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Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Bibliographic data

fullscreen: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Monograph

Identifikator:
885239911
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6094
Document type:
Monograph
Author:
Respondek, Erwin http://d-nb.info/gnd/119085046
Title:
Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 203 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I. Moratorien
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Moratorien
  • II. Die Notenbank
  • III. Die Pariser Börse
  • IV. Die Kreditinstitute

Full text

2 
Erwin Respondek, 
mische Wirtschaft unter dem ruhigen, alten Pulsschlage des Friedens 
aufrecht zu erhalten. 
Die Ereignisse waren eben zu wuchtig, als daß es irgend einer Nation 
möglich gewesen wäre, sich ihren Einwirkungen zu entziehen. Ließen 
sie auch vielleicht in den ersten Wochen des Krieges das wirtschaftliche 
Getriebe unberührt, so war dies doch wohl nur eine scheinbare Ruhe, 
während tatsächlich die Umgestaltung und Veränderung langsam, aber 
stetig vor sich gingen. Möglicherweise in England durchaus unmerkbar, 
da man bei Beginn des Kampfes nicht an die Wahrscheinlichkeit des 
aktiven Eingreifens auf dem Festlande, an die so große Ausdehnung 
des Kriegsschauplatzes dachte, dagegen in Deutschland mehr als dra 
stisch, bedingt durch die bekannten kriegswirtschaftlichen Forderungen 
von Staat und Volkswirtschaft. Eine nicht wesentlich abweichende 
Stellung nahm Frankreich ein. Obgleich die französische Republik 
den ersten Stoß des Krieges nicht so sehr zu fürchten hatte, wie z. B. 
ihr Gegner Deutschland, das geographisch bedeutend ungünstiger 
liegt, muß man die schwache Konjunktur der vorausgegangenen Zeit, 
wie sie in fast allen europäischen Großmächten vorherrschte, als einen 
für Frankreich überaus glücklichen Umstand bezeichnen. Bei Aus 
bruch des Krieges befand sich die französische Volkswirtschaft nicht 
im Stadium einer ausgesprochenen regen Hochkonjunktur. Im Gegenteil. 
Das Wirtschaftsleben lag ziemlich untätig darnieder. Langsam und 
stetig senkte sich seit dem Jahre 1913 die Konjunkturkurve. Diese 
dahinvegetierende wirtschaftliche Lage spiegelte sich auch im Pariser 
Geldmarkt wieder. Dieser wies eine Fülle freier Kapitalien auf, war 
dadurch stets äußerst flüssig und erhielt noch starke Zuflüsse aus dem 
Ausland, besonders aus Amerika und Rußland. Boten also die wirtschaft 
liche und finanzielle Lage ein ziemlich ruhiges Bild, so waren dennoch 
die Ereignisse, wie sie durch den Kriegsausbruch hervorgerufen wurden, 
zu überwältigend, um nicht dennoch tiefe Erschütterungen hervor 
zurufen. In Frankreich stagnierte denn auch seit dem Tage der Mobil 
machung bis zum Stillstand des ersten deutschen Vormarsches das Wirt 
schaftsleben vollkommen. Handel und Verkehr ruhten, die Kredit 
institute übten in ihrer Geschäftstätigkeit die größte Zurückhaltung 
aus oder stellten sie gänzlich ein, die Notenbank erhöhte rasch ihre 
Diskontrate und auch der Geschäftsmann und Privatmann verloren 
ihre Fassung. Diese allgemeine Stockung im Denken und Handeln 
wurde in erster Linie auf den Zahlungsverkehr übertragen. Hier rechnete 
alles mit einem gesetzlichen Zahlungsaufschübe auf jedem Gebiete. 
In diesen Empfindungen wurden die Kreise der Bankwelt, des Han 
dels und der Industrie bestärkt durch die nervöse Spannung, die sich 
schon frühzeitig wie ein unheilvoller und undurchdringlicher Schatten 
über dem wirtschaftlichen und politischen Leben ausbreitete und auch 
die Pariser Börse erfaßte und schließlich zur Panik führte. 
Tatsächlich gelangte die Pariser Börse bei der Ultimoregulierung 
des Monates Juli in ernste Schwierigkeiten und fand keine Hilfe, um
	        

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Frankreichs Bank- Und Finanzwirtschaft Im Kriege. Verlag von Gustav Fischer, 1917.
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