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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

108 Zweiter Teil. Handel. III. Zur Geschichte von Handel und Industrie rc. 
eisen, später auch aus Gußeisen. Nach neueren Forschungen scheint Siegen sogar 
der erste Platz gewesen zu sein, an dem überhaupt Geschütze gegossen wurden (1444?). 
Wie wir vorher sahen, berührte der Flügelschlag einer neuen Zeit das Sieger 
land erst verhältnismäßig spät. Allerdings hatte schon die Hütten- und Hammer 
ordnung von 1830 mit manchen unberechtigten Eigentümlichkeiten aufgeräumt: bei 
spielsweise gab sie den Verbrauch von Steinkohlen frei und ließ die Umwandlung der 
Hammertage in Hüttentage zu; dadurch setzte sie die Hütten in den Stand, ihre Reisen 
auszudehnen und Koks mit zu verschmelzen, also wirtschaftlicher als früher zu arbeiten. 
Auch waren feit den dreißiger und vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts an die 
Stelle der alten Eisen-, Stahl-, Reck- und Raffinierhämmer allmählich die für Stein 
kohlenfeuerung eingerichteten Walz- und Puddelwerke getreten, und endlich 
begannen auch die etwa gleichzeitig entstandenen Maschinenfabriken und 
Walzengießereien eine gewisse Bedeutung zu erlangen. Aber trotzdem gab 
es noch im Jahre 1861 im Kreise Siegen nur 50 Fabrikbetriebe mit 1205 Arbeitern, 
nämlich: 
38 Eisen-(Hütten- und Walz-)Werke . . . 860 
2 Stahlwerke 4 
1 Drahtwalzwerk 91 
4 Maschinenfabriken 110 
5 Gießereien 140 
50 Betriebe 1205 Arbeiter 
Erst die Einbeziehung in den Eisenbahnverkehr machte das Siegerland zu einem 
vollberechtigten und vollwertigen Gliede unseres Wirtschaftskörpers und trug haupt 
sächlich zur Entwickelung seiner Industrie in größerem Stile bei. Selbstverständlich 
wirkten auch noch andere Faktoren unmittelbar oder mittelbar dabei mit; wir brauchen 
nur zu erinnern: an die Errichtung des Norddeutschen Bundes und des Deutschen 
Reiches, an die liberale Landes- und Reichsgesetzgebung der sechziger und siebziger 
Jahre (Berggesetz 1865, Gewerbeordnung 1869 usw.), an den allgemeinen wirtschaft 
lichen Aufschwung im In- und Auslande und an die epochemachenden technischen 
Erfindungen der neueren Zeit, namentlich auch auf dem Gebiete des Eisenhütten 
wesens (Flußeisenerzeugung in der Birne und im Flammofen: Bessemer-, Thomas- 
und Siemens-Martin-Verfahren usw.). — 
Am 18. Januar 1911 waren 40 Jahre seit jenem denkwürdigen Tage verflossen, 
an dem König Wilhelm von Preußen aus dem Hause Hohenzollern im Spiegelsaale 
des Schlosses zu Versailles die deutsche Kaiserwürde erneuerte und übernahm. „Uns 
und unfern Nachfolgern an der Kaiserkrone — so hieß es am Schluffe der Prokla 
mation, durch die er dem deutschen Volke diese weltgeschichtliche Tat kundgab — wolle 
Gott verleihen, allzeit Mehrer des Deutschen Reichs zu sein, nicht an kriegerischen 
Eroberungen, sondern an den Gütern und Gaben des Friedens auf dem Gebiete 
nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung". 
Daß diese Bitte kein Rauch und kein Schall, kein tönendes Erz und keine klin 
gende Schelle war, sondern der Ausdruck echter Frömmigkeit, hohen sittlichen Ernstes 
und tiefer politischer Weisheit, ein Zeichen froher lebendiger Hoffnung und zielbe 
wußter schöpferischer Kraft, und daß sie deshalb mit einer gewissen inneren Notwen 
digkeit Erhörung finden mußte, wie sie ja auch Erhörung gefunden hat, davon konnte 
25 Jahre später kein Geringerer als der Enkel in jener Rede Zeugnis ablegen, in 
der er den Übergang Deutschlands vom Agrarstaate zum Jndustriestaate, die Ver 
flechtung unserer Volkswirtschaft in die Weltwirtschaft mit dem ihm eigenen feurigen 
Schwünge feierte. „Aus dem Deutschen Reiche — rief Wilhelm II. damals aus — 
ist ein Weltreich geworden. Überall in fernen Teilen der Erde wohnen Tausende 
unserer Landsleute. Deutsche Güter, deutsches Wissen, deutsche Betriebsamkeit gehen
	        

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Leitfaden Durch Die Sozialpolitik. G.A. Gloeckner, Verlagsbuchhandlung, 1923.
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