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Bibliographic data

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Monograph

Identifikator:
885239911
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6094
Document type:
Monograph
Author:
Respondek, Erwin http://d-nb.info/gnd/119085046
Title:
Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 203 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Die Kreditinstitute
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Moratorien
  • II. Die Notenbank
  • III. Die Pariser Börse
  • IV. Die Kreditinstitute

Full text

Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft. 
125 
Ansturm ihrer Kunden ruhig heranfluten und über sich ergehen ließen, 
hatten die Kassen viele Millionen Frcs. Einlagen auszuzahlen. Allein 
der „Credit Industriel" zahlte in sechs Tagen, vom 27. Juli an bis zum 
x. August, 150 502 000 Frcs. an seine Depositengläubiger und Kredi 
toren zurück 1 ). Auch die anderen Banken berichten, daß ihnen in jenen 
kritischen Tagen einige hundert Millionen Franken entzogen wurden, die 
sie zum Teil mit den aus Rediskontierungen herrührenden Mitteln zu 
effektuieren suchten. Ihre Wechselportefeuilles hatten somit eine be 
trächtliche Abnahme zu verzeichnen, dafür erhöhte sich aber das Porte 
feuille der Notenbank in der gleichen Zeit, vom 27. Juli bis 6. August 
um rund 2352 Milk Frcs. * I 2 ). Diese den Banken zugewendete Hilfe konnte 
dennoch keine hinreichende Befriedigung gegenüber allen Anforderungen 
gewähren. Die Notenbank mußte aber eine weitere Diskontierung im 
Hinblick auf ihre Aufgaben gegenüber dem Staat versagen, und die 
Banken stellten damit ihrerseits die Zahlungen ein. Sie wurden hierzu 
um so dringender gezwungen, nicht allein durch die berechtigte und 
verständliche Zurückhaltung der letzten Kreditquelle des Landes, als 
auch durch den Umstand, daß durch den Börsenschluß in Paris und an 
allen anderen Plätzen ihnen jede Ausgleichsmöglichkeit und Heranziehung 
von Kapitalien durch Effektenverkäufe unterbunden war. Die Coulisse der 
Pariser Börse schloß am 27. Juli keine Geschäfte mehr ab, am 3. August 
wurde die Börse vollkommen geschlossen. Am Londoner Markt waren 
nicht einmal internationale erstklassige Werte zu verkaufen, und die Stock- 
Exchange verschloß am 31. Juli ihre Pforten. Mailand und Rom, Zürich 
und Amsterdam stellten ihre Notierungen gleichfalls ein. Damit war 
von vornherein jeder Weg des Verkaufs guter heimischer und inter 
nationaler Effekten, die man in der Bankpolitik bislang als sofort greif 
bare Reserve anzusehen pflegte, versperrt. 
Den Geschäftsleuten, die nach alter Sitte sofort bei Abgabe der 
Waren auf ihre Kunden ziehen und die Tratten bei ihren Banken dis 
kontieren, um Lohn- und Gehaltszahlungen, Steuern und andere Ab 
gaben zu leisten, wurden die Wechsel nicht mehr diskontiert. Die Depo 
sitenkunden standen vor versperrten Schaltern. 
Gesetzlich wurden die Banken zur Einstellung ihrer legitimen Zah 
lungsverpflichtungen durch die Verordnung vom 9. August 1914 er 
mächtigt, die mit rückwirkender Kraft ab 1. August 1914 ausgestattet 
wurde. 
Das Moratorium vom 9. August 1914 über die Rückziehung von 
Bardepots bei Banken und Kreditinstituten — Bankmoratorium — ist 
wohl neben dem Wechselmoratorium die einschneidendste Maßregel im 
b Siehe Geschäftsbericht des Credit Industriel, abgedruckt im L’Economiste Franpais 
I 9i5, S. 6i4/rs. Nach dem Bericht überstiegen die Auszahlungen die Einzahlungen um 
68 754 000,00 Frcs., d. h. also 81 748 000,00 Frcs. flössen der Bank aus anderen Quellen 
2U , eingegangene Außenstände, Rediskontierung bei der Notenbank usf., so daß sie immer 
noch rund 69,00 Milk Frcs. aus eigener Kraft abführen konnte. 
2 ) Rede von Ribot in der Kammer vom 18. Dezember rgi4, siehe L'Economiste 
Franpais No. 52, S. 652—653.
	        

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Frankreichs Bank- Und Finanzwirtschaft Im Kriege. Verlag von Gustav Fischer, 1917.
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