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Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Bibliographic data

fullscreen: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Monograph

Identifikator:
885239911
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6094
Document type:
Monograph
Author:
Respondek, Erwin http://d-nb.info/gnd/119085046
Title:
Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 203 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Die Pariser Börse
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Moratorien
  • II. Die Notenbank
  • III. Die Pariser Börse
  • IV. Die Kreditinstitute

Full text

94 
Erwin Respondek 
arbeiten in der Praxis oft ineinander. Die Coulisse vermag durch ihre 
Anpassungsfähigkeit an Konjunkturumschläge, Krisen aller Art, dem 
Pariser Finanzmarkte eine schätzenswerte Elastizität zu gewähren 
und im Verein mit dem Parkett durchaus glücklich und marktregelnd 
zu wirken. 
Aus diesem Aufbau des Pariser Marktes geht die überragende und 
wichtige Stellung des Wechselmakler-Syndikats deutlich hervor. Sie 
wurde in bewußter Weise nach den gezeichneten Richtungen ausgebaut 
und die weiten Machtbefugnisse, die dem amtlichen Makler- Syndikat 
eingeräumt sind, haben es seinen Mitgliedern ermöglicht, sich in den 
spekulativen und anlagesuchenden Schichten der Bevölkerung eine 
Vertrauen und Ansehen sichernde Position zu erwerben. Weniger bevor 
zugt und fest, dafür aber um so lebhafter und beweglicher in der reinen, 
eigenen Spekulation arbeitet die Coulisse. Äußerlich kommt der Unter 
schied zwischen diesen beiden Elementen der Pariser Börse schon in der 
Höhe der ihnen anvertrauten Reportengagements zum Ausdruck. Der 
Zahlungsaufschub, den sich die Börse selbst gewährte, legt Reportgelder 
im Markte der Wechselmakler von etwa 500 Mill. Frcs. und in dem der 
Coulissiers dagegen nur von 150—160 Mill. Frcs. fest. Er traf aber beide 
Gruppen gleich schwer, und man suchte daher von allen Seiten nach 
einer Lösung. Es ist bereits dargelegt, daß diese Gelder einen Teil der 
Kapitalien von Privaten und auch Banken bilden, die durch Vermittlung 
beider Maklergruppen im Reportgeschäft investiert wurden. Sie stellen 
zum größten Teil zeitweilig im Handels- und Zahlungsverkehr nicht 
benötigte Kapitalien dar, die aus Rücksichten auf den relativ hohen 
Zinsertrag und ihre leichte Realisierbarkeit ohne Bedenken den Maklern 
zur Anlage überwiesen wurden. Nunmehr ist es unmöglich, sie zurück 
zuleiten. Zwar sind sie durch den Aufschub nicht verloren, aber der 
Wirtschaft entzogen und unproduktiv festgelegt. Dies bedeutet natür 
lich eine schwere Belastung für die Geldgeber, Banken und Private. 
Die letzteren namentlich forderten daher eine möglichst rasche Abwick 
lung der Engagements und erhofften, wie bereits erwähnt, eine end 
gültige Regelung am Ultimo des Monats August 1914. Dennoch wurden 
die Verbindlichkeiten weiter hinausgeschoben und von Monat zu Monat 
mußte auch späterhin die Prolongation erneuert werden. In der Zwischen 
zeit wurden zahlreiche Vorschläge diskutiert, um diese Frage zur Zu 
friedenheit aller Betroffenen zu lösen. Man sagte, daß die Verhält 
nisse am Ende des nächsten Monats kaum vorteilhafter sein könnten, 
als am Ende des vorherigen und daß man sofort zur Liquidierung schrei 
ten, die Reportengagements aus Anlaß einer unerwarteten höheren 
Gewalt lösen müßte. Diese einfache Lösung des komplizierten Problems 
ist eine ebensowenig überzeugend einleuchtende und richtige wie radikale 
Maßregel. Sie ist gewiß höchst leicht, dürfte aber die Reportgeldfrage 
in ihrem Kern selbst nicht treffen. Denn die Kapitalien sind in jenen 
Engagements seit langer Zeit fest angelegt, bereits vollständig verbraucht, 
und an ihre Stelle müssen neue Gelder treten, um die alten Kapitalien,
	        

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Om Kredit Och Vexlar. Edlund, 1880.
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