte trotz 
*) L’Economiste Franfais 1914, No. 37, S. 329. 
") L Economiste Franfais 1915, S. 336.
	        

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Die Politische Ökonomie Des Rentners. Verl. für Literatur und Politik, 1926.
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