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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

93 
8. Frankfurt a. M. als Handelsplatz einst und jetzt. 
menden, und 4 reformierten, den Nachkommen eben jener eingewanderten Nieder 
länder und Franzosen. Das Jahr 1707 also ist das Geburtsjahr der Frankfurter 
Handelsvertretung. 
Die Tätigkeit der Deputierten, die nach wie vor als Börsenvorsteher die Börsen 
verwaltung führten, bestand zunächst in der Abgabe von Gutachten über Handels 
gebräuche, Parere genannt. Die Parere erfreuten sich hohen Ansehens; sogar der 
Kaiser Karl VI. wandte sich 1710 wegen Erstattung eines solchen Pareres an den 
hiesigen Rat. Aber weit darüber hinaus erstreckte sich ihr Wirken: Auf dem Gebiet 
der Rechtspflege veranlaßten sie den Erlaß einer Wechselordnung, sie erstrebten 
die Schaffung eines Handelsgesetzbuches und die Einrichtung eines Handelsgerichts; 
auf dem Gebiet der Schiffahrt sehen wir sie im Kampf mit den Stapelrechten 
der Städte Mainz und Köln, um die freie Schiffahrt nach den Niederlanden, dem 
Oberrhein und Neckar. Sie richteten, wie später auch die Handelskammer, regel 
mäßige Fahrten nach den Haupthandelsplätzen ein, subventionierten die Schiffer und 
hielten wie in Köln zeitweilig einen besonders angestellten Agenten. Wichtiger noch 
war für Frankfurt der Landverkehr. Die alten Handelsstraßen aus allen Teilen 
Deutschlands trafen hier strahlenförmig zusammen. Frankfurt war der wichtigste 
Niederlage- und Durchgangsplatz für den deutschen Handel und den Zwischenhandel 
zwischen England, Holland, Frankreich, der Schweiz, Italien, Norddeutschland und 
dem östlichen Europa. Diesen ganzen Verkehr, der allein durch Frankfurter Spedi 
teure besorgt wurde, zu organisieren, ihn vor Zöllen und Abgaben und allerhand 
Schikanen kleiner und großer Potentaten zu bewahren, waren die Börsenvorsteher 
eifrig und mit Erfolg bestrebt. Die gewaltigste Arbeit aber haben sie auf dem 
Gebiete des Münzwesens geleistet. Damals war in den deutschen Ländern 
infolge Ausprägung minderwertiger Scheidemünzen durch die Territoriacherren eine 
trostlose Münzverschlechterung und Münzverwirrung eingerissen. Die Börsenvor- 
steher erstrebten die Herstellung eines einheitlichen Münzfußes für ganz Deutschland, 
ein Wunsch, der bei der Schwäche der Reichsgewalt damals unerfüllt geblieben ist. 
Um aber wenigstens den Frankfurter Platz von der Verwirrung freizuhalten, hatten 
die Kaufleute schon frühzeitig im Wege der Vereinbarung untereinander diejenigen 
Münzsorten und ihren Kurs festgestellt, die im Wechselverkehr Zahlungskraft be 
sitzen sollten. In der Aufrechterhaltung dieser Frankfurter Währung sahen die 
Börsenvorsteher ihre hauptsächlichste Aufgabe. Mit peinlichster Sorge und zäher 
Energie, aber auch mit berechtigtem Stolz wachten sie darüber, daß das große An 
sehen des Frankfurter Handelsstandes und der Frankfurter Börse hochgehalten und 
unangetastet bewahrt wurde. Von staatlichen Einmischungen hielten sie, im Ver 
trauen auf die eigene Kraft, nicht viel. Schon 1685 hatten Frankfurter Kaufleute 
dem hiesigen Rat gesagt: „Freiheit ist die Seele der Handlung, und müssen da alle 
politischen und sonst Staatsmaximen weichen, denn wo man suchet der Handlung 
solche Termine)« zu setzen, da ist es gar bald um sie getan." 
In die Stürme der Napoleonischen Kriegszeit führt uns die Gründung der 
Handelskammer. Karl Maria von Dalberg, Fürstprimas des Rhein 
bundes, war Herr von Frankfurt geworden. Es ist eine Pflicht der Dankbarkeit, heute 
des Gründers der Handelskammer zu gedenken, dem die nationale Geschichtsschrei 
bung vielleicht nicht volle Gerechtigkeit hat widerfahren lassen. Einsichtig, vorurteils 
frei, in alle Details des Regierungsapparates eindringend, ein „liebreicher Menschen 
freund", wie Goethes Mutter ihn nannte, hat er in der kurzen Zeit seines Herrscher 
daseins viel Gutes zu wirken verstanden. Er war es, der vor 100 Jahren die Börsen 
vorsteher in die „Fürstlich Primatische Handelskammer" umwandelte, ihnen das 
Ansehen und den Glanz einer staatlichen Behörde gab und seinen ersten Minister, den 
Grafen Beust, an ihre Spitze stellte. Vor den Gewaltmaßregeln Napoleons ver-
	        

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Unemployment in the United States. United States, Government Printing Office, 1930.
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