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Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Bibliographic data

fullscreen: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Monograph

Identifikator:
885239911
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6094
Document type:
Monograph
Author:
Respondek, Erwin http://d-nb.info/gnd/119085046
Title:
Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 203 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Die Kreditinstitute
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Moratorien
  • II. Die Notenbank
  • III. Die Pariser Börse
  • IV. Die Kreditinstitute

Full text

Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft. 
123 
den neuen Steuern vielfach dazu führte, die Kapitalien im Ausland 
in Sicherheit zu bringen. So lange die Haussetendenz dauerte und die 
Vertrauensseligkeit der Kundschaft keine Grenzen kannte, haben die 
Banken glänzende Geschäfte gemacht Jetzt zeigt sich 
die Kehrseite; die Kundschaft ist übersättigt, die Kurse sind stark ge 
fallen, und die Emittenten haben sehr viel zurücknehmen müssen, ohne 
die Kurse halten zu können. Die Banken befinden sich daher jetzt in 
einer wenig beneidenswerten Lage " 1 ) 
Zu dieser unerquicklichen Lage, die im wesentlichen mit der Börsen 
depression zusammenhing und durch sie deutlicher hervortrat, kam 
noch hinzu, daß seit einigen Wochen — vor Ausbruch des Krieges —■ 
in der Tagespresse eine unerfreulich scharfe Verleumdungskampagne 
gegen die Kreditbanken einsetzte. In Zeitungsartikeln, Broschüren 
aller Art wurden gegen einzelne Banken die ärgsten Verdächtigungen 
ausgesprochen, die leicht zu einer Existenzgefährdung aller Kreditinsti 
tute führen konnten. Die Alarmnachrichten, deren Schlagwörter vor 
nehmlich Unsolidität sowie baldige Insolvenz waren, machten die Di,po- 
siteneinleger scheu, die dann in ihren dunklen Befürchtungen die Banken 
stürmen sollten. 
Trotz aller Bestrebungen des Finanzministers, den unschönen und 
gefährlichen Hetz- und Wühlarbeiten ein Halt zu gebieten und ihnen 
die verderbenbringenden Spitzen abzubrechen, gelang es den Unterminiere, 
an einer Stelle ihr Ziel zu erreichen; die Depositengläubiger stürmten 
im Mai die „Societe Generale“. Diese Bank soll nach den Ausstreuungen 
jener geheimen Kräfte durch verfehlte Terrain- und Effektenspeku- 
lationen Gelder verloren haben, die ihr eigenes Kapital um viele Mil 
lionen Franken überschreiten. Das Vertrauen der Depositengläubiger 
war daher vollkommen geschwunden. Den Schaltern der Bank drohte 
ein gefährlicher Sturm, so daß sie sich genötigt sah, von der Regierung 
ein Vertrauensvotum zu erbitten. Dieses wurde ihr von der Bank von 
Frankreich auf Veranlassung der Regierung nach Prüfung ihrer Bilanzen 
und Bücher erteilt. So konnte die Gewalt des ersten Ansturms ge 
brochen werden und die „Societe Generale“ vor dem Zusammenbruch 
bewahrt bleiben. Der Run auf dieses zweitgrößte Kreditinstitut wird 
von ihm selbst auf Zeitungsverleumdungsarbeit zurückgeführt. Nach 
dem Ausweise, den die Bank nach Ablauf dieser Vorgänge bekannt gab, 
schien sie vollauf in der Lage, die Abhebungen befriedigen zu können, 
schien also in ihrer Liquidität keineswegs erschüttert gewesen zu sein. 
Die Zahlen ihrer Monatsbilanz weisen die folgenden Daten auf (in 
Mill. Frcs.): 
Ende April 1914 bar 2 ) 1236,00, sofort fällige Verbindlichkeiten 1689,00 
Ende Juni 1914 bar (nach dem Run) 923,00, „ „ „ 1413,00 
Die Vorgänge in den Beziehungen zwischen der „Societe Generale“ 
und ihren Gläubigern kann man als die ersten Vorboten für eine mög- 
h Siehe Frankfurter Zeitung, 27. Mai 1914. 
2 ) bar s= sofort greifbare Aktiva (Kasse, Bankguthaben, Wechsel).
	        

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Kritische Geschichte Der Nationalökonomie Und Des Socialismus. Grieben, 1875.
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