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Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Bibliographic data

fullscreen: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Monograph

Identifikator:
885239911
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6094
Document type:
Monograph
Author:
Respondek, Erwin http://d-nb.info/gnd/119085046
Title:
Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 203 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Die Kreditinstitute
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Moratorien
  • II. Die Notenbank
  • III. Die Pariser Börse
  • IV. Die Kreditinstitute

Full text

io6 
Erwin Respondek, 
Inwieweit der Krieg und insbesondere das Miets-Moratorium in 
Zukunft schädigend auf die Güte der Pfandbriefe und Solidität des Unter 
nehmens wirken werden, ist heute noch nicht festzustellen, denn alle 
Reserven können vor Erschütterungen nicht schützen, sie nur mildern. 
Zweifellos dürfte feststehen, daß der Haus- und Grundbesitz durch 
den langen Krieg tiefe Wunden erfahren hat, die durch die gesetzliche 
Prolongation aller Verpflichtungen nur eine vorübergehende und schein 
bare Heilung gefunden haben. Ein hoher Ausfall an Mieten, die 
stete, langfristige Stundung von fälligen Mietszahlungen, die seit Kriegs 
beginn ununterbrochen durch gesetzliche Verfügungen aufrecht erhalten 
wird, vermindern die Einnahmen der Hausbesitzer um gewaltige Summen. 
Auf der Gegenseite haben sie aber unvermindert große Ausgaben für 
Reparaturen, Instandhaltung des Hauses, sowie die Entrichtung von 
Steuern an den Staat und die Kommune zu leisten. Wenn ihnen 
auch eine bedeutsame Erleichterung zuteil wurde, nämlich die Be 
willigung, ihre Hypothekenzinsen und Hypothekenkapitalien, soweit 
ihr Rückzahlungstermin fällig ist, an einem späteren, vom Moratorium 
vorgeschriebenen Zeitpunkt zu bezahlen, so bleibt im Grunde doch 
diese Vergünstigung eine, wenn auch versteckte, so doch schwere Be 
lastung und muß einmal offen zutage treten. Hier kann nun nicht 
mehr die weitere Entwicklung vorweg gegriffen, am allerwenigsten 
die zukünftige Einwirkung auf den Hypotheken- und Grundstücksverkehr 
diskontiert werden, sondern die neue Gestaltung dieses wichtigen wirt 
schaftlichen Gliedes muß abgewartet werden. Dann auch erst wird 
die innere Kraft des Credit-Foncier ihre Probe zu bestehen haben. Faßt 
das erste und führende französische Hypothekeninstitut allein diese 
wenigen, hier angedeuteten Momente in den Kreis seiner Betrachtungen, 
blickt es auf die nach Milliarden zählenden Verluste, die in der Kriegszone 
eingetreten sind, so wird es wohl mitten im Kriege und auch in voller 
Unkenntnis über seinen endgültigen Ausgang keine anderen Sicherungen 
und Vorarbeiten zur Genesung von allen Schäden vornehmen können, 
als die gezeichnete Konsolidierung des eigenen Status. Steht die Hypo 
thekenbank auf festem Boden, dann werden die Schwachen auf sie mit 
Vertrauen blicken und an ihr in Zeiten der wirklichen Bedrängnis einen 
sicheren Rückhalt finden. 
Die Credit-Mobilierbanken, auch Banques d ’ af 
faires genannt, arbeiten mit ihren eigenen Kapitalien und nur 
zuweilen mit Mitteln, die ihnen von Kapitalisten-Verbänden zur Ver 
fügung gestellt werden. Ihre Haupttätigkeit und vornehmliche Arbeits 
richtung besteht in reinen Finanzgeschäften. Sie führen ebenso gern und 
leicht Neuemissionen an der Pariser Börse durch, wie sie sich bei groß- 
stiligen Emissionen und Finanztransaktionen an allen europäischen 
Börsen aktiv beteiligen. So nehmen sie seit langem den regsten Anteil 
an den Emissionen des französischen Staates, sind Emittenten der 
Anleihen Argentiniens, Ägyptens, Belgiens, Bulgariens, Kanadas, Chiles, 
Chinas, Griechenlands, Hollands, Mexikos, Skandinaviens, Österreichs,
	        

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Frankreichs Bank- Und Finanzwirtschaft Im Kriege. Verlag von Gustav Fischer, 1917.
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