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Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Bibliographic data

fullscreen: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Monograph

Identifikator:
885239911
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6094
Document type:
Monograph
Author:
Respondek, Erwin http://d-nb.info/gnd/119085046
Title:
Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 203 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Moratorien
  • II. Die Notenbank
  • III. Die Pariser Börse
  • IV. Die Kreditinstitute

Full text

Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft. 
173 
gestellt haben. Das Ausland erweist sich in der Kreditgewährung nicht 
so bereit, wie es wohl erwartet werden konnte. Die zweite heimische 
Kapitalquelle, die kurzfristigen Schatzwechsel- und Obligationen, vermag 
nicht die erwünschten Summen zu liefern. Der Absatz der National- 
Verteidigungs-Wechsel und -Obligationen gestaltete sich immer schwie 
riger, war überaus unbefriedigend und hält mit der Zunahme der Mo 
natsausgaben keinesfalls auch nur annähernd Schritt. 
Wie auch diese Dinge finanzpolitisch liegen und sich in Zukunft 
entwickeln mögen, so darf dennoch angenommen werden, daß das Schatz 
amt die finanziellen Schwierigkeiten zu überwinden imstande sein wird, 
sei es mit der noch freien Summe der Notenbankvorschüsse, sei es durch 
den denkbar günstigsten Absatz der Schatzwechsel und Obligationen, 
sowie durch Kredit Operationen in London und New York. Aber früher 
oder später wird das Schatzamt zu einem anderen Mittel dennoch seine 
Zuflucht nehmen müssen, jetzt ohne Rücksicht auf die innere ökonomische 
und äußere militärische Lage, und zwar zu einer festen Anleihe, zu 
dem klassischen französischen Mittel der „nationalen Anleihe“. In der 
Tat liegt ja der Gedanke sehr nahe, dem Schatzarate durch eine An 
leihe Kapitalien zur Verfügung zu stellen. Und dies um so mehr, als 
Frankreich bereits in einer ähnlichen Lage — in den Jahren 1871—1872 
— diesen Weg beschritten hatte. Hierbei hatte man — freilich in den 
Proportionen jener Zeit — einen großen Erfolg erzielt. Die erste 2 Mil 
liarden Frcs.-Anleihe 1 ), die mit 5 % ausgestattet zu 82% emittiert 
wurde, brachte dem Tresor effektiv 2293,00 Milk Frcs. Nach 13 Monaten 
erbrachte ein neuer Appell, die 3 % Rente zu 84% % * 2 ), einen guten Er 
folg, nämlich 3498,00 Mül. Frcs. Diese Summen und die Vorschüsse 
der Notenbank ließen Frankreich die Gesamtkosten des Krieges 1870/71, 
die R i e ß e r auf 9,3 Milliarden veranschlagt 3 ), rasch abdecken. So sind 
die alten Methoden der Anleiheoperation glückliche Vorbilder für eine 
korrespondierende Transaktion in der heutigen Zeit. 
Die Regierung nahm auch bald den Gedanken der Anleiheemission auf 
und ließ ihn durch den Finanzminister R i b o t bekannt geben. R i b 01 
berührte die Anleihefrage schon recht frühzeitig in seiner Kammerrede vom 
16. September 1915 mit den Worten: „Die Regierung beabsichtigt, Ihnen 
demnächst ein Anleiheprojekt vorzulegen.“ Mit großem Interesse wurde die 
Anleihe von der Öffentlichkeit erwartet, da sie zeigen wird, welche Mittel 
und Wege der Finanzminister anwenden muß, um die Emission für das 
Schatzamt nach außen hin vorteilhaft und glänzend wirken zu lassen und so 
die innere Unvollkommenheit der finanziellen Lage der Regierung zu über 
decken. In der Öffentlichkeit war die Stimmung für eine Anleihe gut. 
Man forderte aber in den vielen Artikeln eine für Frankreich klassische 
Anleihe, die den nationalen Gewohnheiten entspricht, also eine ewige 
x ) Emittiert: am 20. Juni 1871. 
2 ) Emittiert: am 15. Juli 1872. 
3 ) R i e ß e r, J., Finanzielle Kriegsbereitschaft und Kriegführung. 
S. 16. 
Jena 1913,
	        

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Frankreichs Bank- Und Finanzwirtschaft Im Kriege. Verlag von Gustav Fischer, 1917.
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