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Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Bibliographic data

fullscreen: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Monograph

Identifikator:
885239911
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6094
Document type:
Monograph
Author:
Respondek, Erwin http://d-nb.info/gnd/119085046
Title:
Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 203 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Die Notenbank
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Moratorien
  • II. Die Notenbank
  • III. Die Pariser Börse
  • IV. Die Kreditinstitute

Full text

Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft. 
41 
durfte jedoch nicht zu viel entzogen werden. Nunmehr mußten die 
stillen Goldreserven, von denen der Leiter der Bank von Frankreich 
sprach, und die in den festen Kasten und Fächern der Privaten verborgen 
ruhten, mobil gemacht werden. Die Nachfrage nach dem gelben Metall 
wurde nun plötzlich so dringend und stark, daß sogar der Finanzminister 
die Organisation der Goldkonzentration persönlich übernahm. Er leitete 
durch einen Aufruf vom 2. Juli 1915 im Lande eine regelrechte Gold 
propaganda ein. Frankreich folgte mit diesem Beginnen nur einem 
Beispiele. Schon viel früher begann in den anderen kriegführenden 
Staaten -— namentlich in Deutschland — das Bestreben, das umlaufende 
oder zeitweilig aufbewahrte Verkehrsgold in den Zentralnotenbanken 
zu konzentrieren. Frankreich folgte zwar etwas spät mit diesen An 
strengungen, dafür aber um so intensiver. Auf den Ruf des französi 
schen Nationalökonomen P. Leroy-Beaulieu wurde nicht mehr ge 
achtet. Seine Mahnung; 
„Man ruft sie nicht (die Milliarden Gold), und man hat recht. Wir 
beurteilen die Haltung der Deutschen Reichsbank bezüglich der Gold 
ansammlung für verfehlt, denn dies ist das beste Mittel, die Noten zu 
entwerten. Laßt also die Privaten das Gold, das ihnen zusteht, bewahren, 
achtet darauf nicht, und die Noten werden einen besseren Wert haben“ 1 ), 
die er noch im Januar ertönen ließ, wurde jetzt übertönt und vergessen. 
Um Gold rief der Prediger von der Kanzel herab, in den Beichtstühlen 
wurde den gottesfürchtigen Gläubigen ins Herz geschrieben, ihr Gold 
zur Bank zu bringen. Die Presse war bemüht, die Bevölkerung aufzu 
klären, daß die Thesaurierung von Gold absolut zwecklos ist und das 
Gold in der Bank sicherer aufbewahrt wird, als in den Geldschränken, 
in der Schule, in Vereinen wurden Goldsammlungen veranstaltet. Bis 
zu welchem Grade vor allem die französische Presse ihre rührige Gold- 
propaganda getrieben hat, zeigt ein Erlaß von Geboten, die der „Temps“ 
einem jeden guten und patriotischen Franzosen vorschreibt. Er schreibt 2 ): 
„Unsere finanzielle Pflicht ist eine doppelte: 
1. Es ist nichts zu unternehmen, was unsere wirtschaftliche Tätig 
keit schädigen könnte. 
2. Alles ist zu tun, was unsere Verteidigung unterstützen kann. 
Erstens: Die negative Pflicht. 
Verberget nicht das Gold, verstecket nicht das Silbergeld, verberget 
nicht eure Nickel- und Kupfermünzen. Sein Gold verbergen, heißt 
dem Lande, welches dasselbe für seine Transaktionen mit dem Auslande 
braucht, Schaden zufügen; seine Silber-, Nickel- und Kupfermünzen 
verbergen, heißt seine Unkenntnis dokumentieren, heißt den Handel 
schädigen, heißt jede Tätigkeit ersticken. 
Zweitens: Die positive Pflicht. 
Dieses Gold, das ihr nicht aufschatzen sollt, müßt ihr zur Bank 
von Frankreich tragen, denn sie wird hieraus die erwünschten Vorteile 
1 ) L’Economiste Fraufais. Januar 1915, S. 4. 
2 ) Temps. 13. August 1915.
	        

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Frankreichs Bank- Und Finanzwirtschaft Im Kriege. Verlag von Gustav Fischer, 1917.
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