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Die Heimarbeit im Kriege

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Bibliographic data

fullscreen: Die Heimarbeit im Kriege

Monograph

Identifikator:
885356659
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-5912
Document type:
Monograph
Author:
Gaebel, Käthe http://d-nb.info/gnd/1023047020
Schulz, Max von http://d-nb.info/gnd/1033198951
Title:
Die Heimarbeit im Kriege
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Franz Vahlen
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (210 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
VII. Heimarbeit und Landwirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Heimarbeit im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Gewerbeordnung und Heimarbeit
  • II. Das Hausarbeitgesetz
  • III. Die Versicherung
  • IV. Heimarbeit im Militärsattlergewerbe und Militärschneidergewerbe
  • V. Gewerkschaften und Genossenschaften
  • VI. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und ihrer Folgen
  • VII. Heimarbeit und Landwirtschaft
  • VIII. Die Unterbringung Kriegsbeschädigter in der Heimarbeit
  • IX. Der Heimarbeiterschutz im Ausland
  • X. Ausblick

Full text

146 
Wenn wir dazu geführt werden, die Heimarbeit nur als letztes, 
aber auch wirklich letztes Aushilfsmittel in Betracht zu ziehen, so 
entfällt darum nicht die Pflicht, andere Möglichkeiten zu durch 
denken. Ich sehe diese namentlich in einer intensiveren Garten-, 
Geflügel- und Gemüsezucht, Belebung der landwirtschaftlichen 
Nebenproduktionen, die ausgleichend auf den Saisoncharakter >der 
Landwirtschaft wirken. Bei einigermaßen guter Organisation des 
Absatzes und nicht allzu schlechten Verkehrsverhältnissen wird es in 
den nächsten Jahren in Deutschland immer möglich sein, Eier, Ge- 
müfe und Milchprodukte zu verwerten, während der Absatz von 
Handweberei, Spitzen und Stickereien, Konfektion usw. äußerst un 
sicher bleibt. Auch sollte man die Bargeld sparenden Be 
schäftigungsmöglichkeiten nicht ganz niedrig einschätzen; vielleicht 
sind sie nicht immer in den Augen der Arbeiter- oder Kleinbauenl- 
schaft von dem Wert wie Bargeld bringende; über bei genauer Prü 
fung ergibt sich, daß der Gewinn durchaus nicht unbedeutend ist. 
Der mit den Verhältnissen des Landes sehr vertraute Lehrer Gül- 
gowski schätzt den Kleidervorrat einer kleinbäuerlichen Familie von 
8 Köpfen (Eltern und sechs Kinder von 6 bis 22 Jahren) -auf etwa 
1200 M. Neuwert. „Dabei sind alle Stoffe von so minderwertiger 
Qualität, daß kaum ein Stück über ein Jahr hält. Hemden z. B., 
die von den Leuten zu ein bis zwei Mark das Stück gesaust wer 
den, vertragen kaum eine Wäsche. — Im Durchschnitt wird der 
ganze Kleidervorrat alljährlich erneuert werden müssen. Mer 
wenn wir auch für einige Stücke zwei Fahre in Anschlag bringen, 
so betragen die jährlichen Ausgaben für Kleider im Durchschnitt 
700 bis 800 Mark. Nun kommt aber die Ergänzung der Bett 
wäsche hinzu, was mit 50 Mark äußerst niedrig bemessen ist. Der 
betreffende Bauer gibt das Jähr über für Reparaturen und Neu 
anschaffungen rund 80 Mark aus. Früher sparte er es, denn er 
machte sich die Sachen allein. — Wenn wir auch das Material und 
alle sonstigen Abzüge in Anrechnung bringen, so können wir sagen, 
daß ein Bauer durch das Aufgeben des -Hausfleißes rund 500 Mark 
jährlich verliert. Das Stück Land, das früher zum Flachsbau be 
nutzt iimrbe unö woraus jetzt Kartoffeln allgebaut iverden, kanil
	        

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Die Heimarbeit Im Kriege. Verlag von Franz Vahlen, 1917.
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