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Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Bibliographic data

fullscreen: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Monograph

Identifikator:
885239911
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6094
Document type:
Monograph
Author:
Respondek, Erwin http://d-nb.info/gnd/119085046
Title:
Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 203 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Die Pariser Börse
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Moratorien
  • II. Die Notenbank
  • III. Die Pariser Börse
  • IV. Die Kreditinstitute

Full text

Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft. 
95 
die man zurückziehen will, zu ersetzen. Es war ein neuer Geldgeber zu suchen. 
Leicht ist es nicht, in schweren Kriegstagen Kapitalquellen zu finden, 
die stark und geneigt genug sind, die die Börse ungemein belastenden, fest 
gelegten Gelder durch neues Kapital abzulösen und dazu noch nicht 
allzu hohes Entgelt für diesen Dienst zu fordern. Das Syndikat beschritt 
den jetzt einzig gangbaren Weg: zur Notenbank. Sie suchte und fand 
bei ihr die notwendige Hilfe. Die Korporation der Wechselmakler traf 
mit der Bank von Frankreich ein Abkommen, in dem die Notenbank 
einen Maximal-Vorschuß von 200 Milk Frcs. den Wechselmaklem zum 
Abbau der Reportverbindlichkeiten zusagte. Sie hat späterhin noch 
50 Mill. Frcs. neuen Kredit zugesagt, so daß also den Wechselmaklem 
eine Summe von 250 Mill. Frcs. zur Verfügung stand. Die Hilfeleistung 
war aber an strenge Vorschriften geknüpft. Ein Wechselmakler, der 
von ihr zur Ablösung des Engagements Geld wünscht, hat für die be 
nötigte Summe, deren Höchstbetrag für ihn allein auf 200 000 Frcs. 
limitiert war, einen 3 Monats-Solawechsel mit 2 Unterschriften von an 
deren Wechselmaklern einzureichen. Dieser Wechsel wird ihm zum offi 
ziellen Banksatze diskontiert und gleichzeitig hat er in Höhe des gewährten 
Darlehns Wertpapiere zu hinterlegen, die mit 40 % des Liquidations 
kurses in Lombard genommen werden. Als Unterlage dienen ausschließ 
lich gute französische Effekten. 
Die Bedingungen, unter denen die Notenbank als Geldgeber für 
die offiziellen Makler auftritt, sind hart. Denn jene Verknüpfung von 
Diskont- und Lombarddarlehen bringt dem kreditbedürftigen Wechsel 
makler nur effektive 40 % der laufenden Engagementssumme, mit denen 
er seine Kunden befriedigen soll. Andere Effekten als die aus seinem 
Reportgeschäft besitzt et nicht mehr, und diese aus dem Ultimogeschäft 
herkommenden muß er sämtlich der Notenbank als Pfand zuweisen. 
Er bleibt somit bei seinen Kunden noch mit 60 % im Debet und hat 
hierfür laut Moratoriums-Verfügung 5 % Debetzinsen zu zahlen. Gleich 
zeitig läuft eine neue verzinsliche Verpflichtung bei der Notenbank, 
und er hat weiterhin auf ein wertvolles Pfandobjekt Verzicht leisten 
müssen. Es kann daher nicht überraschen, daß die Makler von dieser 
Hilfe nur spärlich Gebrauch machen wollten. Gegen 50 Mill. Frcs. nur 
haben sie auf diesem Wege nach einer Mitteilung der „Frankfurter 
Zeitung“ 1 ) reguliert. 
Außer dem Eingreifen der Notenbank, das die Wechselmakler in 
der praktischen Ausführung doch enttäuscht haben dürfte, waren sie 
bestrebt, aus eigener Kraft Kapitalien flüssig zu machen. Das Syndikat 
genießt einen guten Ruf, und es wurde nach Erwägung der Geldmarkts 
lage beschlossen, einen kleinen Betrag durch Emission von Bons mit 
der Unterschrift der Syndikats-Kammer aufzunehmen. Nach einer 
Mitteilung des Finanzministers sollen 75 Mill. Frcs. dieser Bons ohne 
Schwierigkeiten untergebracht worden sein. Von dem erlangten Kapital 
■wurden die aus der Abwicklung entstandenen Differenzen beglichen, 
ß Frankfurter Zeitung, 5. Dezember 1914-
	        

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Frankreichs Bank- Und Finanzwirtschaft Im Kriege. Verlag von Gustav Fischer, 1917.
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