Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

7. Süddeutsche Industrie im Zeitalter des Merkantilismus. 
91 
selten freigelassen war, die sie zu tragen hatten. Zur industriellen Schulung und Be 
ifügung des Landvolks waren die Refugiös außerdem nur selten zu gebrauchen. 
e , Um die Organisation dieser ländlichen Arbeiterschaften durchzuführen, hatte man 
sJt anderes Muster: die Calwer Zeugkompagnie. In Württemberg hatte man den 
eg, her im Jahre 1602 eingeschlagen worden war, nach dem Ende des Krieges mit 
d^ßerem Nachdruck wiederaufgenommen. Die bürgerliche Aristokratie, die unter 
li^ Form einer ständischen Verfassung in Württemberg herrschte, besaß eine inner- 
Wahlverwandtschaft mit der kapitalistischen Industrie. Von alters her hatte in 
db Tälern des württembergischen Schwarzwaldes die Wollenweberei ihren Sitz 
^9abt und hatten die ländlichen Kleinmeister ihre Zeuge nach Calw zum Färben 
^liefert. Bald nach der Wiederherstellung des Friedens ward nun die Calwer 
Mrberzunft umgestaltet zu einer Fabrik- und Handelskompagnie. Durch Staatsge- 
ward ein Vertrag zwischen dieser und den gesamten Webern der umliegenden 
„Mise festgestellt, vermöge dessen die Kompagnie beständig Arbeit zu geben ver 
fluchtet war, auch die Erteilung der Lehre über sich nahm, während die Weber in 
Fabrik gebannt wurden, d. h. für sie arbeiten mußten und niemandem sonst 
Zeiten durften. 
f. Erstaunlich rasch gedieh das Unternehmen. Schon wenige Jahre später bezog 
, le Kompagnie bereits fremdländische Wolle, und wie einst die Augsburger, so be 
imischten jetzt die Calwer Handelsherren die Märkte Südeuropas. 
e, Auch Landschaften, die heute zu Baden gehören, zog die Zeugkompagnie in den 
^eis ihrer Tätigkeit. Sie pachtete Farbwerke, die der Abt von Gengenbach, Berg- 
Mke, die der Graf von Fürstenberg im Kinzigtal angelegt hatte. Sie machte Calw 
r 1 lTt Mittelpunkt der württembergischen Industrie, indem teils an sie angelehnt, teils 
"ch ihrem Vorbild eine Reihe anderer Handelsgesellschaften daselbst entstanden. 
Es ist ein denkwürdiges Schauspiel, wie diese beiden deutschen Landschaften, die 
illeicht unter allen am meisten vom Dreißigjährigen Kriege gelitten hatten, die 
Malz und Württemberg, sich am raschesten erholten und fast in demselben Augenblick, 
u sie aus der äußersten Zerrüttung ihre Kräfte sammelten, auch schon mit kühnem 
Wagnis in die Ferne griffen, um außerhalb Deutschlands den Absatz für ihre Pro 
dukte zu suchen. Dennoch spiegeln sie die beiden Gegenpole deutschen Lebens wieder. 
der Pfalz wird das freisinnige reformierte Beamtentum hingerissen von dem 
persönlichen Zauber eines geistvollen Fürsten, der sich in den gewagtesten Ideen eines 
ne Uen Zeitalters bewegt; ein Land ohne Stände, ohne verfassungsmäßige Rechte, 
"der zugleich bewohnt von einem Volke, leichtlebig und unternehmungslustig, das die 
"Wirtschaftliche, gesellige, religiöse Freiheit wie kein anderes genießt. Dieses Land, 
dieses Volk öffnen sich der hugenottischen Einwanderung, die hier Glaubensverwandte 
antraf und ein völlig neues Bürgertum schuf. 
In Württemberg dagegen sehen wir einen ständisch-patrizischen Staat, der 
immer am besten gedieh, wenn er untätige und leichtsinnige Fürsten an seiner Spitze 
sah. Das alte Bürgertum, welches auch die Beamtenschaft nur als seinen Ausschuß 
ansieht, bedeutet hier alles; streng geregelt nach der Schnur, wie sie die lutherische 
Orthodoxie und eine minutiöse Gesetzgebung gezogen haben, verläuft sein Leben; 
eifersüchtig schließt es sich gegen alles Fremde ab; aber es liegt genug Talent und 
Tatkraft in ihm selber, um das ungestraft tun zu können. — Nie hatten schwäbisches 
und fränkisches Wesen so scharf ihre Eigentümlichkeiten entwickelt als in dieser Zeit, 
die doch aller deutschen Eigenart ein Ende zu machen schien!
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

Chapter

PDF RIS

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the fourth digit in the number series 987654321?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.