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Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Bibliographic data

fullscreen: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Monograph

Identifikator:
885239911
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6094
Document type:
Monograph
Author:
Respondek, Erwin http://d-nb.info/gnd/119085046
Title:
Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 203 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Die Kreditinstitute
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Moratorien
  • II. Die Notenbank
  • III. Die Pariser Börse
  • IV. Die Kreditinstitute

Full text

Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft. 
113 
haben einen ihnen eigenen Zug, def durch die Pflege eines Geschäfts 
zweiges zum markanten Ausdruck gelangt ist, entwickelt. Es ist 
dies die in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten im vorherrschenden 
Maße betriebene Emissionstätigkeit ausländischer Wertpapiere. In 
Verbindung mit den Banques d’affaires und unter dem Drucke der 
französischen Regierung haben die Depositenbanken das französische 
Kapital in eine Richtung gelenkt, die neben gewinnpolitischen im 
wesentlichen auch durch rein politische Gedanken bestimmt wurde, 
und die sich im Kriege als ein fundamentaler Fehler offenbarte. Bei 
dieser Politik der Anleihe-Emissionen muß einige Zeit verweilt werden, 
sie ist eingehender darzulegen, denn hier dürften die Wurzeln der heu 
tigen finanziellen Schwäche der französischen Republik zu finden sein. 
Frankreich ist Kapitalgeber 1 ) für die ganze Welt. Nur wenige 
Länder gibt es, die nicht durch französisches Geld reichlich durchtränkt 
und noch heute der Republik tributpflichtig wären. Diese Hingabe 
von Kapitalien wurde seit vielen Jahrzehnten in Frankreich durch die 
Emission ausländischer Anleihen durchgeführt. Hierdurch wuchs der 
Wertpapierbesitz der Franzosen zu einer auffallenden Höhe 
heran. Es möge zunächst eine Berechnung des wahrscheinlichen Wert 
papierbesitzes gegeben werden, bevor auf die Ursachen und Ziele dieser 
Erscheinung näher eingegangen wird. 
Als Grundlage für den rechnerisch zu erfassenden Bestand der an 
den französischen Börsen zugelassenen Wertpapiere wird gewöhnlich 
die Börsen-Statistik zugezogen. Hiermit sind aber eine Reihe von Fehlern 
verbunden. So werden in erster Linie solche Papiere nicht erfaßt, die 
keinen offenen Markt haben, also die an der Coulisse zugelassenen Werte. 
Diese Summen sind nicht gering. Lachapelle sagt hierüber; 
,,Die verborgenen Emissionen ausländischer Effekten haben in diesen 
letzten Jahren eine sehr große Ausdehnung angenommen . . .“ 2 ). Er schätzt 
den nominellen Betrag der jährlich ohne öffentliche Zeichnung und ohne 
Prospekt ausgegebenen Wertpapiere auf rund 1000 Mill. Frcs. Für die 
Jahre 1905—1914 stellt er folgende Tabelle (S. 114) auf (in Mill. Frcs.); 
Dagegen beträgt die Summe der in gleicher Periode an der Pariser 
Börse offiziell zugelassenen Wertpapiere für französische Werte 12 300, 
für ausländische Werte 22 400 MUL Frcs. 
Weitere Fehlerquellen bieten die recht hohen Beträge, die aus den 
Rückkäufen durch das Ursprungsland entstehen, dann der Abfluß nach 
dorthin durch spekulative Arbitrage, Tilgung, Auslosung und zahlreiche 
andere Momente, die statistisch gar nicht erfaßt werden können. Im 
wesentlichen müssen hier vorsichtige Schätzungen die statistischen Er 
hebungen begleiten. 
h Arndt betont dieses Wort, da nach seiner Ansicht die Bezeichnung Frankreichs 
als „Bankier“ nicht zütrifft. Bankier heißt bei ihm der „Kapital-Vermittler“, während 
doch Frankreich Kapital hingibt. 
2 ) a. a. O. S. 198. 
Kespondek, Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft. 
8
	        

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Frankreichs Bank- Und Finanzwirtschaft Im Kriege. Verlag von Gustav Fischer, 1917.
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