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Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Bibliographic data

fullscreen: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Monograph

Identifikator:
885239911
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6094
Document type:
Monograph
Author:
Respondek, Erwin http://d-nb.info/gnd/119085046
Title:
Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 203 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Die Kreditinstitute
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Moratorien
  • II. Die Notenbank
  • III. Die Pariser Börse
  • IV. Die Kreditinstitute

Full text

140 
Erwin Respondek, 
gegen absolut sichere Effektenunterpfänder gewährt, in allem jedoch 
Mäßigung als oberstes Leitprinzip walten lassen. Nach den Angaben 
in ihren Geschäftsberichten zielten sie dahin, die Deponenten zum An 
kauf der Kriegsanleihen zu bewegen. Hier bot sich ihnen ein Feld, auf 
dem sie den anlagesuchenden Kunden zuverlässige und uneigennützige 
Berater und Führer sein können. Es ist selbstverständlich, daß sie gegen 
wärtig als die einzig empfehlenswerte Kapitalsanlage nur die Nat.-Vert.- 
Wechsel sowie die 5 % Rente propagieren. 
So führt der Credit Lyonnais an, daß seine Kunden rund 83,00 Milk 
Frcs. 5 % ewige Rente gezeichnet haben, die einem nominellen Kapital 
von 1655,00 Milk Frcs. entsprechen. Bei der Unterbringung der Nat.- 
Vert.-Wechsel und -Obligationen habe er tätigen Anteil genommen und 
seit den Emissionstagen seien von seiner Kundschaft bis zum 15. De 
zember 1915 über 3800,00 Milk Frcs. gekauft worden. Das Comptoir 
National meldet, daß bei ihm 140 000 Zeichner an seinen Schaltern 
für 725,00 Milk Frcs. nominelles Kapital 5 % Rente nachgefragt haben. 
Die Banken übten demnach hier lediglich eine vermittelnde Tätigkeit aus, 
ohne sich selbst zu engagieren. Aus der Behandlung der einzelnen Geschäfts 
zweige kann die Ansicht gewonnen werden, daß es den Banken weniger 
auf die Rentabilität ihrer Arbeit während der schweren Kriegszeit als 
auf die sichere Fundierung ihrer Gesamtlage und Vermeidung irgend 
welcher neuer Erschütterungen ankommt. Konsolidierung scheint jetzt 
bei ihnen die Parole zu sein. 
Eine so tiefgreifende Änderung in der Geschäftspolitik konnte 
nicht vor sich gehen, ohne merkliche Spuren an den Gewinnziffern zu 
hinterlassen. Die Zinseinnahmen haben keine großen Summen erreicht, 
denn der Mehrgewinn, der auf der aktiven Seite durch das erhöhte Landes 
zinsniveau zu erzielen ist, bewegt sich in engen Grenzen und wird dazu 
noch von den auf der passiven Seite zu leistenden höheren Depositen 
zinsen verkleinert. Aus den hohen Kassenbeständen folgen nur Zins 
opfer. Provisionseinnahmen sind geringer geworden, da mit dem Börsen 
schluß und dem späteren kleinen Verkehr die ergiebigen Gewinnquellen 
aus dem Effekten-Kommissionsgeschäft zum Versiegen gebracht sind. 
Der Verkehr auf dem provisionspflichtigen Konto-Korrentkonto ist trotz 
der flotten Kriegskonjunktur nicht so rege, daß er diesen Ausfall auszu 
gleichen imstande wäre. Neben dem Fortfall der Kommissionsgebühren 
beeinflussen das Fehlen der Kursgewinne aus Effektenspekulationen, 
sowie die Unmöglichkeit, zwischen den befreundeten oder neutralen 
Börsen im größeren Stile zu arbitrieren, das Gewinnergebnis recht er 
heblich. Aber besonders eine Gewinnquelle, die mit Ausbruch des Krieges 
zum vollständigen Versiegen gelangte, dürfte von den Kreditbanken, 
— wie von den Credit Mobilier-Banken — am empfindlichsten vermißt 
werden. Dies sind die in so reichlichen Mengen und auf so leichte und 
schnelle Art gewonnenen Kommissionen und Kursdifferenzen aus den 
ausländischen Anleihe- und Aktienemissionen. Aus diesem intensiv 
gepflegten Geschäftszweig holten die Banken ihre höchsten Gewinn
	        

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Frankreichs Bank- Und Finanzwirtschaft Im Kriege. Verlag von Gustav Fischer, 1917.
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