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Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Bibliographic data

fullscreen: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Monograph

Identifikator:
885239911
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6094
Document type:
Monograph
Author:
Respondek, Erwin http://d-nb.info/gnd/119085046
Title:
Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 203 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Die Kreditinstitute
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Moratorien
  • II. Die Notenbank
  • III. Die Pariser Börse
  • IV. Die Kreditinstitute

Full text

122 
Erwin Respondek, 
„Es ist wahr, daß die Kreditinstitute dem Beispiel der Regierung, 
der Minister und der Abgeordneten gefolgt sind, die in der Vergangen 
heit sehr oft eine persönliche Politik vertreten haben, die dem nationalen 
Interesse sehr scharf entgegen war. Wenn unsere Kreditinstitute es vor 
zogen, ausländische Wertpapiere an Stelle französischer Werte zu emit 
tieren, so geschah es, weil die ersteren ihnen eine viel größere Gewinn 
marge und höhere Provisionen ließen als die zweiten, und daher haben 
sie das allgemeine Interesse ihrem privaten Interesse geopfert“ 1 ). 
So einfach liegt jedoch die Schuldfrage nicht, obwohl dem Urteil 
des Franzosen Berechtigung zuerkannt werden muß. Es darf nicht 
außer acht gelassen werden, daß der überreiche Zustrom frei verfüg 
barer Kapitalien den Depositenzins auf ein Minimum drückte, den 
die Einleger und Sparer nicht akzeptieren wollten und konnten. Dies 
rief auf der anderen Seite die notwendige Verwertung in irgendeiner 
arbeitenden Wirtschaft hervor, die gewillt war, höheren Zins zu vergüten. 
Fanden die Gelder im Innern keine Arbeit, so mußten sie notwendig 
ins Ausland fließen. Eine auch nur annähernd einwandfreie Untersuchung, 
inwieweit hierbei der Wunsch der Rentner nach besserem Zinsertrag, 
die Furcht vor der Verfolgung von seiten des Fiskus mit Steuern, sobald 
er gute französische Werte kauft, oder seine Spekulationssucht stimu 
lierend auf die Emission jener hoch verzinslichen ausländischen Wert 
papiere durch die Banken einwirkten, oder die Banken aus eigenen, ge 
winnsüchtigen Wünschen zum Ankauf der Effekten anregten, ist äußerst 
schwierig zu führen. Sie dürfte im Endresultat wohl eine wechselseitige 
Beeinflussung ergeben. Dann ist ein nicht zu kleiner Posten in das Schuld 
konto der französischen Regierung einzutragen. Sie bewegte sich, wie 
schon erwähnt, durch gewissenlose Politiker des In- und Auslandes 
geführt, in einem kriegslüsternen Kurs und benutzte die Kapitalkraft 
des Landes für ihre politischen Zwecke. Die Emissionen der auslän 
dischen Werte wurden von ihr dazu noch vom steuerfiskalischen Ge 
sichtspunkte aus begünstigt, um durch die Effekten-Emissionssteuer 
die Staatskassen aufzufüllen. Es ist also nicht zu verkennen, daß auch 
von hier aus Fehler gemacht wurden, die unter Einschluß der Rentner- 
Wünsche und Bankpolitik eher das Urteil eines allseitigen Verschuldens, 
als einer alleinigen Schuld der Finanzkreise rechtfertigen lassen. 
Bereits vor Ausbruch des Krieges war das Vertrauen der Bank 
gläubiger zu den großen Kreditinstituten stark erschüttert. Dies war 
nur zu natürlich. Eine so leicht geführte Bankpolitik, wie sie bereits 
geschildert wurde, mußte einmal zum Schaden ausschlagen. Die 
„Frankfurter Zeitung“ faßt die Lage der Banken, wie sie in den letzten 
Friedensmonaten vorherrschte, sehr gut zusammen. Sie sagt wörtlich: 
„Enorme Verluste an mexikanischen, brasilianischen, argentinischen 
und anderen Papieren haben die Kaufkraft des Publikums geschwächt 
und sein Vertrauen geschmälert, während gleichzeitig die Furcht vor 
h a. a. O. S. 202.
	        

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Aktive Währungspolitik. Freiland-Freigeld-Verlag, 1921.
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