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Die Heimarbeit im Kriege

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Bibliographic data

fullscreen: Die Heimarbeit im Kriege

Monograph

Identifikator:
885356659
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-5912
Document type:
Monograph
Author:
Gaebel, Käthe http://d-nb.info/gnd/1023047020
Schulz, Max von http://d-nb.info/gnd/1033198951
Title:
Die Heimarbeit im Kriege
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Franz Vahlen
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (210 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
VI. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und ihrer Folgen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Heimarbeit im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Gewerbeordnung und Heimarbeit
  • II. Das Hausarbeitgesetz
  • III. Die Versicherung
  • IV. Heimarbeit im Militärsattlergewerbe und Militärschneidergewerbe
  • V. Gewerkschaften und Genossenschaften
  • VI. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und ihrer Folgen
  • VII. Heimarbeit und Landwirtschaft
  • VIII. Die Unterbringung Kriegsbeschädigter in der Heimarbeit
  • IX. Der Heimarbeiterschutz im Ausland
  • X. Ausblick

Full text

1.13 
bei- Industrie Kräfte zu entziehen und das schon vorhandene chro 
nische Ueberangebot an Heimarbeiterinnen unnütz zn vergrößern. 
Denn so paradox das klingen mag, nicht wenig Frauen werden aus 
Bequemlichkeit Heimarbeiterinnen. Es ist bequemer, Sandsäcke zu 
nähen oder sonst eine leichte Heimarbeit zu betreiben, ohne sich an die 
Stunde zu binden und sich für den Gang zur Arbeitsstätte ordent 
lich anzukleiden, als eine fest geregelte und vielleicht körperlich an 
strengendere Arbeit außerhalb des Hauses zu übernehmen. Haben 
solche Personen erst einmal Geschmack an der Heimarbeit gefunden, 
geben sie sie nicht so leicht wieder auf, und von allen Arbeitsnach 
weisen wird die Tatsache bestätigt, daß gleichzeitig für sonstige Ar 
beiten Mangel an Arbeiterinnen und für Heimarbeit ein 
Ueberangebot besteht, das sich in keiner Weise immer durch 
körperliche Schwächlichkeit oder häusliche Bindung rechtfertigen läßt. 
Das ist ein Zustand, dem aus volkswirtschaftlichen und erzieherischen 
Gründen mit allem Nachdruck entgegengearbeitet werden muß. 
Junge, leistungsfähige Mädchen, kinderlose Frauen leisten volks 
wirtschaftlich viel Werwolleres im geschlossenen Betrieb und dürfen 
ihm nicht entzogen werden. Auch gibt es grade für die „Heimarbeite- 
rin aus Bequemlichkeit" nichts Erziehlicheres, als die geregelte Ta- 
geseinteilung der Fabrik, der Zwang, sich auch am Alltag zu waschen, 
511 kämmen und schon morgens früh ordentlich anzuziehen! Ja es ist 
zu hoffen, daß der große Arbeitsrythmus, in den sie in der Fabrik 
gestellt wird, -auch auf ihr häusliches Leben zurückwirkt. 
Für die „halben Kräfte" sollte dagegen Dauerbeschäftigung 
durch die gemeinnützigen Vereine erstrebt werden. Damit kann 
Frauen und Mädchen, die eines Nebenerwerbes, der „den Kessel 
kochen macht", dringend bedürfen, aber aus irgend welchen Gründen 
ans Haus gefesselt sind, eine wertvolle Hilfe geleistet werden. Ge 
rade sie sind vielfach die ärgsten Lohndrücker -und fallen jedem 
Schwindler, der ihnen „lohnenden Nebenerwerb" verspricht, zum 
Opfer. Vielfach an der Grenze der Armenpflege stehend, können 
sie durch Gewährung voll Arbeit auf eigene Füße gestellt werden, 
was nicht nllr iil finanziellen Interesse zu begrüßen ist. 
Die Feststellung der Beidürftigkeit erfolgt teils nach einem 
festen Schema unter Berücksichtigung der Veranlagung 
Seimarbeit im Kriege 8
	        

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Die Heimarbeit Im Kriege. Verlag von Franz Vahlen, 1917.
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