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Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Bibliographic data

fullscreen: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Monograph

Identifikator:
885239911
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6094
Document type:
Monograph
Author:
Respondek, Erwin http://d-nb.info/gnd/119085046
Title:
Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 203 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Moratorien
  • II. Die Notenbank
  • III. Die Pariser Börse
  • IV. Die Kreditinstitute

Full text

152 
Erwin Respondek, 
Schuld von 1608,00 Mill. Frcs. gegenüber. Hiervon entfielen auf die 
ausgegebenen Schatzscheine 427,00 Mill. Frcs. Demnach stand also 
das Schatzamt am Vorabend des Krieges mit 1178,00 Mill. Frcs. im 
Debet. Gewiß ist dies für die Beurteilung der finanziellen und wirtschaft 
lichen Quellen des Landes kein betrübendes oder beängstigendes Zeichen. 
Es legt nur die Schwierigkeiten dar, die das Schatzamt in der Heran 
ziehung von Kapitalien in die Staatskasse zu überwinden hatte. 
Durch den Krieg ist die Finanzverwaltung vor neue Aufgaben ge 
stellt. Die alten Pläne mußten einer Revision unterzogen werden, das 
Staatsbudget, die Deckung des Defizits, kurz der ganze finanzielle Staats 
haushalt erlitten eine vollkommene Umänderung. Es galt nunmehr, 
alles auf die außergewöhnlichen und eigenartigen Erfordernisse der 
Kriegswirtschaft einzustellen und als einziges Ziel eine methodisch an 
gelegte und systematisch verfolgte Kriegsfinanzierungspolitik 
zu treiben. Alle anderen Ziele traten naturgemäß hinter die neue, ge 
waltige Aufgabe weit zurück. 
Die große Frage, worin liegt die Lösung des Problems der Kriegs 
finanzierung, die im Staatshaushalt jetzt die allererste Stelle einnimmt, 
war Licht zu beantworten. Von vornherein stand in dem ersten Dunkel, 
fest, daß der gigantische Kampf auch gigantische Summen von Geldern 
zur entschlossenen und finanziell unbehinderten Kriegführung erfordern 
würde. Daher sind alle nur verfügbaren Kapitalien zuvörderst für die 
Kriegsfinanzierung heranzuziehen oder zum mindesten für jeden Be 
darfsfall immer frühzeitig bereitzustellen. Aber wie klar und scharf 
auch die Richtung erkannt war und wie entschlossen auch die führenden 
Männer sein mochten, von ihr nicht abzuweichen und dadurch den 
Erfolg der Kriegsfinanzierung in Frage zu stellen, gegen die natürlichen 
Kräfte, gegen grundlegende Leistungsunfähigkeit und für das Land un 
günstige Kriegsereignisse können sie nicht ankämpfen. 
Für eine hinreichende und gesicherte Deckung der Kriegskosten 
stehen dem Schatzamte verschiedene Wege und Mittel zur Verfügung, 
so daß etwaige Schwierigkeiten aus der Wirtschafts- oder Kriegslage den 
noch überwunden oder umgangen werden können. In erster Linie kann 
die Zentralnotenbank in den Kriegsdienst gestellt werden. Es ist dies 
ein Zug, der bei allen kriegführenden Staaten Europas zu beobachten ist. 
Diese Hilfeleistung der Notenbank soll aber nur erste Hilfe sein, sie darf 
von keiner langen Dauer sein und nicht zu einer unlimitierten Festlegung 
ihrer flüssigen Mittel führen. Vielmehr muß der Staat nach kürzerer 
Zeit seine Schulden ablösen, um die Kraft der Notenbank für ihre übrigen 
wichtigen Aufgaben nicht allzusehr zu schwächen, und diese Notwendig 
keit zwingt ihn, sich eine andere ergiebige Kapitalquelle zu erschließen. 
Für größere Zeitperioden und unbegrenzte Summen ist daher nur eine 
fest fundierte Anleihe das gegebene Mittel. Das Volk soll, nach den 
ersten Diensten der Notenbank, auch sein Gut für die glückliche und 
tatkräftige Durchführung des Krieges bereitstellen und nötigenfalls 
opfern. Ist aber die heimische Wirtschaft zu schwach oder nicht ge
	        

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Frankreichs Bank- Und Finanzwirtschaft Im Kriege. Verlag von Gustav Fischer, 1917.
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