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Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Bibliographic data

fullscreen: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Monograph

Identifikator:
885239911
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6094
Document type:
Monograph
Author:
Respondek, Erwin http://d-nb.info/gnd/119085046
Title:
Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 203 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Die Notenbank
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Moratorien
  • II. Die Notenbank
  • III. Die Pariser Börse
  • IV. Die Kreditinstitute

Full text

Erwin Respondek, 
56 
hat somit die Bank von Frankreich als Führerin und Hüterin der 
Währung zu achten, um Schäden abzuwenden und Vorteile auszu 
nutzen. 
Nach Ausbruch des Krieges und während der ersten 6—8 Monate 
seiner Dauer bedurfte die französische Währung keines Schutzes. Die 
Gläubigerrolle, die Frankreich in der ganzen Welt spielt, ließ den Ge 
danken an eine etwa mögliche Gefährdung der Valuta überhaupt gar 
nicht aufkommen. Frankreichs Zahlungsbilanz war an sich auch in ruhigen 
Zeiten immer aktiv, und sie hat in den letzten Friedensmonaten durch 
die energische Heranziehung von Auslandsguthaben aus einer Reihe 
von Schuldner-Staaten noch erheblich an innerer Festigung und hoher 
Aktivität gewonnen. Mit der Verwicklung Frankreichs in den Krieg ward 
es klar, daß in Kürze sicherlich auch die restlichen, kurzfristigen Gut 
haben zur Ablösung herangezogen würden, was infolge der Ungewißheit 
über die Möglichkeit, hierfür einen neuen Gläubiger zu finden, den 
fremden Staaten reichlich Nahrung zur Überwertung der Frankendevise 
gab. Devise Paris war an den Hauptbörsenplätzen gesucht und stand 
bald über Pari. Auch der Pariser Devisenmarkt bot bei Ausbruch des 
Krieges das Bild einer aktiven Zahlungsbilanz. Alle fremden Valuten 
erfuhren Erschütterungen. Devisen auf die Mehrzahl der Länder waren 
überhaupt nicht negozierbar. Pfund Sterling und Dollar erlitten in 
ihrer Bewertung einen heftigen Sturz. Sie notierten für längere Zeit 
unter Pari: 
Parität Kurs 
Pfund Sterling . . 25,22 24,00 
Dollar 5,18 4,50 
Wechsel und Schecks in Pfund Sterling oder Dollars waren an der 
Börse und in den Pariser Banken nicht zu realisieren. Sie verpflichteten 
zwar erstklassige Londoner und New Yorker Firmen, wurden aber den 
noch von den Banken zurückgewiesen. Die Pariser Blätter berichten, 
daß Pfund Sterling, also das Standardgeld der Welt, in keiner Bank zu 
wechseln war. Und gerade in jene erste Zeit fallen die ersten patrioti 
schen Bestrebungen, die Gelegenheit wahrzunehmen, die sich Frankreich 
bietet, um Deutschlands Platz im internationalen Handel einzunehmen, 
die Arbeitstätigkeit im Inlande wieder zu beleben, und den Anteil Deutsch 
lands am Welthandel für immer an sich zu reißen und zu behalten. Es 
ist verständlich, daß in der hohen Begeisterung die Schwierigkeiten eines 
solchen Beginnens nicht gesehen und gewürdigt wurden, Hindernisse, 
denen sich klardenkende Köpfe nicht verschließen konnten, aber den 
noch wollten. So machte man sich auch gar nicht klar, daß ein inter 
nationaler Handel nicht möglich ist, so lange u. a. die internationalen 
Zahlungsmittel, Wechsel, Schecks und Anweisungen nicht Wieder ungo 
stört ihre Funktionen erfüllen können. 
Das Chaos am französischen Devisenmärkte durfte nicht lange 
anhalten. Kriegsnotwendigkeiten zwangen zur Disziplinierung und 
schrieben den Weg vor, in welcher Weise der Eingriff zu erfolgen hatte.
	        

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Der Produktionsprozeß Des Kapitals. J. H. W. Dietz Nachf., G. m. b. H., 1928.
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