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Leben und Lehre des Buddha

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Bibliographic data

fullscreen: Leben und Lehre des Buddha

Monograph

Identifikator:
89019078X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6415
Document type:
Monograph
Author:
Pischel, Richard http://d-nb.info/gnd/11619202X
Title:
Leben und Lehre des Buddha
Edition:
Zweite Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Druck und Verlag von B.G. Teubner
Year of publication:
1910
Scope:
1 Online-Ressource (VI, 126 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I. Einleitung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Leben und Lehre des Buddha
  • Title page
  • Contents
  • I. Einleitung
  • II. Das nordöstliche Indien zur Zeit des Buddha
  • III. Das Leben des Buddha
  • IV. Buddhas Stellung zu Staat und Kirche
  • V. Buddhas Lehrweise
  • VI. Die Lehre des Buddha
  • VII. Die Gemeinde und der Kultus
  • Index

Full text

4 
I. Einleitung. 
„Ich verfluche Zarades, Bodda und Skythianos, die Vorgänger 
der Manichäer". Zarades ist Zoroaster, Bodda unser Buddha. 
Der wesleyanische Missionar Spence Hardy, dem wir sehr wert 
volle Bücher über den Buddhismus verdanken, fertigt die unleug 
baren Übereinstimmungen zwischen Christentum und Buddhismus 
mit der Bemerkung ab, Buddhas Leben sei ein Mythus, seine 
Lehre eine Masse von Irrtümern, sein Moralkodex sei unvoll 
ständig, und seine Religion stütze sich auf Grundsätze, die der Unter 
lage entbehren. Noch schärfer urteilt der Jesuit Dahlmann. Er 
behauptet, der Grundgedanke des Buddhismus sei eine tiefe reli 
giöse und soziale Unsittlichkeit. Gerade das Gegenteil ist wahr. 
Dahlmanns Haß gegen den Buddhismus erklärt sich daraus, daß 
er in ihm den Protestantismus Indiens sieht, was ganz unrichtig ist. 
Abgesehen von solchen vereinzelten Stimmen, sind die christ 
lichen Missionare, die mit dem Buddhismus in Berührung ge 
kommen sind, darin einig, daß die Ethik des Buddhismus gleich 
hinter der des Christentums kommt. Wie Christus, verwarf Buddha 
alle äußerliche Frömmigkeit und stellte die sittliche Arbeit an sich 
selbst und die Nächstenliebe an die Spitze seiner Lehre. Seine 
Gebote und Verbote sind, wenn man die spezifisch indischen und 
für Indien allein nötigen außer acht läßt, wesentlich dieselben wie 
die Christi. Beide Religionsstifter wenden sich nicht an einzelne 
Klassen, sondern an die große Masse derer, die da mühselig und 
beladen sind. Jede Beurteilung des Buddhismus von einem ein 
seitig christlichen Standpunkte aus muß notwendig schief sein. Wie 
jede andere Religion, muß auch er beurteilt werden nach dem 
Volke, bei dem er entstanden, und nach den Zeitumständen, unter 
denen er ans Licht getreten ist. Es ist bis heute ein Ünglück 
für den Buddhismus gewesen, daß sich mit Vorliebe Laien mit 
ihm beschäftigt haben, die ihn mit ganz falschem Maßstabe maßen, 
weil sie die Bedingungen nicht kannten, die ihn hervorgerufen 
haben. Seit Schopenhauer in ehrlicher Bewunderung erklärte, 
daß seine Lehre sich in großer Übereinstimmung mit dem Bud 
dhismus befinde, und daß er geneigt sei, diesem den Vorzug vor 
allen anderen Religionen der Erde zu geben, ist der Buddhismus 
immer mehr Modesache geworden. Die einen suchen auf seine 
Kosten das Christentum zu verherrlichen, andere dies durch ihn 
herabzudrücken, ja, es fehlt auch in Europa nicht an Leuten, die 
im Buddhismus die Religion der Zukunft sehen. Sie vergessen, 
daß ein nach Europa verpflanzter Buddhismus aufhört Buddhis-
	        

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Leben Und Lehre Des Buddha. Druck und Verlag von B.G. Teubner, 1910.
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