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Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Bibliographic data

fullscreen: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Monograph

Identifikator:
885239911
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6094
Document type:
Monograph
Author:
Respondek, Erwin http://d-nb.info/gnd/119085046
Title:
Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 203 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Moratorien
  • II. Die Notenbank
  • III. Die Pariser Börse
  • IV. Die Kreditinstitute

Full text

174 
Erwin Respondek, 
h a. a. O. September 1915. 
Rente. Diese Wünsche konnten dem Schatzamte nur genehm sein, denn 
es hätte kaum eine amortisable Rente auflegen können. Dazu ist ein 
mal die Finanzverwaltung des Staates durch den Krieg und die zu 
künftigen Friedens- und Restaurationsarbeiten bereits zu schwer be 
lastet, und dann hat Frankreich auch schon eine amortisable Rente, 
die im Jahre 1953 zurückgezahlt werden soll. Für die neu aufzulegende 
Rente wurden in Finanzkreisen bereits aus den Andeutungen im 
September in den Monaten Oktober und November bestimmte Richtlinien 
gezogen. Im allgemeinen gingen die Wünsche dahin, einen 5 % Renten 
typ zu emittieren, und man nannte auch einen kontingentierten Betrag 
von 10 000,00 Mill. Frcs. und einen Emissionskurs zwischen 88 bis 90 %. 
Außer dem wäre die neue Anleihe von allen gegenwärtigen und zukünf 
tigen Steuern vollkommen freizustellen: „Dies ist die unerläßliche Vor 
bedingung für den Erfolg“ 1 ), sagte der französische Nationalökonom 
Leroy-Beaulieu. Hervorgehoben werden möge, daß von 
vornherein sich die Finanzkreise gegen eine Umwandlung der 3 % 
ewigen Rente in die neue Anleihe wandten. Man wollte also offen 
bar das englische Beispiel der glanzvollen Kombinations-Konvertierung 
der alten Anleihen in die 2. Kriegsanleihe, die jetzt England die größten 
Hindernisse für die Auflage einer 3. Anleihe bereitet, nicht nachahmen. 
Diese Neuerung würde nach ihren Ansichten nicht sehr glücklich sein 
und die Geldnot nicht beseitigen können. Dagegen ist eine Transfor 
mation der National-Verteidigungs-Wechsel und -Obligationen laut Zu 
sage angebracht. So konnte man bereits die Opfer erkennen, welche 
die Regierung wohl auf sich nehmen würde, um einen Milliarden 
erfolg zu erzielen. Sie wird den Besitzern der Schatzscheine, die durch 
eine weitherzige Bevorzugung eine effektive Verzinsung von 5,7 % er 
zielen, noch größere Zugeständnisse machen, um ihr Versprechen ein 
lösen zu können. 
Bald stand es fest, daß die Regierung noch vor Beendigung des 
Jahres 1915 eine Anleihe auflegen würde. Sie wurde für den Spätherbst 
erwartet. Mit dem Tage ihrer öffentlichen Auflegung sollte gleichzeitig 
die große geplante Durchbruchsschlacht an der Ostfront mit einem glän 
zenden Erfolge ihren Anfang nehmen. Die schweren Kämpfe im Ok 
tober brachten Frankreich nicht den heiß ersehnten Durchbruch der 
lebenden deutschen Mauer. Die Anleiheemission wurde verschoben. 
Nach längeren Zögerungen hat die französische Regierung sich 
aber endlich entschlossen, ohne die für den Erfolg zweifellos sehr 
wertvolle militärische Mithilfe mit einer festen Anleihe vor das Volk 
zu treten und in Ermangelung eines zeitigen Sieges den Waffensieg 
vom Geldsiege abhängig zu machen. Sie legte die Zeichnungsfrist für 
ihre erste Kriegsanleihe in die Zeit November/Dezember. Unter den 
Gesichtspunkten der politischen und militärischen Lage ist für die 
französische Republik dieser Zeitpunkt als ungünstig zu bezeichnen, 
was nicht ohne Einfluß auf das Ergebnis bleiben konnte. Die
	        

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Frankreichs Bank- Und Finanzwirtschaft Im Kriege. Verlag von Gustav Fischer, 1917.
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